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21.04.2015

Chorgemeinschaft steht vor dem Aus

H.-J. Peters

Weil es keine neuen Mitglieder gibt, will Sängertreu Aufheim über die Auflösung beraten – nach 114 Jahren Vereinsleben

Der erhoffte Mitgliederzuwachs blieb bei der Chorgemeinschaft Frohsinn Aufheim aus. Nun wollen die Verantwortlichen Konsequenzen ziehen: Der Fortbestand des Vereins steht infrage. Ob und wie es mit der Chorgemeinschaft Frohsinn weitergeht, wollen die Mitglieder im Juli entscheiden. Vorsitzender Hans-Joachim Peters hat aber noch Hoffnung auf ein Weiterbestehen des Chors.

„Wir sind heute leider nicht viel weiter als vor drei Jahren – unser Problem besteht weiterhin“, bedauerte Peters bei der Jahresversammlung am Wochenende. Bei den vergangenen Neuwahlen 2012 hatte der Vorstand noch gehofft, es könnte sich in der nächsten Zeit etwas bewegen, der Verein könnte neue, jüngere Mitglieder dazugewinnen. Doch die Hoffnung trog. Der 23-köpfige Chor bewältigte weiterhin Auftritte, das Jahresprogramm wurde aber abgespeckt, der Aufwand dem auf 70 Jahre gestiegenen Durchschnittsalter der Mitglieder angepasst.

Immerhin acht Mal waren die Aufheimer im vergangenen Jahr öffentlich zu hören, unter anderem bei der Eröffnung der Stadtparkbühne, bei der Aufheimer Maifeier, dem Gruppensingen in Regglisweiler und bei zwei Auftritten in Altenheimen in Neu-Ulm und Vöhringen. „Wir singen für unsere Verhältnisse gut“, fand Peters und betonte, dass Chorleiterin Nadja Volkov bereit sei, den Chor weiterhin zu leiten. Die Teilnahme an einer Chorfortbildung habe sich ebenfalls gelohnt, wenn die Sänger dort auch gemerkt hätten, „dass wir nicht mehr ganz so flexibel sind“, so der Vorsitzende. Doch für die kommenden Monate planen die Sänger noch Darbietungen – etwa bei der Maifeier im Ortsteil. Und auch beim Stadtjubiläum will sich die Chorgemeinschaft zeigen.

Der Verein mit seinen insgesamt 121 Mitgliedern führte auch kameradschaftliche Veranstaltungen durch – mit Faschingsfeier, Grillfest und gemeinsamem Ausflug. Doch was nach der Sommerpause passiert, ist unklar. Die Führungsmannschaft möchte die Ämter nicht erneut, also für weitere drei Jahre, übernehmen. Die Versammlung diskutierte nun mehrere Möglichkeiten: von der Auflösung des Vereins bis zur Einstellung des Singbetriebs. Sicher ist: Die bisher geplanten Aktivitäten sollen noch durchgeführt werden.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, so beschlossen die Sänger nun, werde am 10. Juli über das weitere Vorgehen entschieden.

Rechtliche Fragen bezüglich der bestehenden Möglichkeiten sollen bis dahin geklärt werden, zunächst führen die bisherigen Vorstandsmitglieder den Verein kommissarisch weiter. Würde die Chorgemeinschaft aufgelöst, ginge die seit dem Jahr 1901 bestehende Vereinstradition zu Ende.

Bei den Chorproben (jeden zweiten Montag im Monat) sind Interessierte willkommen. Andere Mitglieder glauben hingegen nicht mehr an eine Wiederbelebung in nächster Zeit. „Wunder kommen keine mehr bei uns“, erklärte eine Sängerin.

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