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08.03.2009

"Christliche Botschaft in guter Nachbarschaft zur katholischen Kirche ausbreiten"

Neu-Ulm (grr) - Auf der Frühjahrssynode des Evangelischen Dekanats Neu-Ulm hat Dekanin Gabriele Burmann die Herausforderungen umrissen, die ihrer Ansicht nach künftig die Arbeit in den Kirchengemeinden bestimmen werden. Zugleich skizzierte sie, "was unser Dekanat unverwechselbar macht".

Anlass, den rund 75 im Neu-Ulmer Petrussaal versammelten Synodalen Grundsätzliches vorzutragen, war vor allem der erstmalige Besuch des zum Jahreswechsel neu ernannten Regionalbischofs Michael Grabow. Dieser war zwar zum Schlussgottesdienst der Landesgartenschau im vergangenen Oktober schon mal in Neu-Ulm erschienen, dürfte aber als bisheriger Dekan im fernen Rosenheim einen eher begrenzten Einblick ins weit westlich gelegene Dekanat Neu-Ulm gehabt haben. "Für die Bayerische Landeskirche liegt unser Dekanat am Rande - ist Grenzland", hob Dekanin Burmann hervor.

Nach ihrer Auffassung stehen die Kirchengemeinden vor großen Herausforderungen. Die christliche Botschaft evangelischer Prägung müsse in "gut gepflegter Nachbarschaft zur katholischen Kirche ausgerichtet werden - so weit das geht". Es gelte auch, den Russlanddeutschen eine geistliche Heimat zu bieten, überhaupt allen Jungen und Alten, den Erfolgreichen und Bedürftigen, den Bewohnern der Städte wie der Dörfer, ja auch den Siedlern aus Württemberg, "denen wir ja häufig schon fast katholisch vorkommen". Die christliche Botschaft müsse Langansässige ebenso erreichen wie Neuzugezogene, Menschen unterschiedlicher Prägungen im Nebeneinander und Miteinander zu anderen landeskirchlichen Gemeinschaften. Dann ein Blick in die Vielvölkergesellschaft. "In ihr wollen wir gute Nachbarschaft pflegen zu den Muslimen, die mit verschiedenen Vereinen und zwei von außen erkennbaren Moscheen in Straß und Lauingen mitten unter uns leben".

Einblick verschafft

Den "Neuen", die erstmals in die Synode entsandt worden waren, verschaffte die Dekanin Einblick in die "Unverwechselbarkeit" ihres Dekanats. Platz fänden in ihm die drei Landkreise Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen. Gegründet worden sei das Dekanat 1811 in Leipheim, von wo es 1921 nach Neu-Ulm verlegt worden sei. Vor gut sechzig Jahren hätten sich erst rund 17 000 Einwohner zur evangelischen Konfession bekannt. Heute seien es immerhin knapp 67 000. "Einige Gemeinden wachsen, andere nehmen leicht ab, in den nächsten Jahren rechnen wir mit einem Schwund von etwa zwei Prozent." Zum Profil ihres Dekanats rechnete Gabriele Burmann auch die evangelischen Gemeinden, die seit der Reformation traditionell protestantisch geprägt seien - beeinflusst von Ulm wie Leipheim und Riedheim, Pfuhl, Hausen und Holzschwang. Evangelische Patronate bestanden einst für Steinheim und Reutti, für Bächingen und Haunsheim, heute noch für Burtenbach im Landkreis Günzburg. Stark geprägt hätten das Dekanat zu allen Zeiten Zuzügler. Im frühen 18. Jahrhundert kamen Glaubensflüchtlinge - Exulanten - aus Kärnten und Salzburg, im 19. Jahrhundert württembergische Landwirte. Zahlreiche Gemeinden seien nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zuzug von Flüchtlingen aus dem Osten gewachsen. Im Dekanat lebten folglich Menschen ganz unterschiedlicher Prägung und Herkunft. Die Nähe zu Württemberg fördere die schlichte Liturgie, das Gegenüber zur starken katholischen Kirche das Nachdenken über den eigenen Standort. Die zahlreichen "konfesssionsverbindenden Ehen" nötigten die Kirchen, "lebbare Formen von Ökumene anzubieten".

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