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Ulm

21.12.2020

Christmetten im Landkreis Neu-Ulm – mit Abstand oder auch im Internet-Stream

Wegen der Ausgangssperre, die auch für den Heiligen Abend gilt, mussten die Pfarreien in Neu-Ulm den Heiligen Abend umplanen: Die Christmetten wurden vorverlegt, manche entfallen ganz. Einige Gemeinden übertragen den Gottesdienst auch im Internet.

Plus Können Weihnachtsgottesdienste trotz Corona stattfinden? Wegen der Verschärfung der Sicherheitsregeln müssen Pfarrbüros im Landkreis Neu-Ulm umplanen.

Weihnachten mit Corona – auch in den Pfarreien im Landkreis hat die Pandemie gewohnte Rituale über den Haufen geworfen. Manche organisatorischen Änderungen haben sich seit dem Frühling längst etabliert, etwa die Anmeldungen und Kartenbestellungen für die Teilnahme an Gottesdiensten oder die Abstände zueinander in den Kirchenbänken. Die Verschärfung des Lockdowns vergangene Woche aber zwang die Pfarrbüros zum Umdisponieren – hatten viele von ihnen doch Christmetten für den späteren Abend des 24. Dezember eingeplant, die nun nicht mehr möglich sind. Wir haben nachgefragt.

Trotz Corona will die Pfarreiengemeinschaft Neu-Ulm Weihnachten feiern

Die Katholische Pfarreiengemeinschaft Neu-Ulm, der auch die Pfarrgemeinden Pfuhl, Offenhausen und Finningen angehören, vergibt, wie seit Längerem üblich, auch für die Weihnachtsgottesdienste Karten, damit nicht zu viele Gläubige in die Kirche kommen. Einen Ansturm darauf gebe es aber nicht – die Plätze für die Festtagsmessen waren Ende vergangener Woche noch nicht komplett vergeben. „Die Leute sind momentan eher zurückhaltend“, sagt Stadtpfarrer Karl Klein, zumal schon seit dem ersten Lockdown einige Gemeindemitglieder die Übertragungen der Messen im Internet verfolgen. „Das hat natürlich keine Fernsehqualität, aber für viele ist es wichtig, sich dadurch mit ihrer Heimatkirche verbunden zu fühlen“, so Klein.

Wegen der Ausgangssperre, die auch für den Heiligen Abend gilt, mussten die Pfarreien den Heiligen Abend umplanen: Die Christmetten wurden vorverlegt, manche entfallen ganz. „Wir mussten manches streichen und anderes verschieben, damit die Leute noch rechtzeitig zu Hause sind“, sagt Klein. Und wer bereits angemeldet war, wurde telefonisch über die Änderungen informiert. Auch unter veränderten Umständen werde es „eine schöne Christmette, die Hoffnung und Kraft spendet“, erklärt der Priester. Und trotz Gesangsverbot fürs Volk werde Musik von Orgel und Solisten einen festlichen Rahmen bieten.

In Vöhringen feiert man die Christmette wegen Corona etwas früher

In der Pfarreiengemeinschaft Vöhringen richtet sich der Terminplan ebenfalls nach den gesetzlichen Regelungen: Die Christmetten, die um 23 Uhr in Vöhringen, Bellenberg und Illerberg geplant waren, wurden abgesagt. Stattdessen feiern die Gemeinden jetzt schon früher, auch hier sind Anmeldungen notwendig, die per Telefon oder über die Homepage möglich sind. Dass es an diesem hohen Feiertag keine Ausnahme von der Ausgangssperre gibt, bedauert Stadtpfarrer Martin Straub, „es ist schon ein großer Eingriff in die Gestaltung des Heiligen Abends“.

Und auch die Gestaltung der Messen wird anders ausfallen. Weil es diesmal etwa die üblichen Krippenspiele mit Kindern nicht geben kann, hat die Gemeinde für Heiligabend einen „Krippenweg“ mit mehreren Stationen vorbereitet, der am Nachmittag des 24. Dezember an den Kirchen in Illerberg, Vöhringen und Bellenberg gestartet werden kann. „So wird den Familien das Evangelium nahegebracht und sie können dem Weihnachtsfest selbstständig nachspüren.“ Von der derzeitigen Situation seien sowohl Familien als auch die Senioren belastet, meint Klein. Die Älteren immerhin seien meist von ihren Familien gut betreut und eingebunden – „da sind wir als ländliche Region sicher in einer anderen Lage als in der Stadt“. Und die Messen seien für viele Gläubige tröstlich, so der Geistliche, und gerade die Weihnachtsmessen böten den Gläubigen auch jetzt Gelegenheit, „die Weihnachtsbotschaft ins Leben hineinwirken zu lassen“.

In der Senden setzt man auf Weihnachts-Gottesdienst im Live-Stream

In der Sendener Auferstehungskirche, besser gesagt, vor der Kirche, hatten die Verantwortlichen für den Heiligen Abend ursprünglich eine Freiluft-Christmette geplant. Die findet nun im Inneren statt, und zwar ohne Gläubige, dafür aber wird live ins Internet übertragen. Diese Aufnahmen werden mittlerweile von einem gewachsenen Team aus Helfern gemacht, berichtet Pfarrerin Kathrin Bohe. Die bereits zu Beginn der Pandemie begonnenen Sendungen der Gottesdienste hat die Gemeinde beibehalten und sich technisch besser ausgerüstet, etwa indem eine selbststeuernde Kamera und ein digitales Mischpult angeschafft wurden. Denn das Streamen der Gottesdienste will die Pfarrei auch nach Corona beibehalten, erzählt Bohe.

Die neue Technik soll an Weihnachten auch das Mini-Krippenspiel aufnehmen, das heuer zwei Geschwisterpaare ohne Text darbieten werden. Die Gottesdiensttermine und die Links zum Youtube-Kanal der Sendener Pfarrei finden sich auf der Homepage der Gemeinde. Auch die evangelische Petrusgemeinde in der Neu-Ulmer Innenstadt begeht Heiligabend im Freien: mit Krippenspielen und Christvespern vor der Petruskirche. Teilnehmen dürfen maximal 200 Personen.

Diözese Augsburg und Dekanat Neu-Ulm informieren über alle Termine

Auf ihren Internetseiten bieten wiederum die Diözese Augsburg (katholisch) ebenso wie das evangelische Dekanat Neu-Ulm detaillierte Informationen zu den Gottesdiensten vor Ort sowie Übertragungen in Fernsehen und Internet an. Außerdem haben sie Anregungen für Hausgottesdienste oder -gebete gesammelt – zu finden unter www.dekanat-nu.de sowie www.bistum-augsburg.de.

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