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Ulm

07.10.2019

Citybahnhof Ulm: Stadträte schlagen Alarm

Lässt die Bahn die Stadt Ulm beim Umbau des Hauptbahnhofs hängen? Dies befürchten Ulmer Stadträte.
Bild: Alexander Kaya

Die Ulmer Kommunalpolitiker befürchten, dass die Bahn die Stadt beim Projekt Citybahnhof hängen lässt.

Lässt die Deutsche Bahn die Stadt Ulm beim Projekt Citybahnhof im Regen stehen? Dies befürchten die Ulmer Fraktionen im Gemeinderat und schlagen Alarm.

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Von einer „neuen und einschneidenden Entwicklung“ ist die Rede in dem Brandbrief, der an Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) ging und – unbeabsichtigt – auch die Presse erreicht hat. Unterschrieben haben ihn Vertreter aller im Ulmer Gemeinderat vertretenen Fraktionen. Sie fordern vom Stadtoberhaupt baldmöglichst und öffentlich im Ulmer Gemeinderat Aufklärung. Die Befürchtung, die die Fraktionen hegen: dass die Deutsche Bahn – anders, als bisher verabredet – gar kein Interesse mehr daran habe, den Ulmer Hauptbahnhof nach den Randbedingungen des Projekts Citybahnhof Ulm umzugestalten. Im schlimmsten Fall, so CDU-Fraktionschef Thomas Kienle auf Nachfrage, stünde dann auch der Umbau der Eingangshalle des Ulmer Bahnhofs durch die Bahn auf der Kippe. Enttäuscht zählt er weitere Bausteine des Projekts „Citybahnhof“ auf, deren Realisierung die Bahn zunächst in Aussicht, im Nachhinein dann aber gekippt oder auf die lange Bank geschoben hat. Auch Martin Rivoir (SPD), Kienles Kollege im Gemeinderat, welcher ebenfalls zu den Unterzeichnern des Brandbriefes an den OB zählt, zeigt sich enttäuscht von solchen Aussichten.

Doch wie wahrscheinlich ist ein kompletter Rückzug der Bahn aus der bereits seit Jahren dauernden Baustelle des Ulmer Hauptbahnhofs und der Debatte darum? Offenbar sorgen sich die Fraktionen ernsthaft. Ihre Sorgen gründen auf einer Information, die sie bei der jüngsten Klausurtagung von der Verwaltung der Stadt bekommen haben wollen. „Eher beiläufig“, so steht es in dem Brief an den OB, habe die Verwaltung bei der Klausur erwähnt, dass die Bahn kein Interesse mehr daran habe, sich an der Fortentwicklung des Citybahnhofs zu beteiligen. In dieser Deutlichkeit jedoch sei dies „noch nie gegenüber dem Gemeinderat kommuniziert worden“.

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Projekt Citybahnhof: Das ärgert die Ulmer Stadträte

Was die Fraktionen ärgert: Dass die Stadt gerade die „hochwertige Passage“ zwischen den Sedelhöfen und dem Bahnhof baue, „den ersten Teil der geplanten durchgängigen und barrierefreien Verbindung am Hauptbahnhof“. Und gerade diese Weiterführung bis zu den Gleisen sei ein „Hauptargument“ für diese „damals nicht unumstrittene Lösung“ gewesen. Sollte die Bahn nun tatsächlich vom Zug abspringen, scheint diese Lösung aus Sicht der Fraktionen „dauerhaft vom Tisch zu sein“. Übrig bleiben würde dafür ein „dauerhafter Torso“ vor dem Bahnhof.

Wie es nun weitergeht? Die Fraktionen fordern von Czisch und der Verwaltung „einen umgehenden Bericht“ über die aktuelle Situation rund um den Citybahnhof. Auch die Deutsche Bahn, mit der die Stadt Ulm in Sachen Bahnhof stets versucht habe, partnerschaftlich zusammenzuarbeiten, so Thomas Kienle, soll bei der Sitzung, die öffentlich sein sollte, Präsenz zeigen und Rede und Antwort stehen.

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