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Innenstadtbelebung

10.02.2012

Citymanager soll aus Totenstille neues Leben machen

Stadt greift Einzelhändlern unter die Arme: Geld für einen Citymanager

Neu-Ulm Ein Citymanager soll dem schwächelnden Handel in der Neu-Ulmer Innenstadt auf die Beine helfen und frischen Wind in die Geschäftswelt blasen. Die Stadt Neu-Ulm unterstützt diese Bemühungen der wiederbelebten Händlerorganisation W.I.N mit einem Personalkostenzuschuss in Höhe von 90000 Euro, der verteilt auf drei Jahre ausgezahlt wird. Die Unterstützung ist nicht unumstritten: Die SPD, die FDP und Teile der Grünen sind gegen diese Subventionierung, weil sie ihnen als zu hoch erscheint und weil das Projekt zu wenig Erfolgaussichten hat. Die CSU hingegen ist euphorisch und glaubt, dass damit endlich Schwung in die Innenstadt kommt. Ohne einen hauptamtlichen Manager sei dies nicht zu schultern.

Die Debatte um Sinn oder Unsinn einer Finanzspritze für W.I.N ist schon Ende vorigen Jahres bei den Haushaltsberatungen geführt worden. Auch das Geld wurde bereitgestellt, allerdings mit einem Sperrvermerk versehen, weil die Stadträte Instrumente zur Erfolgskontrolle der Bemühungen vermisst haben.

Die liegen jetzt auf dem Tisch: So soll W.I.N einen halbjährlichen Geschäftsbericht vorlegen, aus dem alle Aktivitäten hervorgehen, mindestens eine neue Veranstaltung pro Jahr auf die Beine stellen sowie die Zahl der Mitglieder und die Beitragseinnahmen kontinuierlich steigern.

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Erfolgskriterien sind vielen zu schwammig

Diese Kriterien erschienen einem Teil der Stadträte zu schwammig. Andere wiederum bezweifelten, dass sich Erfolge in diesem Bereich überhaupt innerhalb eines so kurz befristeten Zeitraumes messen lassen, FDP-Stadtrat Dr. Alf Schömig empfand die Zuschusssumme als zu hoch und Wolfgang Moll von den Grünen sprach sich gegen jegliche Zuwendung aus, weil Einzelhändler, Gastronomen und Freiberufler dies aus eigenen Kräften schultern müssten. Die SPD meldete erhebliche Bedenken an. Fraktionschef Karl-Martin Wöhner zeigte sich ebenfalls äußerst skeptisch: „Wenn das Ganze nicht funktioniert, ist das Geld weg.“

Die wiederbelebte Einzelhändlerorganisation W.I.N ist aber nach Einschätzung von Gerold Noerenberg noch zu schwach, um einen Citymanager aus ihren Beitragseinnahmen zu finanzieren. Nicht zuletzt deshalb habe sich die Stadt zu einer Anschubfinanzierung entschlossen.

Dieses Geld sei gut angelegt, da die Auswirkungen allen Bürgern zugutekämen, wenn in der Innenstadt „stabile Einkaufsverhältnisse“ herrschen und es mehr als die jetzigen eineinhalb Lebensmittelversorger gebe. Noerenberg: „Es profitieren alle, wenn Leben herrscht, statt Totenstille.“ Und Christa Wanke (CSU) sah es als sehr wichtig an, wenn der Neu-Ulmer Handel im Konkurrenzkampf zwischen den Einkaufspolen Senden und Ulm professionelle Hilfe bekomme.

90 000 Euro als Starthilfe

Eine elfköpfige Mehrheit hielt dann auch bei acht Gegenstimmen im Haupt- und Finanzausschuss an der Bereitstellung der Zuschussmittel fest, weil sie glaubt, dass der Citymanager neuen Schwung in die Geschäftswelt der Innenstadt bringt. Sie sehen die bewilligten 90000 Euro allerdings nur als Starthilfe.

Im Jahr 2016 müsse W.I.N den Citymanager aus eigenen Mitteln finanzieren. Die Hoffnungen ruhen dabei auf dem Betreiber der Glacis-Galerie, der sich möglicherweise der Händlerorganisation anschließt und neues Geld in die Kasse bringt. Denn eines ist aus Sicht von Experten klar: „Stadtmarketing ohne Zuschuss gibt es nirgendwo.“

Mit wem die Stelle des Citymanagers besetzt wird, muss eine Ausschreibung ergeben. Ein Interessent steht schon bereit: Es gilt als sicher, dass sich der Chef des Augus-Theaters, Heinz Koch, darum bewirbt.

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