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Ulm/Berlin

04.08.2020

Corona-Demo in Berlin: Der Ulmer Anwalt Markus Haintz und der „Schießbefehl“

Der Ulmer Anwalt Markus Haintz kritisiert die Polizei.
Bild: Annette Ried/dpa

Plus Markus Haintz aus Ulm kritisiert nach der Corona-Demo in Berlin die angeblich gewalttätige Polizei. Der "Querdenker" ist in der Szene kein Unbekannter mehr.

Der Ulmer Rechtsanwalt Markus Haintz hat jetzt die Polizei scharf kritisiert: Die Tatsache, dass er in Berlin nach der aufgelösten Kundgebung gegen die Anti-Corona-Maßnahmen kurzzeitig in Gewahrsam genommen worden ist, hält er für rechtswidrig. Wie in diversen Videos vom Samstag zu sehen ist, wirft er den Ordnungshütern auch vor, gewalttätig zu sein. Wohin die Politik seiner Ansicht nach eines Tages führen wird, ist ihm auch klar, in einen „Schießbefehl“.

Haintz hält das Plakat mit dem Schießbefehl hoch

Dieser Begriff, der untrennbar verbunden ist mit den Todesschüssen an der einstigen innerdeutschen Grenze, findet sich auf einem Plakat, das Haintz bei der Kundgebung am Samstag hochhält.

Wie in einem Video der Facebook-Seite „So werden wir dumm gehalten“ zu sehen ist, steht er neben der Kundgebungsbühne auf der Straße des 17. Juni und zeigt dabei das Plakat, auf dem zu lesen steht: „Polizisten! Auch zu euch kommen Impfzwang, Organspendepflicht und zum Schluss der Schießbefehl!!“ Unter dem Video der Facebook-Seite sind als Hashtags aufgeführt: #Polizeistaat, #Diktatur, #Propaganda, #MarkusHaintz.

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Anwalt Haintz spricht bei Kundgebung von "willkürlichen Verhaftungen"

In einer Presseerklärung schildert der Anwalt noch einmal aus seiner Sicht, was sich während der Kundgebungsauflösung abgespielt hat. Mitgeschickt hat er auch ein Video, das augenscheinlich zeigt, wie er in Gewahrsam genommen wird. Kurz zuvor hatte er sich mit einem Megafon an die Demonstranten gewandt, sie gebeten, nach Hause zu gehen und von „willkürlichen Verhaftungen“ gesprochen. Anschließend wird er von mehreren Polizisten weggeführt.

In seiner Presseerklärung schreibt Haintz von „diversen Eskalationen der Polizei im Vorfeld“. Sämtlichen Beamten sei zu diesem Zeitpunkt „aufgrund von stundenlangen Verhandlungen“ absolut bewusst gewesen, dass er der Rechtsanwalt des Veranstalters gewesen sei. Dennoch sei er für diese Deeskalationsmaßnahme in Gewahrsam genommen worden. Wenig später wurde er wieder freigelassen. Die Polizei habe hinterher „den Fehler eingestanden“.

Haintz tritt auch bei anderen Corona-Demos als Redner auf

Seine Rolle bei der Kundgebung erklärt Haintz so: Er sei mandatierter Rechtsanwalt von Michael Ballweg, der die Demonstration angemeldet hatte. Mittlerweile ist der junge Jurist in der Szene der Corona-Skeptiker und Corona-Leugner längst kein Unbekannter mehr.

So trat er nicht nur in Ulm als Redner bei Demonstrationen auf, sondern auch andernorts, etwa bei der 77. „Mahnwache“ der sogenannten „Freiheitsbewegung Forchheim“. Dort sollte er am Montag vergangener Woche bei einer großen „Sonderkundgebung“ sprechen. Er wurde als „einer der führenden Köpfe“ von „Querdenken 731“ angekündigt, was diesmal nach Darstellung der Nordbayerischen Nachrichten mehr Menschen als sonst anzog. Doch Haintz sagte kurzfristig ab.

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