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Landkreis Neu-Ulm

30.12.2020

Corona-Impfung im Landkreis Neu-Ulm: Senioren wütend über Probleme bei Anmeldung

Wer einen Impftermin haben möchte, muss geduldig sein.
Bild: Ralf Lienert

Plus Lange Wartezeiten bei der Telefon-Servicenummer bringen die Anrufer in Rage. Das Landratsamt bittet um Geduld. Doch jetzt bringt ein neues Problem die Planungen durcheinander.

Die Anrufer in unserer Redaktion waren teilweise sehr aufgebracht – allerdings nicht, weil sie sich über einen Artikel beschweren wollten, nein: Die vorwiegend älteren Menschen hatten lediglich versucht, telefonisch einen Impftermin zu bekommen. Doch es wird voraussichtlich in nächster Zeit nicht besser werden.

Manche blieben nach eigenem Bekunden „den ganzen Vormittag“ in der Warteschleife hängen. Ein Mann sagte ebenso wie eine Frau ausdrücklich, sie seien wütend, ihnen platze langsam der Kragen. Einer behauptete auch, auf der anderen Donau-Seite, in Baden-Württemberg, klappe es besser. Auch im Landratsamt Neu-Ulm gingen etliche Beschwerden ein, wie Sprecherin Kerstin Weidner zugibt. Dass Probleme mit der Anmeldung auftreten, liege einfach am „Riesen-Aufkommen“, das es gerade zu Anfang gebe. Bei der telefonischen Service-Nummer sei es teilweise zu langen Wartezeiten gekommen. Sie könne einfach nur um Geduld bitten, sagte Kerstin Weidner.

Landratsamt Neu-Ulm bittet um Geduld bei den Impfterminen

Möglicherweise wird es erst mal nicht besser. In einer Mitteilung des Landratsamtes liest sich das in Bezug auf die Wartezeiten so: „Dies kann auch für die nächsten Tage nicht ausgeschlossen werden, da gerade jetzt in der Anfangszeit ein großer Andrang herrscht.“ Deshalb empfiehlt die Kreisverwaltung, die Servicenummer zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal anzurufen oder das Online-Formular zu benutzen.

Doch gerade damit tun sich ältere Menschen schwer, das sagten auch einige der Anrufer in unserer Redaktion. Ein Mann erklärte, er sei alleinstehend und habe keine Enkel oder Verwandten, die das für ihn erledigen könnten. Deshalb nütze ihm das Online-Formular nichts, er müsse halt zum Telefon greifen. Eine Frau sagte entschieden: „Nur weil ich Rentnerin bin, bin ich nicht bereit, meinen ganzen Vormittag in einer Telefon-Warteschleife zu verbringen.“ Das Landratsamt versichert: „Alle Impfinteressenten werden einen Termin bekommen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Punkte, auf die wir Einfluss nehmen können, zu verbessern.“

Impf-Teams fahren die Senioreneinrichtungen ab

Die gute Nachricht ist: Die zweite Lieferung des Impfstoffes ist im Landkreis angekommen, es kann weitergemacht werden. Am Montag konnte das Vakzin ja nicht verabreicht werden, weil nichts mehr da war. Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen die Alten- und Pflegeheime, denn dort leben auf engem Raum viele Menschen aus der sogenannten Risiko-Gruppe zusammen. Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner wurden diese Woche geimpft. Das Landratsamt geht davon aus, dass mobile Teams in den nächsten drei Wochen sämtliche Senioreneinrichtungen für die erste Immunisierungsrunde besuchen. Nach wiederum drei Wochen kommen die Teams erneut, um die notwendige zweite Spritze zu setzen.

In dieser Woche bekommt auch das Klinikpersonal seinen Stich in den Arm, denn es gehört zur Prioritätengruppe eins. Dazu zählen etwa Beschäftigte auf den Intensivstationen und in der Notaufnahme.

In der kommenden Woche gehen neben Weißenhorn voraussichtlich auch die Impfzentren in Neu-Ulm und Illertissen in Betrieb. Dabei schränkt das Landratsamt vorsichtshalber ein: „Die aktuellen Planungen beruhen auf den Informationen, die uns momentan vorliegen. Dabei sind wir auf die Lieferungen des Impfstoffes angewiesen.“ Den teilt die Regierung von Schwaben zu, die ihrerseits nur das abgeben kann, was sie selber bekommt. Dabei könne es immer mal wieder zu „Verschiebungen der angekündigten Lieferungen kommen“. Für Verwirrung hatte am Freitagnachmittag zunächst die Meldung gesorgt, Bayern werde nächste Woche keinen Impfstoff bekommen. Das wurde inzwischen revidiert, der Freistaat erhält am 8. Januar seine Zuteilung. Die nächste soll es dafür erst wieder am 18. geben.

Zwei neue Impfzentren gehen in Betrieb

Ab dem 4. Januar können sich Landkreisbürger auf dem Betriebsgelände der Firma Nuvisan in Neu-Ulm (Wegenerstraße 13) und ab dem 7. Januar im Gesundheitszentrum Illertissen (ehemalige Illertalklinik, Krankenhausstraße 7) impfen lassen. Allerdings tritt nun ein Problem auf: Wie am Freitagnachmittag gemeldet wird, soll Bayern in der ersten Januarwoche keinen Impfstoff bekommen. Das Landratsamt hatte bis Redaktionsschluss noch keine offizielle Bestätigung. Aber: V

Termine für die Impfungen in den drei Kreis-Zentren können künftig online über das Portal https://portal.huber-health-care.com/ oder telefonisch unter 0731/70405060 vereinbart werden (Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 17 Uhr). Die Terminvergabe für Neu-Ulm und Illertissen könne voraussichtlich am Wochenende freigeschaltet werden. (mit dpa)

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