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Vöhringen

23.03.2020

Corona: In Venaria Reale und Vizille herrscht Ausnahmezustand

Anwohner in Italien stehen an Fenstern, und applaudieren während eines Flashmobs gegen Einsamkeit. Der Flashmob ist Teil eines digitalen Aufrufs an die Menschen in Italien, während der Isolation angesichts des Coronavirus auf ihre Balkons zu kommen, dort Musik zu machen und Kontakt zueinander aufzunehmen.
Bild: Mauro Scrobogna/LaPresse/dpa

Vöhringens Partnerstädte in Italien und Frankreich leiden besonders unter der Ausbreitung.

Das Corona Virus legt Europa lahm. Einige Länder sind hart betroffen, andere weniger. In Italien ist die Lage besonders prekär. Das neuartige Virus macht vor allem den Menschen im Norden des Landes zu schaffen. Dort liegt im Piemont die Partnerstadt von Vöhringen Venaria Reale, eine Stadt mit rund 34.500 Einwohnern. Auch Vizille, eine Gemeinde mit einer Bevölkerung von rund 7.470 Personen in Frankreich, unterhält enge Bindungen zu Vöhringen. Bürgermeister Karl Janson sagte auf Anfrage, konkrete Zahlen aus beiden Städten liegen ihm noch nicht vor. „Aber das öffentliche und gesellschaftliche Leben ist nicht unerheblich tangiert. Wir alle hoffen, dass diese aggressive und gefährlich dynamische Entwicklung bald zu Ende geht. Aber in beiden Städten zeigt sich, dass trotz einschränkender Maßnahmen ein signifikanter Anteil der Bevölkerung die hohe Gefährdung unterschätzt und nicht wahrhaben will.“

„Mit klarem Kopf und Mut geht Italien gegen das Virus vor“

„Mit klarem Kopf und Mut geht Italien gegen das Virus vor“, sagte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das entschlossene Handeln der Regierung in Rom gelobt. Es werden exakte Anweisungen erteilt, wie sich die Bürger zu verhalten haben. Da die Lage im Norden Italiens in der Lombardei besonders angespannt ist, fürchten die Italiener im Süden des Landes eine Flut vor Corona-Flüchtlingen, die sich vom Norden aus auf den Weg in südliche Regionen machen, heißt es in einer Mitteilung der Regierung in Rom. Und die Norditaliener fühlen sich durch die komplette Abriegelung ihrer Region isoliert. Die Maßnahmen, von denen die Menschen im Norden Italiens betroffen sind, gelten seit Neuestem jedoch für das gesamte Staatsgebiet – von den Alpen bis nach Sizilien.

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Die Regierung hat Verbote erlassen, die bis in den persönlichen Bereich hinein reichen. Einkaufen gehen darf nur ein Mitglied der Familie. Das gilt auch für Gänge in die Apotheke. In Gruppen zusammenstehen, ist strafbar. Umarmungen und Händedruck müssen – wie auch in Deutschland – vermieden werden. Wenn Menschen sich begegnen, müssen sie einen Abstand von einem Meter einhalten. Wichtig ist neben der persönlichen Hygiene, wie das regelmäßige und gründliche Händewaschen, auch auf die Sauberkeit von Oberflächen zu achten. Selbst auf Edelstahl-Elementen wie in Küchen halten sich Viren nachweislich besonders lange. Zum Teil gelten diese Anleitungen zur ausgiebigen Hygiene für alle betroffenen Gebiete – also auch hier in Deutschland. Und nicht zuletzt: Hamsterkäufe sind unsolidarisch und unnötig, heißt es vonseiten der Metropolitanstadt Turin, in deren Einzugsgebiet Venaria Reale liegt.

Die Stadt Grenoble – in unmittelbarer Nähe von Vizille – hat die Aktion „Nachbarn“ ins Leben gerufen. Man wolle gemeinsam gegen das Virus vorgehen und Nachbarn durch die Krise helfen, vor allem wenn es sich um ältere und kränkliche Menschen handelt. Man soll Hilfe anbieten und auch um sie bitten.

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