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Ulm

13.07.2020

Corona-Kinderstudie geht weiter: Jetzt stehen Antikörper im Fokus

In Teil B der Corona-Kinderstudie werden Abstriche und Blutproben von mehr als 260 Teilnehmern aus 70 Familien untersucht.

Die Wissenschaftler wollen mehr über die Virusabwehr erfahren. Auch ein Eiweiß im Blut spielt eine wichtige Rolle. Der erste Teil der Studie aus Ulm hatte große Auswirkungen.

Seit dem heutigen Montag läuft an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm Teil B der baden-württembergischen Corona-Kinderstudie. Dabei wird untersucht, ob und wie viele Kinder und Jugendliche im Vergleich zu ihren Eltern beziehungsweise zu Erwachsenen aus demselben Haushalt Antikörper gegen das Virus gebildet haben und wie sich die Immunreaktion gegen Sars-CoV-2 darstellt. Es handelt sich um das Anschlussprojekt der im April und Mai durchgeführte Studie, die ausschlaggebend für die Wiederöffnung von Grundschulen und Kitas n in Baden-Württemberg war. Neben der Uniklinik Ulm beteiligen sich auch diesmal die drei Uniklinika in Tübingen, Freiburg und Heidelberg an der Studie.

„Kinder erkranken seltener und in der Regel leichter an Covid-19. In diesem Teil der Studie möchten wir herausfinden, wie Kinder und Jugendliche im Unterschied zu Erwachsenen auf das Coronavirus reagieren“, erklärt Professor Dr. Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Ulmer Kinderklinik. „Hierzu untersuchen wir, ob und welche Antikörper die Probanden gegen das Virus gebildet haben. Diese geben wiederum Aufschluss darüber, ob sich die Familienmitglieder mit dem Virus infiziert haben oder nicht und wir untersuchen das Immunsystem im Hinblick auf die Virusabwehr“, fährt er fort. Neben der Untersuchung von Antikörpern und Immunantwort wird ermittelt, in welcher Konzentration ACE2 im Blut der Studienteilnehmer vorhanden ist. Die Wissenschaftler wollen so untersuchen, ob dieses Eiweiß in Zusammenhang mit dem Infektionsrisiko und dem Schweregrad der Erkrankung steht. Aus internationale Untersuchungen geht hervor, dass das Coronavirus über die ACE2-Rezeptoren in menschliche Zellen eindringt – nicht nur in der Lunge, sondern auch in den Darm oder die Nieren.

Coronavirus: Kinderstudie an Kinderklinik Ulm

An der aktuellen Studie nehmen Familien mit Kindern und Jugendlichen im Alter von null bis siebzehn Jahren teil, bei denen es mindestens eine nachgewiesene Coronavirus Erkrankung gab. Die Mitarbeiter der Kinderklinik entnehmen allen Mitgliedern des jeweiligen Haushaltes einen Rachenabstrich sowie eine Blutprobe. Es konnten bereits mehr 260 Teilnehmer aus 70 Familien für die Studie gewonnen werden, sodass aktuell keine weiteren Probanden gesucht werden. Die Untersuchungen sind umfangreich, mit ersten Ergebnissen ist laut Uniklinikum in drei bis vier Monaten zu rechnen.

Die Ergebnisse von Teil A der Kinderstudie zeigten, dass Kinder sich seltener mit dem Coronavirus infizieren als ihre Eltern. Rund 2500 Kinder im Alter von einem bis zehn Jahren und je ein Elternteil wurden damals auf aktuelle oder bereits überstandene Sars-CoV-2-Infektionen untersucht. Auf der Grundlage der wichtigsten Ergebnisse wurden im Juni Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg wieder geöffnet. Die Gesamtergebnisse werden derzeit zusammengestellt und zur wissenschaftlichen Veröffentlichung vorgelegt. (az)

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