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Ulm/Neu-Ulm

16.12.2020

Corona-Krise: So soll der Tourismus in Ulm und Neu-Ulm wieder in Schwung kommen

Die städtische Touristikgesellschaft UNT will nächstes Jahr neue Angebote starten, unter anderem für Fahrradfahrer.
Bild: Alexander Kaya

Plus Die städtische Tochtergesellschaft UNT leidet unter der Corona-Krise. Doch für 2021 gibt es neue Ideen und Angebote in Ulm und Neu-Ulm.

Vom zwischenzeitlichen Wiederaufschwung ist nicht viel geblieben: Die städtische Tochtergesellschaft Ulm/ Neu-Ulm Touristik (UNT) bekommt die Folgen der Corona-Krise deutlich zu spüren. „Wir mussten im Dezember Kredit aufnehmen, um Löhne und Gehälter bezahlen zu können“, berichtete Geschäftsführer Wolfgang Dieterich im Neu-Ulmer Finanzausschuss. Die Umsätze sind erheblich zurückgegangen. Die UNT hofft auf eine Erholung im nächsten Jahr – und hat für 2021 schon einige Ideen.

Wandern, Spazieren und Stand-Up-Paddling sollen in der Doppelstadt ausgebaut werden

„Wir werden das Thema Fahrradtourismus ausbauen“, erläuterte Dieterich auf Nachfrage von Reinhard Junginger ( CSU). „Da läuft einiges.“ Neu sei beispielsweise ein Jakobus-Pilgerradweg über Oberelchingen. Außerdem würden die Themen Wandern, Spazieren und Freizeit verstärkt angegangen. Etwa über Angebote für Stand-Up-Paddling oder mit dem städteübergreifenden Festungsweg. Das städtische Tochterunternehmen will zudem versuchen, Gäste rundum zu betreuen und somit durch Service bei Urlaubern und Ausflüglern punkten. Ein weiterer wichtiger Punkt sei das Thema Barrierefreiheit, nach dem Motto „Tourismus für alle“. „Da werden wir mit dem Stadthaus anfangen, als erste Institution, die zertifiziert wird“, sagte Dieterich. Seiner Ansicht nach wäre das auch für das Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm interessant.

Was für Fahrradfahrer in Ulm und Neu-Ulm getan werden soll

Eva Treu (JU) fragte, was im Bereich Fahrrad konkret in der Doppelstadt getan werden könnte. Benötigt würden Ladestationen für E-Bikes und mehr Abstellmöglichkeiten auch für hochwertige Räder mit Satteltaschen, ähnlich wie das „Radhaus“ neben der Ulmer Stadtbibliothek, sagte der UNT-Geschäftsführer. „Die Wegweisung könnte besser sein. Auch im Radwegebau gibt es Nachholbedarf.“

Der Wohnmobilstellplatz beim Donaubad in Neu-Ulm wird sehr gut angenommen

Rudolf Erne (SPD) wollte wissen, wie der neue Wohnmobilstellplatz läuft. Das Angebot werde sehr gut angenommen, erläuterte Dieterich. Die 49 Stellplätze hätten teilweise nicht ausgereicht. „Meines Erachtens müsste der Platz bald erweitert werden“, sagte der UNT-Chef. Roland Prießnitz (FWG) stellte in den Raum, ob eine Zimmervermittlung durch die UNT überhaupt noch sinnvoll sei, oder ob man dies nicht gleich großen Portalen wie „Booking.com“ überlassen solle: „Ist das Geschäftsmodell noch zukunftsfähig?“ – „Hotels zahlen lieber an uns als an ein Portal wie Booking.com“, erwiderte Wolfgang Dieterich. Auch die gute alte Touristinfo mit Menschen aus Fleisch und Blut sei nach wie vor gefragt. Er verwies außerdem darauf, dass die UNT mit ihrer Arbeit seit vielen Jahren Wirtschaftsförderung in der Region betreibe: „Das ist eine Querschnittsaufgabe.“

Für 2021 rechnet die Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH mit deutlich weniger Umsatz

Die Corona-Krise schlägt sich jedoch in den Zahlen nieder: Für 2020 rechnet Dieterich mit einem Rückgang von 50 bis 60 Prozent, „nicht nur bei den Übernachtungszahlen, auch beim Umsatz“. Bis Ostern habe die UNT für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet, da es momentan viel zu wenig zu tun gebe schließlich seien keine Stadtführungen möglich und keine Gäste da. Im Wirtschaftsplan 2021 werden geringere Umsatzerlöse in Höhe von 400.000 Euro eingeplant, 237.000 Euro weniger als im Vorjahr. Unterm Strich ist somit ein Defizit von 1,25 Millionen Euro zu erwarten. Davon zahlt die Stadt Neu-Ulm ein Viertel, den Rest muss die Stadt Ulm übernehmen. Wolfgang Dieterich stellt sich auf eine längere Durststrecke ein: „Wir rechnen erst ab dem zweiten Halbjahr 2021 mit einer leichten Erholung.“

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