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Landkreis Neu-Ulm

13.03.2020

Corona-Krise im Landkreis Neu-Ulm: „So langsam kippt die Stimmung“

Die Zahl der Infektionsfälle im Kreis Neu-Ulm ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Die Zahl der Infizierten im Landkreis Neu-Ulm steigt weiter. Ein Patient befindet sich auf der Intensivstation.

Vergangene Woche hatten die Menschen noch „relativ vernünftig“ auf die Corona-Epidemie reagiert, so empfand es zumindest Dr. Peter Czermak, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Mittelschwaben. Doch nun stellt sich die Situation für ihn schlechter dar. Jetzt sagt er: „Die Stimmung fängt so langsam an zu kippen“, diagnostiziert der Vertreter von 1360 Medizinern in den Kreisen Neu-Ulm und Günzburg. Mittlerweile beginnen die Menschen „langsam panisch zu werden“.

Großer Andrang in den Arztpraxen im Landkreis Neu-Ulm

Entsprechend groß ist der Andrang in den Praxen, entsprechend stark sind die Ärztinnen und Ärzte belastet. Zumal die Infektionsrate im Landkreis Neu-Ulm steigt. Am Freitag zählte das Gesundheitsamt acht Infizierte, zwei von ihnen liegen im Krankenhaus, einer in Neu-Ulm und einer in Weißenhorn. Dem Mann, der auf der Weißenhorner Intensivstation behandelt wird, gehe es „den Umständen entsprechend schlecht“, erklärte Stiftungsdirektor Marc Engelhard. Das Alter des Infizierten gibt er mit „weit über 70“ an.

Zahl der Verdachtsfälle im Landkreis ist auf über 100 gestiegen

Damit ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle in den vergangenen Tagen spürbar angestiegen, auch die Menge der reinen Verdachtsfälle hat einen deutlichen Satz nach oben gemacht. Nach den Worten von Dr. Martin Küfer, Leiter des Gesundheitsamtes, hat sie sich verdoppelt auf über 100 Personen, die Kontakt mit einem infizierten Menschen hatten.

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Seit Donnerstag gelten im Landkreis Besuchsverbote für Krankenhäuser und Pflegeheime

Vor dem Hintergrund einer weiteren Ausbreitung der Seuche hatte das Landratsamt bereits am Donnerstag Besuchsverbote für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen erlassen. Angehörige dürfen nicht mehr rein, „um das Klinikpersonal und die anderen Patienten bestmöglich zu schützen“, wie es Engelhard sagte. Allerdings scheint es vielen schwerzufallen, diese Zugangssperre zu akzeptieren. Der Erlass stoße „teilweise auf Unverständnis bei den Angehörigen“. Die Kreiskliniken versuchen, sich noch besser auf weitere schwerere Fälle vorzubereiten und haben zusätzliche Beatmungsmaschinen bestellt.Insgesamt stehen 14 Intensivbetten zur Verfügung.

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