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Ulm/Neu-Ulm

19.10.2020

Corona: Sperrstunde in Neu-Ulm, aber nicht in Ulm

Die verschärfte Maskenpflicht in Risikogebieten wird von einer großen Mehrheit unterstützt.
Bild: Arne Dedert/dpa

Plus Die Verordnungen sorgen weiter für Diskussionen in Ulm und Neu-Ulm sowie eine Protestaktion.

Keine Erleichterung ist in Sicht: der Landkreis Neu-Ulm liegt weiter über der Sieben-Tage-Inzidenz von 35 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Damit gilt auch am Dienstag im Landkreis Neu-Ulm die Warnstufe Gelb. Seit Samstag gelten wie berichtet bayernweit einheitliche Regelungen beim Überschreiten dieses Werts.

Mal wieder unterscheiden sich die Regelungen in Ulm und Neu-Ulm: Während in Bayern die Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle in der Zeit von 23 Uhr bis 6 Uhr untersagt ist, gibt es auf baden-württembergischer Seite keine explizite Sperrstunde. Ansonsten sind die Regelungen in Ulm und Neu-Ulm weitgehend gleich: Private Kontakte im öffentlichen Raum und im privaten Raum etwa, sind auf Angehörige von zwei Hausständen oder maximal zehn Personen beschränkt.

"Klardenken" protestiert gegen Masken im Unterricht

Die Maskenpflicht – auch im Unterricht – passt nicht jedem: Die Gruppe „Klardenken Schwaben“ kündigte etwa eine Protestaktion vor dem Landratsamt in Neu-Ulm an. Die Niederlegung von Plüschtieren sollte auf eine „physische und psychische Schädigung unserer Kinder“ durch die Corona-Maßnahmen aufmerksam machen.

Durch die rasant steigenden Zahlen der Covid19-Infektionen hat sich der Arbeitsaufwand in den Gesundheitsämtern bundesweit stark erhöht. Um die Kontaktpersonennachverfolgung und die frühzeitige Unterbrechung von Infektionsketten im Alb-Donau-Kreis und im Stadtkreis Ulm sicherzustellen, hat der Erste Landesbeamte Markus Möller am Montag einen Antrag auf Hilfeleistung durch die Bundeswehr für das Gebiet des Alb-Donau-Kreises und die Stadt Ulm gestellt.

Quarantäne in Ulm und Neu-Ulm

Allein in der Stadt Ulm stehen, Stand 19. Oktober, 499 Personen unter Quarantäne nach dem Bundesinfektionsschutzgesetz: 55, weil sie mit dem Virus infiziert sind, 444, weil sie als Kontaktperson ersten Grades eingestuft wurden.

Neu in Quarantäne befinden sich zwei Klassen einer Schule in Neu-Ulm aufgrund eines bestätigten Falls. Für zwei Schulklassen aus Neu-Ulm endete die Quarantäne wieder. Damit befinden sich laut Angaben des Landratsamts aktuell acht Schulklassen und eine gesamte Jahrgangsstufe (Neu-Ulm, Senden und Weißenhorn) sowie zwei Kindergartengruppen aus Nersingen-Oberfahlheim in Quarantäne.

In Ulm werden nach Angaben der Stadtverwaltung Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes die derzeit in Quarantäne befindlichen Personen zuhause aufsuchen oder sie telefonisch kontaktieren. Ziel der Schwerpunktaktion ist es laut Sozialministerium, die Bevölkerung zu sensibilisieren, die Quarantäneanordnung ernst zu nehmen und zu beachten. Gleichzeitig wolle man deutlich machen, dass ein Verstoß gegen diese Anordnung bußgeld-bewehrt ist und schlimmstenfalls sogar eine Strafanzeige nach sich ziehen kann.

Sollte der Landkreis Neu-Ulm die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern überschreiten, wird er dann in der Liste mit der Sieben-Tage-Inzidenz ab 50 geführt. Dann gelten die Regelungen der Stufe Rot automatisch ab dem folgenden Tag, an dem der Landkreis Neu-Ulm das erste Mal in dieser Liste genannt wurde.

Landratsamt Neu-Ulm veröffentlicht keine Zahlen mehr

Nachdem das Ministerium zentral bekannt gibt, welche Warnstufen in welchem Landkreis gelten und dabei auf die Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit/Robert Koch-Instituts zurückgreift, kündigte das Landratsamt Neu-Ulm am Montag an, selbst keine aktuellen Zahlen zum Coronavirus mehr veröffentlichen. Laut Aussage des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit werden die Zahlen in der Regel gegen 14 Uhr aktualisiert und geben den Stand um 8 Uhr des gleichen Tages an. (az/heo)

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