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Landkreis Neu-Ulm

20.12.2020

Corona: Welche Impfstrategie plant der Landkreis Neu-Ulm?

Das ist der Stoff, auf den die Welt hofft: Der Impfstoff der Firmen Pfizer und Biontech ist in manchen Ländern schon im Einsatz. Wann beginnen die Impfungen in Neu-Ulm?
Bild: Ariel Schalit, AP, dpa

Plus Zwei Neu-Ulmer Kreisräte äußern Kritik an der Impfstrategie Kommen Ulmer schneller zum Zug als Menschen aus dem Kreis Neu-Ulm? Das Landratsamt bezieht Stellung.

Es ist die Frage dieser Tage: Wann wird wer geimpft? Wie schnell kommt der Landkreis Neu-Ulm zum Zug? Und plant die Stadt Ulm schneller, umfassender, besser? Dazu hatten Jürgen Bischof und Wolfgang Schrapp, von der Kreistagsfraktion der Freien Wähler, zuletzt eine Modellkalkulation aufgestellt. Nach dieser Rechnung wäre eine weite Durchimpfung der Bevölkerung im Landkreis Neu-Ulm erst Ende 2022 erreichbar. Jetzt bezieht das Landratsamt Neu-Ulm Stellung zur Kritik.

Die Impfstrategie des Landkreises Neu-Ulm steht in der Kritik

Die Kreisräte hatten in einer E-Mail an Landrat Thorsten Freudenberger ( CSU) den Neu-Ulmer Plan mit den angestrebten Zahlen für das Impfzentrum auf dem Ulmer Messegelände verglichen. Dort sollen bald 10500 Impfungen pro Woche möglich sein. Um zwei Drittel der 125000 Einwohner von Ulm jeweils – wie vorgesehen – zweimal zu impfen, bräuchte es also 16 Wochen. Dies würde bedeuten, dass die Durchimpfung im Kreis Neu-Ulm sechsmal so lange dauern könnte wie in Ulm. Dies sei „vollkommen inakzeptabel“, kritisierten die Kreisräte.

In einer Mitteilung des Landratsamts äußert sich nun die persönliche Referentin des Landrats, Annette Kölle: „Bei der Errichtung von Impfzentren handelt es sich um eine staatliche Aufgabe. Die Vorgaben sind seitens des Freistaats Bayern klar definiert und berücksichtigen dessen Impfstrategie, die wiederum Teil einer bundesweiten Vorgehensweise ist.“ In der Pandemiebewältigung gebe es deshalb verschiedene Ansätze, je nach Bundesland. „Dies ist Ausdruck unseres Föderalismus.“

Landratsamt Neu-Ulm erklärt den Plan für die Corona-Impfungen

Das Landratsamt verweist auf die Hauptaufgabe der Kreisverwaltung: die Organisation und der Betrieb der Impfzentren „nach klaren bayerischen Vorgaben“. – „Darum kümmern wir uns unter Hochdruck.“

Das Landratsamt will Bayerns Strategie nicht mit anderen Bundesländern vergleichen. „Wir sind uns aber sicher, dass der Freistaat, wie jedes andere Bundesland auch, dafür Sorge tragen wird, dass unsere Bevölkerung die gewünschten Impfungen schnellstmöglich erhält, sodass regionale Unterschiede nicht zu befürchten sind.“ Vieles aber scheint in den Plänen des Landratsamts, Stand Samstag, noch unklar: Die Zahl der Impfwilligen sei ebenso unbekannt wie „der genaue Umfang und die Verfügbarkeit der Impfstoffe“. Da gebe es Ankündigungen, aber noch keine verbindlichen Hinweise.

Lesen Sie auch: Anmeldung, Ablauf, Termin: Alles zu den Corona-Impfzentren im Landkreis Neu-Ulm

Drei Corona-Impzentren gibt es im Landkreis Neu-Ulm

„Weiterhin kann derzeit niemand genau wissen, wann Impfungen für die breite Bevölkerung über die niedergelassenen Ärzte erfolgen können und somit die Impfzentren ergänzen“, erklärt Kölle. Ein wichtiger Faktor sei auch die gerechte Verteilung des Impfstoffes – sie soll sich an der Bevölkerungszahl orientieren. „Auch dies schließt aus, dass einzelne Gebietskörperschaften mehr oder weniger impfen als andere.“ In drei Impfzentren werden sich Bewohner des Landkreises Neu-Ulm künftig gegen das Coronavirus impfen lassen können: in Weißenhorn, Neu-Ulm und Illertissen. Länger als 15 Minuten solle die Anfahrt zur Impfung für Bürger nicht dauern müssen, betont Freudenberger. (az/veli)

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