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Landkreis Neu-Ulm/Ulm

02.05.2020

Corona erschüttert den Arbeitsmarkt in der Region

Im Landkreis Neu-Ulm ist die Arbeitslosenquote im April deutlich angestiegen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Im Landkreis Neu-Ulm gibt es im April deutlich mehr Arbeitslose, ebenso im Unterallgäu und Ulmer Stadtgebiet. Ulms OB Gunter Czisch richtet eine dringende Bitte an Unternehmen.

Aufgrund der Corona-Krise ist die Arbeitslosigkeit in der Region stark gestiegen. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Neu-Ulm lag zum Stichtag bei 3,2 Prozent – und damit 0,7 Prozentpunkte üpber dem Wert des Vormonats. „Die Corona-Pandemie mit all ihren negativen Auswirkungen auf weite Teile der Wirtschaft hinterlässt deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt und bildet sich jetzt auch in den Arbeitslosenzahlen ab“, so Richard Pauk, Leiter der zuständigen Agentur für Arbeit Donauwörth. „Zu Ende März hatten wir diesbezüglich noch keine aussagekräftigen Daten, da der statistische Stichtag vor den angeordneten Schutzmaßnahmen lag. Dies hat sich jetzt geändert.“ Von der üblichen Frühjahrsbelebung sei in diesem Jahr nichts zu spüren.

Im Monat April haben sich im Landkreis Neu-Ulm 1284 Menschen neu arbeitslos gemeldet, 694 davon kamen aus einer Gewerbetätigkeit. Bis zum Anfang der Woche haben im Landkreis 1358 Betriebe für 21621 Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet. Es gehen auch weiterhin Anzeigen ein, die Kurve flache aber deutlich ab. Die Anzeigen kommen aus nahezug allen Branchen, Schwerpunkt seien Gastronomie, Metallverarbeitung und der Einzelhandel. Die Corona-Krise führe zudem zu einer sinkenden Nachfrage an Arbeitskräften, so wurden im April nur 180 neue Arbeitsstellen gemeldet – 57 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr.

Arbeitslosenquote im Landkreis Neu-Ulm und in Ulm deutlich gestiegen

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm waren im April waren 9297 Menschen arbeitslos, die Quote sprang von 2,6 auf 3,1 Prozent. Im Stadtgebiet Ulm waren im April 2981 Menschen arbeitslos. Somit stieg die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 503 Personen, die Quote sprang um 0,7 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Im März und April zeigten im Stadtkreis Ulm 1533 Betriebe für 25567 Beschäftigte Kurzarbeit an. Die Corona-Krise habe den hiesigen Arbeitsmarkt mit gehöriger Wucht getroffen, aber das Instrument Kurzarbeit greife.

In einer Stellungnahme sprach Ulms OB Gunter Czisch von einer „Vollbremsung“ der hiesigen Wirtschaft. Dennoch zeige sich jetzt auch, dass Ulm mit seiner „robusten und diversifizierten Wirtschaftsstruktur“ und einem „Höchststand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten“ die Krise bisher noch relativ gut wegstecke. Viele Unternehmen hätten aus den Erfahrungen der Bankenkrise 2009 gelernt und reagierten jetzt strategisch klug und besonnen. „Das wird sich möglicherweise aber ändern, wenn der Zustand der Unsicherheit zu lange anhält.“ Czisch lobte die Sozialpartner in der Region für ihr „überlegtes und verantwortungsvolles Handeln“. An Unternehmen richtete er die dringende Bitte, Fachkräfte nach Möglichkeit zu halten und erinnerte daran, dass man sich noch vor wenigen Monaten in der Diskussion um fehlende Fachkräfte befunden habe. Kurzarbeit sei ein probates Mittel, das nicht nur die Arbeitslosenzahl niedrig halte, sondern auch den Neustart erleichtern werde.

Auch im Unterallgäu nahm die Zahl der Arbeitslosen zu

Nach Angaben der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen hatten im April 2052 Unterallgäuer keinen Job. 282 von ihnen waren jünger als 25 Jahre, 552 Menschen bezogen Arbeitslosengeld II. „Eine stark gedrosselte Produktionsauslastung in vielen Betrieben, Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Hotels und Gastronomiebetriebe sowie Einkaufsmeilen belasteten den Arbeitsmarkt in einem seit Jahren nicht gekannten Ausmaß“, heißt es in der Pressemitteilung der Agentur. Bedingt durch die Corona-Pandemie haben demnach im gesamten bayerischen Teil des Allgäus bis Ende April 6954 Unternehmen für mehrere Zehntausend Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt. 1049 Firmen waren es im Unterallgäu.

„Arbeitnehmer und Betriebe stehen vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Wir wollen alle Betroffenen in dieser besonderen Situation unterstützen und durch die Zahlung von Kurzarbeitergeld Entlassungen von Beschäftigten möglichst vermeiden“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Bis Ende April hat nahezu jeder dritte Betrieb, der in der Region mindestens einen Mitarbeiter sozialversicherungspflichtig beschäftigt, Kurzarbeit angezeigt. In dieser schwierigen Zeit setzen wir alles daran, Leistungen zum Lebensunterhalt so zügig wie möglich auszuzahlen“, fügt Amtmann hinzu. (az)

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