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Ulm

29.01.2021

Coronavirus: Fälle von Mutation auf Großbaustelle im Ulmer Donautal

Bei zwei Firmen im Donautal sind Arbeiter mit einer Coronavirus-Variante infiziert.
Foto: Alexander Kaya

Bei drei Arbeitern von zwei Firmen wird eine Infektion mit einer besonders ansteckenden Virus-Variante gefunden. Fast 1000 Tests laufen gleichzeitig.

Auf einer Großbaustelle im Ulmer Industriegebiet Donautal und bei einem ebenfalls dort ansässigen Unternehmen haben sich insgesamt drei Arbeiter mit einer Mutation des Coronavirus infiziert. Das meldet das zuständige Gesundheitsamt des Alb-Donau-Kreises.

Nach Angaben einer Sprecherin weisen die Befunde die neuartige Mutation an der Stelle N501Y nach, welche die Übertragbarkeit des Virus deutlich erhöht. Dabei handelt es sich dabei um eine Variante, die denen ähnelt, die in Brasilien, Südafrika und Großbritannien entdeckt worden sind. Insgesamt sind bis Freitagnachmittag fünf solcher Fälle im Alb-Donau-Kreis bekannt geworden. Sie betreffen vier Orte.

Coronavirus: Großbaustelle und Unternehmen im Ulmer Donautal betroffen

Aufgrund der erhöhten Infektiosität der Virus-Varianten haben am Freitag umfassende Testungen begonnen, meldet die Behörde weiter. Da einer der Infizierten auf einer Großbaustelle im Ulmer Donautal tätig war, seien mehrere hundert weitere Arbeiter betroffen. Erschwerend komme hinzu, dass ein Teil von ihnen in beengten Verhältnissen in Sammelunterkünften lebe - unter anderem in Ulm, Blaubeuren und Oberdischingen. Der Infizierte selbst soll unter beengten räumlichen Bedingungen in einer Sammelunterkunft in Schelklingen leben.

Die Kontaktpersonennachverfolgung und Isolierung laufe mit Hochdruck. Es ist aber damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Kontaktpersonen weiter erhöht und dass noch weitere Menschen infiziert sind.

Erste Tests aus der Sammelunterkunft und ihrer Umgebung zeigen nach Behördenangaben, dass es dort zu weiteren Infektionen gekommen ist. Ob es sich dabei ebenfalls um Ansteckungen mit Virus-Varianten handle, sei derzeit unklar. Die Ergebnisse der Mutationsanalysen stünden noch aus.

Coronavirus-Infektionen im Donautal: Fast 1000 Tests gleichzeitig

Zwei andere Infizierte sind nach Angaben des zuständigen Gesundheitsamts bei einem weiteren im Industriegebiet Donautal angesiedelten Unternehmens beschäftigt. Die Betroffenen leben demnach in Allmendingen und Blaustein und befinden sich dort in häuslicher Isolierung. Derzeit gebe es keine Erkenntnisse für einen Zusammenhang mit dem Ausbruch in der Schelklinger Sammelunterkunft, so die Sprecherin.

Insgesamt seien fast 1000 Personen gleichzeitig getestet worden, berichtete ein Sprecher des Gesundheitsamtes während einer Lagebesprechung: "Ausbrüche von dieser Größe und Komplexität fordern unser Gesundheitsamt maximal", sagte er.

Bei den anderen beiden Fällen handelt es sich der Behörde zufolge – nach heutigem Kenntnisstand – um kleinere Infektionsgeschehen mit einer verhältnismäßig geringen Anzahl an Betroffenen. Zudem wurden dem Gesundheitsamt heute Kontaktpersonen von Virus-Varianten-Ausbrüchen aus anderen Landkreisen gemeldet, darunter auch ein Internatsschüler des Kollegs St. Blasien. Am Mittwoch, 27. Januar, war der erste Fall einer Coronavirus-Variante im Alb-Donau-Kreis bekannt geworden.

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