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Neu-Ulm

15.01.2020

DAV: Die Kletterhallen-Kooperation ist Geschichte

Geschäftsführer Moritz Kaltenbacher (links) und Vorsitzender Dieter Danks in der Kletterhalle Sparkassendome der DAV-Sektion Neu-Ulm.
Bild: Alexander Kaya

Plus Die Kooperation rund um den Sparkassendome gibt es nicht mehr. Ganz zu Ende ist die Zusammenarbeit der Alpenvereins-Sektionen aus Neu-Ulm und Ulm aber nicht.

Eine der zentralen Botschaften steht auf einem laminierten Blatt, das an eine Säule im Eingangsbereich der Neu-Ulmer Kletterhalle geklebt ist: „Für unsere Neu-Ulmer Mitglieder, bezüglich der Nutzung unserer Sektionseinrichtung, ändert sich gar nichts!“ Und doch ist einiges anders. Die alte Partnerschaft zwischen den drei Alpenvereins-Sektionen in Ulm und Neu-Ulm gibt es nicht mehr. Dafür gibt es neue Ansätze: Vor allem die Jugend soll nicht darunter leiden, dass etwas zerbrochen ist.

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Seit 1. Januar ist die rund acht Jahre andauernde Kooperation zwischen der Sektion Neu-Ulm und den Sektionen Ulm und SSV Ulm 1846 beendet. Die drei Vereine, alle Teil des Deutschen Alpenvereins (DAV), hatten eine Vereinbarung zur Finanzierung des Sparkassendomes geschlossen. So heißt die Kletterhalle, die dem DAV Neu-Ulm gehört, mit rund 9000 Mitgliedern größter Verein der Stadt.

Kooperation zwischen dem DAV Neu-Ulm und den Sektionen aus Ulm ist zu Ende

Die beiden Ulmer Sektionen zahlten Entgelte, die unter anderem anhand der Mitgliederzahlen berechnet wurden – die Formel dafür hatte die Münchner DAV-Zentrale vorgeschlagen. Im Gegenzug durften alle Ulmer Mitglieder die Kletterhalle zu vergünstigt nutzen. Das gleiche galt umgekehrt: Neu-Ulmer Mitglieder kamen in den Genuss der Ulmer Vorzüge. Wer in einer Sektion Mitglied wurde, gehörte automatisch den beiden anderen an, ohne dafür einen Aufpreis bezahlen zu müssen. Doch den Ulmern wurden die Entgelte für die Kletterhalle zu teuer. Die Sektion Neu-Ulm bot einen Preisnachlass an, den Alpinisten von der anderen Donauseite genügte das nicht. Sie kündigten die Nutzungsvereinbarung für den Sparkassendome. Daraufhin beendeten die Neu-Ulmer die Kooperationsvereinbarung, die auch die Mehrfach-Mitgliedschaften regelte. Denn diese war einst als rechtliches Vehikel für die Nutzungsvereinbarung geschlossen worden.

DAV: Die Kletterhallen-Kooperation ist Geschichte

Jede Sektion hat andere Schwerpunkte und Angebote. Ulm beispielsweise eine eigene Biathlonanlage, Neu-Ulm die Kletterhalle – die größte im weiten Umkreis. Erst in Augsburg und Stuttgart gibt es geräumigere Anlagen. Wer die Angebote der anderen Sektionen nach dem Ende der Kooperation weiter nutzen will, muss höhere Nutzungsgebühren bezahlen – oder eine zweite Mitgliedschaft abschließen. In beiden Fällen zahlen die Mitglieder mehr als zuvor. Dem DAV Neu-Ulm scheint die Trennung bislang nicht zu schaden. Im vergangenen Jahr feierte die Sektion den Beitritt des 9000. Mitglieds, 2020 rechnet Vorsitzender Dieter Danks mit einem Wachstum auf mindestens 9500 Sektionsangehörige. Viele der Neuen, die sich den Neu-Ulmern bereits seit Jahresbeginn angeschlossen haben, gehörten vorher einer Ulmer Sektion an, berichtet er. Das gehe aus den Anmeldeunterlagen hervor. Danks schließt, dass viele der Neumitglieder Kletterer sind, die weiter vergünstigte Eintrittskarten bekommen wollen.

Neu-Ulm: Kletterhalle Sparkassendome zieht viele Sportler an

Der Neu-Ulmer Vorsitzende, seit 15 Jahren an der Spitze seiner Sektion, hält die Entgelte weiter für angemessen. Weil das finanzielle Risiko der beim Bau rund fünf Millionen Euro teuren Kletterhalle bei den Neu-Ulmern liegt. Weil die Ulmer Mitglieder durch die Vergünstigungen profitierten. Und weil alle drei Sektionen in den vergangenen Jahren gewachsen sind – was der Neu-Ulmer DAV-Geschäftsführer Moritz Kaltenbacher auf die Anziehungskraft des Sparkassendomes zurückführt: „Dieser Zuwachs wäre nicht möglich gewesen, wenn es keine Kletterhalle gegeben hätte.“

Doch der Vorsitzende Danks akzeptiert die Entscheidung der Ulmer Sektionen, über die Trennung will er nicht sprechen: „Das ist Vergangenheit“, sagt der 72-Jährige. Er wolle keinen Streit, sondern nach vorne blicken. Darin scheinen sich alle einig zu sein. In zwei Punkten haben die drei Sektionen schnell wieder zusammengefunden: Bei der Jugendgruppe und bei der Wettkampfgruppe soll die Kooperation weitergehen, die entsprechende Vereinbarung ist schon vorbereitet. Der Nachwuchs soll nicht darunter leiden, dass sich die Sektionsspitzen über die Finanzierung bei der Kletterhalle nicht mehr einig waren.

DAV Neu-Ulm: Sektion hat zum ersten Mal einen hauptamtlichen Geschäftsführer

Das Ulmer Geld half den Neu-Ulmern bei der Finanzierung der Kletterhalle, die Sektion tilgt nach wie vor Darlehen. Der Sparkassendome erziele positive Ergebnisse, berichtet Danks. Dennoch sei die Tilgung ist eine große Herausforderung. Bei der Finanzierung will die Sektion künftig noch stärker auf Sponsoren setzen. Bereits jetzt profitiere man von den langjährigen und zuverlässigen Partnern.

Geschäftsführer Kaltenbacher ist bereits auf der Suche nach weiteren Unterstützern. In Frage kommen beispielsweise Namensgeber für Wettbewerbe, aber auch Außenwerbung an der viel befahrenen Reuttier Straße. Kaltenbacher war 2011 einer der ersten, die ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kletterhalle absolvierten. Nach seinem Wirtschafts- und Marketingstudium ist der 27-Jährige seit einem knappen Jahr der erste hauptamtliche Geschäftsführer der Sektion.

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