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Neu-Ulm/Weißenhorn

27.01.2021

Dänische Coronvirus-Mutation: Jetzt schon drei Fälle im Kreis Neu-Ulm

Im Landkreis Neu-Ulm ist die ausgerottet geglaubte dänische Variante des Coronvirus aufgetaucht.
Foto: Carmen Jaspersen (dpa)

Plus Im Landkreis Neu-Ulm ist erstmals die dänische Variante des Corona-Virus aufgetaucht. Ein Labor in Augsburg hat sechs Infektionsfälle registriert, fünf davon im Freistaat.

Landkreis Eigentlich galt diese Variante des Coronavirus als ausgerottet, doch das war wohl ein Trugschluss: Jetzt ist die sogenannte dänische Mutation im Landkreis Neu-Ulm aufgetaucht. Drei Personen haben sich bisher damit infiziert. Das hat das Landratsamt bestätigt.

Landkreissprecherin Kerstin Weidner sagte auf Nachfrage unserer Redaktion: „Ja, es handelt sich um die dänische Variante.“ Das Landratsamt habe am Mittwoch bei dem Labor in Augsburg nachgefragt und eine entsprechende Bestätigung bekommen. Wie das Labor Armin-Labs in Augsburg am Mittwoch gegenüber unserer Redaktion sagte, habe es mittlerweile im Landkreis Neu-Ulm bereits drei Fälle registriert. Am Dienstag war zunächst eine Infektion gemeldet worden.

Landratsamt: Ja, die Infizierten sind aus dem Landkreis

Entgegen einer ersten Verlautbarung des Augsburger Labors, wonach zwei Infizierte in Neu-Ulm und einer in Weißenhorn festgestellt worden waren, hieß es am Abend aus dem Landratsamt, das lasse sich so nicht sagen. Es handle sich aber definitiv um drei Bewohner des Landkreises.

Weitere drei Fälle hat das Labor in Neustadt an der Aisch und in Ansbach sowie einen in Baden-Württemberg ausgemacht. Allerdings steht eine offizielle Bestätigung vonseiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) noch aus. Ob es sich tatsächlich um die dänische Variante des Virus handelt, lässt sich erst durch eine sogenannte Genomsequenzierung feststellen, also einer kompletten Bestimmung des Erbgutes. Das Verfahren gilt als aufwendig und teuer. Eine Sprecherin des LGL sagte dazu: „Eine endgültige Bestätigung der Ergebnisse sollte im Verdachtsfall mittels Sequenzierung erfolgen.“

Dänische Variante: Gesundheitsministerium sprich von "Verdachtshinweisen"

Auch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege sprach auf Nachfrage bisher lediglich von „Verdachtshinweisen“. Demnach kann von offizieller Seite aktuell nicht bestätigt werden, dass es sich bei den sechs Fällen tatsächlich um die dänische Mutation handelt.

Zudem ist derzeit noch unklar, wie gefährlich diese Variante tatsächlich ist. In einer Mitteilung des LGL heißt es, Hinweise auf eine gesteigerte Übertragbarkeit oder Pathogenität sei nicht bekannt. Bei der Bewertung von Varianten müsse man grundsätzlich vorsichtig sein, denn es habe bereits Tausende von Mutationen im Verlauf der Pandemie gegeben.

Diese Variante des Coronavirus galt seit November als ausgerottet. Damals waren in Dänemark, wo der veränderte Erreger zuerst auf Nerzfarmen aufgetaucht war, 15 Millionen der Tiere getötet worden.

Die Salzburger Firma Procomure Biotech und das Augsburger Labor ArminLabs hatten nach eigenen Angaben bei der Auswertung von Corona-Tests die jetzt bekannt gewordenen Fälle entdeckt.

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