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Pflanzenwelt

07.07.2019

Damit der Botanische Garten in Ulm weiter wächst und gedeiht

Der Botanische Garten der Universität Ulm ist mit einer Fläche von 28 Hektar der größte deutsche Universitätsgarten. Der Förderverein der Einrichtung feierte mit einem Sommerfest sein 30-jähriges Bestehen.
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Der Botanische Garten der Universität Ulm ist mit einer Fläche von 28 Hektar der größte deutsche Universitätsgarten. Der Förderverein der Einrichtung feierte mit einem Sommerfest sein 30-jähriges Bestehen.
Bild: Dagmar Hub

Plus Der Förderverein der Ulmer Einrichtung feiert sein 30-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum gibt es einen neuen Infopavillon – und ein anderes Projekt ist fast fertig.

Ein neuer Infopavillon klärt Besucher am Lehrer Tal-Eingang des Botanischen Gartens seit dem gestrigen Sonntag über den Garten selbst und seine Förderer auf: Beim Festakt zu Beginn des Sommerfests zum 30-jährigen Bestehen des Fördervereins der „Freunde des Botanischen Gartens“ stellten Marian Kazda, Leiter des Botanischen Gartens, und Fördervereins-Vorsitzender Rudi Lemm die Projekte und Ziele der Vereinsgeschichte vor. Denn ohne den Verein gäbe es sehr vieles nicht im Ulmer Botanischen Garten, der mit 28 Hektar Fläche der größte und zudem der jüngste deutsche Universitätsgarten ist, wie Kazda sagte. Mit einer knappen halben Million Euro förderten die Freunde des Botanischen Gartens die Einrichtung in den bislang 30 Jahren ihres Bestehens, lobte Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch.

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Der Botanische Garten in Ulm entstand auf einem ehemaligen Schießplatz

Die Einrichtung eines Botanischen Gartens hatte der Goslarer Botanik-Professor Focko Weberling bei seinem Dienstantritt an der jungen Ulmer Universität zur Bedingung gemacht, als er 1975 als Leiter der Abteilung Spezielle Botanik nach Ulm kam, berichtete Rudi Lemm, der seit 15 Jahren Vorsitzender des Fördervereins ist. Bis der Botanische Garten dann tatsächlich – auf einem ehemaligen Schießplatz – gebaut wurde, vergingen noch einige Jahre: „Zunächst gab es an der jungen Uni Wichtigeres zu tun“, vermutete Lemm. „Der Startschuss für den Botanischen Garten kam dann 1981.“ Im Jahr zuvor war das Gelände modelliert worden. Von Weberling stammte auch die Initiative zur Gründung eines Fördervereins, um den Botanischen Garten nicht nur als zentralen Ort für Forschung und Lehre etabliert zu wissen, sondern um ihn auch in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.

Der Förderverein wurde am 12. April 1989 gegründet. Mit gerade einmal 16 Mitgliedern trat der Verein an, sein erster Vorsitzender war der ehemaligen Ulmer Stadtrat Herbert Dörfler – der am Sonntagmittag ebenso zur Einweihung kam wie Gründungsmitglied Götz Hartung und der frühere Leiter des Botanischen Gartens Gerhard Gottsberger. „Dörflers Wunsch war aber ein mitgliedstarker Klub, um den Botanischen Garten nicht nur in der Lehre, sondern in der Stadtgesellschaft zu verankern“, erinnerte sich Lemm. „Deshalb wurden die Mitgliedsbeiträge immer niedrig gehalten.“

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Der Förderverein in Ulm hatte einmal fast 10 000 Mitglieder

Zu seinen Hochzeiten hatte der Förderverein fast 1000 Mitglieder – manche von ihnen stammen aus dem Umfeld der Universität, andere engagieren sich einfach deshalb, weil sie Pflanzen lieben und sich gern im Botanischen Garten aufhalten. „Aktuell haben wir knapp 500 Mitglieder und wären gern mehr“, sagte Lemm, der sich jungen, engagierten Nachwuchs für die Freunde des Botanischen Gartens wünscht. „Leider ist es momentan so, dass wir mehr altersbedingte Abgänge und Todesfälle haben als neue Mitglieder.“ Dabei ist die Leistung des Fördervereins für den Botanischen Garten enorm, der nicht nur viele ehrenamtliche Arbeitsstunden leistet: Elemente des Botanischen Gartens wie die Gewächshäuser wurden durch eine Anschubfinanzierung des Fördervereins ermöglicht, andere – wie das Grüne Klassenzimmer, der Tagliliengarten und der Bauerngarten – vom Verein komplett finanziert.

Neuestes Projekt des Botanischen Gartens in Ulm ist ein Farntal

Für das inzwischen nahezu fertige Farntal als jüngstes Projekt des Botanischen Gartens gab der Förderverein 130000 Euro aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Einnahmen durch Veranstaltungen. Wichtig ist dem Förderverein der Austausch von Forschung und Lehre mit der Bürgerschaft, weshalb der Verein und die Universität stets ein gemeinsames Jahres-Veranstaltungs-Programm planen: Etwa 6000 Besucher nehmen jährlich an Führungen teil, weiß Rudi Lemm. Die Zahl derer, die den Botanischen Garten jedes Jahr besuchen, liegt im fünfstelligen Bereich.

In den Gewächshäusern und im gesamten Freigelände des Botanischen Gartens ist noch bis Ende September die Wanderausstellung „Forscher, Sammler, Pflanzenjäger – unterwegs mit Humboldt & Co.“ zu sehen. Die Schau beschäftigt sich mit den Schicksalen der Männer und Frauen, die auf der Suche nach unbekannten Pflanzen in entlegenste Winkel der Erde vordrangen. Pate der Ausstellung und – durch einen Schauspieler verkörpert selbst vor Ort – ist der vor 250 Jahren geborene Naturforscher Alexander von Humboldt.

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