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20.06.2009

Das Grummeln im Rat

Wie zu hören ist, grummelt es im Weißenhorner Stadtrat. Der Grund sind angeblich die zunehmenden Alleingänge von Bürgermeister Dr. Wolfgang Fendt. Die unzufriedenen Ratsherren und -damen fühlen sich offenbar zunehmend überrumpelt. Jüngstes Beispiel: Die Frage, wie soll der Brunnen auf dem neuen Hauptplatz aussehen. Die Verwaltung hatte die örtliche Künstlerin Juditha Berschin beauftragt, sich Gedanken darüber zu machen. Sie lieferte vier Entwürfe. Die bekamen allerdings nur eine selbst ernannte Findungskommission mit dem Bürgermeister, dem Stadtbaumeister und dem Planer des Hauptplatzes zu Gesicht. Der Sachverstand der Kulturausschuss-Mitglieder war nicht gefragt.

Und die Findungskommission siebte kräftig: Drei Entwürfe fanden keine Gnade vor ihr, sodass dem Stadtrat lediglich ein einziges Modell präsentiert wurde.

So gesehen wird das Grummeln der Räte verständlich: Sie, die gewählten Sachwalter der Bürger, fühlen sich durch den Bürgermeister bevormundet, der eigentlich "primus inter pares" (Erster unter Gleichen) ist und bei Abstimmungen - wie die Frauen und Männer am Ratstisch - auch nur eine Stimme hat.

Dabei hatte es Fendt nach eigenen Worten nur gut gemeint: Er wollte eine unsägliche "Brunnendiskussion" verhindern, die der Weißenhorner Stadtrat vor langer Zeit schon einmal um den Kirchplatzbrunnen geführt hat - mit eher zweifelhaftem Ergebnis. Der damalige Rat hat sich zwar ein Denkmal gesetzt, bei dem demokratischen Belangen Genüge getan wurde - der Schönheit des Röhrenbrunnens war dies nur bedingt förderlich. Mit seinem Ansinnen ist Fendt grandios gescheitert. Er hat genau das Gegenteil erreicht: Der neue Brunnen bewegt jetzt erst recht die Gemüter.

Das Grummeln im Rat sollte jedoch nicht überbewertet werden. Bis die erste Brunnendiskussion mit der Forderung, alle vier Entwürfe einsehen zu dürfen, abgebrochen wurde, dauerte es geraume Zeit. Und Fendt in aller Öffentlichkeit die Bevormundung vorgehalten hat auch keiner am Ratstisch. Lieber beschweren sich die Kritiker in leicht weinerlichem Ton hinter vorgehaltener Hand.

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