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Ingstetten/Kwale

12.07.2016

Das Kinderdorf in Kenia wächst

Daumen hoch für das Kinderdorf: Dort lernen die Kinder, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Bild: Dürr

Familie Dürr aus Ingstetten sorgt mit ihrem Verein „Schwarz-Weiß“ mittlerweile für 60 Waisenkinder – zum Beispiel für Baby Hope. Gerade wird ein neues Haus gebaut.

Wenn die Dürrs aus Ingstetten in Kenia ein Baby in ihre Obhut bekommen, wissen sie, dass dieses bereits viel Schlimmes erfahren musste. So auch bei einem kleinen Mädchen, das seit Mai bei ihnen lebt. Die aidskranke Mutter hatte gedroht, dass ungewollte Kind auszusetzen. Deshalb war das Jugendamt auf die Dürrs zugekommen. Nun kann das Baby wieder auf eine gute Zukunft hoffen. Sein Name deshalb: Hope – Hoffnung.

Schicksale wie das von Baby Hope sind in Afrika keine Seltenheit. Um zu helfen, hat die Familie Dürr vor 19 Jahren den gemeinnützigen Verein „Schwarz-Weiß“ gegründet. Auf einem Grundstück im Süden von Kenia errichteten sie das Kinderdorf „Nice View“. Hope ist jetzt eines von 60 Waisenkindern, die dort leben und lernen, sich eine selbstständige Zukunft aufzubauen. „Das erste Kind, das wir aufgenommen haben, arbeitet seit Kurzem als Koch in Dubai. Das zweite studiert Lehramt“, erzählt Marcel Dürr. Die aufgenommenen Kinder seien für ihn wie Geschwister. Es sei toll, zu beobachten, wie sie ihre Leben selbst in die Hand nehmen.

Als Anerkennung für die Arbeit der rund 70 Mitarbeiter vor Ort hat das kenianische Gesundheitsministerium im Mai eine Auszeichnung verliehen: Die Klinik im Kinderdorf gelte als die beste Gesundheitseinrichtung im Bezirk Kwale. Zuvor hatten die Tester, getarnt als Patienten, die Abläufe in der Klinik, das Auftreten des Teams oder die Schnelligkeit der Bluttests im Labor unter die Lupe genommen. Als Preis bekommt die Klinik nun neben einem Pokal und einer Urkunde 150 Euro, um Medizin gegen Malaria oder Teststreifen in einer Apotheke anschaffen zu können. „Das ist viel Geld in Kenia“, sagt Dürr.

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Geld wird auch an anderer Stelle gebraucht: Wenige Meter neben der Klinik bauen Arbeiter gerade an einem neuen Haus. Es soll die Farm, die Schreinerei, die Schule und weitere Einrichtungen im Kinderdorf ergänzen. „Das Fundament haben wir vor zwei Jahren gelegt. Seitdem hat sich einiges getan“, erzählt Dürr. Die Mauern für zwei Räume stünden bereits, und Arbeiter hätten die Decke schon betoniert.

Geplant sei, noch ein zweites Stockwerk draufzusetzen. Außerdem soll auf dem Dach eine Solaranlagen Platz finden. „Dann wären wir endlich unabhängig vom kenianischen Stromnetz“, sagt Dürr. Denn bisher fiele an zwei, drei Tagen in der Woche der Strom für einige Stunden aus. Zur künftigen Nutzung des neuen Gebäudes sagt er: „Wir können uns zum Beispiel einen klimatisierten IT-Raum vorstellen oder eine Bibliothek für Hausaufgaben.“

Bisher hat die Stiftung rund 30000 Euro in das neue Haus investiert. Werden die Pläne umgesetzt, könnten die Kosten auf bis zu 90000 Euro steigen, denn Zement und Stahl seien teurer als in Deutschland. „Wenn wir genügend Sponsoren finden, könnten wir das Haus noch in diesem Jahr fertigstellen, so wünschen wir es uns zumindest“, sagt Dürr. „Unser Leitsatz lautet ja passenderweise auch: Einer allein kann kein Dach tragen.“ Jedoch mangle es gerade während der Sommermonate an Spenden oder Paten für Projekte und Kinder. „Auch für Hope und drei weitere Jungs suchen wir noch Paten.“

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