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Neu-Ulm

22.09.2017

Das Klärwerk macht am Wochenende die Tore auf

Eine Luftaufnahme der Klaranlage Steinhäule in Neu-Ulm aus 2015. Das Werk umfasst eine Fläche von insgesamt rund 250000 Quadratmetern. Ein kompletter Reinigungsprozess dauert durchschnittlich zehn Stunden.
Bild: Zweckverband Klärwerk Steinhäule

Seit 60 Jahren reinigt die Anlage im Steinhäule Abwasser hunderttausender Haushalte. Jetzt können Bürger einen Blick auf einen der modernsten Betriebe in Europa werfen.

40 Milliarden Liter Wasser – diese Menge wird jährlich im Klärwerk Steinhäule in Neu-Ulm gereinigt. Am Wochenende feiert die Anlage Jubiläum, sie ist seit nunmehr 60 Jahren in Betrieb. Der Zweckverband Klärwerk Steinhäule (ZVK) – der neben den Städten Neu-Ulm und Ulm noch neun weitere Mitglieder hat – veranstaltet deshalb am Samstag, 23. September, einen Tag der offenen Tür auf dem Betriebsgelände in Neu-Ulm, Reinzstraße 1. Dabei können die Bürger von 13 bis 18 Uhr hinter die Kulissen des Betriebs blicken. Um 14 Uhr gibt es eine Begrüßung durch den Verbandsvorsitzenden Gunter Czisch und Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg.

Die Kläranlage Steinhäule ist eine der modernsten in Europa. Der Grund dafür klingt zunächst kompliziert: Das Werk hat eine „adsorptive Reinigungsstufe“. Mit dieser Technik, einem Aktivkohlefilter, wird das Abwasser von sogenannten Spurenstoffen befreit. Dabei hat sie es vor allem auf Reste von Arzneimitteln, Röntgenkontrastmitteln und Hormone abgesehen, die das Wasser heutzutage immer mehr verschmutzen – nicht zuletzt wegen des medizinischen Fortschritts. Anfang 2015 ging die Technik in Betrieb. Die Aktivkohle-Adsorptionsanlage ist die vierte Reinigungsstufe, die das Abwasser der Region dort jetzt durchläuft.

Denn die Kläranlage Steinhäule war 1957 für die Städte Ulm und Neu-Ulm zunächst als mechanische Sammelkläranlage in Betrieb genommen würden. Bei dieser Reinigungsstufe sinken im Sandfang schwerere Stoffe, wie Sand, ab. Mit dem Rechen werden Abfallstoffe aufgefangen. Im Anschluss ist das Wasser noch zu etwa 75 Prozent verschmutzt. Deshalb wurde die Anlage über die Jahre hinweg immer wieder modernisiert und vergrößert: Zur mechanischen Reinigung kamen 1973 die biologische Reinigung und eine Anlage zur Entwässerung und Verbrennung von Klärschlamm hinzu. Letztere wurde mit zwei modernen, mit thermischer Trocknung ausgerüsteten Ofenlinien, die in den Jahren 1995/1996 mit weiteren Rauchgasreinigungen ausgestattet wurden, ebenfalls erweitert. Bei der biologischen Reinigung beseitigen Bakterien durch ihren Stoffwechsel zum Beispiel Stickstoff. Die chemische Reinigung ist die dritte Reinigungsstufe. Der Zweckverband Klärwerk Steinhäule wurde übrigens 1984 gegründet. Über die verschiedenen Reinigungsstufen und die gesamte Anlage können Bürger am Samstag vor Ort noch so einiges mehr erfahren. So gibt es Klärwerksrundfahrten, Kanalfahrzeuge im Einsatz, Bau einer Modell-Kläranlage für Kinder, Vorstellung der Ausbildung im Klärwerk, eine Hüpfburg sowie Speisen und Getränke. Zur musikalischen Unterhaltung ist die Feuerwehrkapelle Pfuhl dabei. Daneben gibt es eine Greifvogelausstellung – denn jede Woche kommt ein Falkner mit einem seiner Tiere vorbei, wie Betriebsleiter Erwin Schäfer auf Nachfrage erklärt. Der Falke soll die Tauben vom Grundstück vertreiben, die sich demnach gerne in der Anlage aufhalten. (az, aat)

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