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07.10.2009

Das Kreuz mit dem Kreuz

Ulm (AZ) - Um herauszufinden, unter welcher Erkrankung ein Patient leidet, können Ärzte bei ihren Untersuchungen heute tief in den menschlichen Körper blicken. Mit vielfältigen bildgebenden Verfahren machen sie Knochen, Organe, Gewebe und Stoffwechselvorgänge sichtbar. Vom 7. bis zum 10. Oktober laden die Universitätskliniken für Radiologie und für Nuklearmedizin zu einer faszinierenden Reise in den menschlichen Körper ein - mit Vorträgen, Mitmachaktionen und Präsentationen im Ulmer Stadthaus. In einer kleinen Serie stellen wir vorab verschiedene Themen der Veranstaltung vor. Heute berichtet Dr. Stefan Klein darüber, wie Radiologen Patienten mit Rückenschmerz helfen können.

Es gibt nicht d e n Rückenschmerz. Rückenschmerzen können viele Ursachen haben, und die wiederum zeigen bei jedem Menschen unterschiedliche Auswirkungen. Entscheidend ist, den Schmerz ernst zu nehmen und die Ursache zu finden. Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Hausarzt oder Orthopäden über die möglichen Gründe für Rückenschmerzen sind meist die Radiologen gefragt, um eine genaue Diagnose zu stellen. Die entscheidende Frage ist dabei: Welche Art von Bildgebung liefert über welche Beschwerden die besten Informationen? Röntgenaufnahmen zeigen Knochen, wie beispielsweise die Wirbelkörper, sehr gut. In der Computertomografie (CT), dem sogenannten "Schichtröntgen", sieht man zusätzlich die Weichteile, etwa die Bandscheiben. Bei der Magnetresonanztomografie (MRT) können die Ärzte zudem beispielsweise den Rückenmarkskanal erkennen, in dem viele Nervenbahnen verlaufen. Die Bildgebung hat sich in den letzten Jahren rasant weiter entwickelt, sodass heutige Geräte bei geringerer oder gänzlich ohne Röntgenstrahlung schärfere und kontrastreichere Bilder als früher liefern. Zudem sind sie in größerer Zahl verfügbar, sodass die Diagnostik insgesamt große Fortschritte gemacht hat.

Wenn akute Schmerzen auftreten, die sogar zu Funktionsausfällen wie unbeweglichen Beinen oder unkontrollierbarem Stuhlgang führen, muss die Ursache sofort gefunden werden, da möglicherweise Nervenbahnen an der Wirbelsäule beschädigt oder gefährdet sein können. Wann eine Operation notwendig ist, sollten Radiologen, Orthopäden, Neurologen und Neurochirurgen zusammen entscheiden. Am Universitätsklinikum besprechen wir viele Fälle daher in gemeinsamen Konferenzen.

Am häufigsten sind allerdings länger andauernde Rückenschmerzen. Für eine genaue Diagnose sind dabei neben der Krankengeschichte auch ältere Röntgenaufnahmen und Befunde interessant. Bei den Untersuchungen stellen die Mediziner zunächst fest, ob eine schwerwiegende Erkrankung, etwa ein Tumor oder eine Entzündung, vorliegen oder die Schmerzen in einer ganz anderen Körperregion ihren Ursprung haben. In den meisten Fällen ist der Grund für Rückenschmerzen aber Verschleiß, der durch das Alter, Belastung oder auch Fehlbelastung hervorgerufen wird. Ein Ziel ist dann herauszufinden, wo genau der Schmerz entsteht. Gab es mehrere Bandscheibenvorfälle, führt möglicherweise nur einer zu Schmerzen, weil nur er auf eine Nervenbahn drückt. Auch bei Verschleiß der kleinen Facettengelenke an den Wirbelkörpern kann durch eine Schonhaltung an bestimmten Punkten Schmerz entstehen, der sich immer weiter verstärkt.

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Eine Therapiemöglichkeit besteht darin, genau am Entstehungsort Schmerzmittel zu spritzen. Um diesen Ort präzise zu treffen, kontrolliert man diese "Infiltration" mit dem Röntgen- oder CT-Gerät. Der Schmerzkreislauf kann so in bestimmten Fällen unterbrochen werden. Damit erhalten Patienten die Schmerzfreiheit und Beweglichkeit, die ihnen z. B. ermöglicht, mit gezielter Physiotherapie den nicht heilbaren Verschleiß besser auszugleichen.

"Von Kopf bis Fuß - der Blick in den menschlichen Körper" wird am Mittwoch, 7. Oktober, um 18 Uhr im Stadthaus eröffnet. Am Donnerstag, 8. Oktober, finden von 10 bis 16 Uhr, am Freitag, 9. Oktober, von 10 bis 18 Uhr und am Samstag, 10. Oktober, von 9.30 Uhr bis 11 Uhr Vorträge statt.

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