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Roggenburg

07.11.2019

Das Landratsamt rät Roggenburg zum Bau einer neuen Kinderkrippe

Ursprünglich war nur der Bau eines neuen Speiseraums für den Biberacher Kindergarten geplant. Jetzt soll ein Krippenneubau geplant werden.
Foto: Marcus Merk (Symbolfoto)

Bei den Erweiterungsplänen für den Kindergarten St. Sebastian in Biberach gibt es eine überraschende Entwicklung.

Braucht der Biberacher Kindergarten eine Krippe? Mit dieser Frage haben sich die Roggenburger Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Dienstagabend befasst. Eine überraschende Entwicklung, denn ursprünglich sollte nur ein Speiseraum angebaut werden. Die Entscheidung ist noch nicht getroffen, aber erste Planungen und die Ermittlung der Kosten stehen nun an. Klar ist: Mit Krippe wird der Anbau viel teurer.

Es waren detaillierte Pläne, die Architekt Ulrich Müller für die Sitzung vorbereitet hatte: ein schmucker Anbau für die Kita St. Sebastian, der neben dem bestehenden Haus kaum als Neubau hätte auffallen sollen. Darin enthalten waren ein Speiseraum mit Küche zum Aufwärmen von Essen und ein Lagerraum. Der Erweiterungsbau sollte vom neuen Haupteingang aus über einen Flur erreichbar sein, der ebenso in den Altbau führt.

Die Gemeinde rechnet mit einem größerem Bedarf

Geopfert werden müssten für den Bau drei Parkplätze sowie ein Teil der Außenanlagen. Kosten würde dieser Anbau geschätzte 500.000 Euro, sagte Bürgermeister Mathias Stölzle. Davon könnten idealerweise 160.000 Euro aus Fördermitteln finanziert werden, fügte er hinzu. Soweit der ursprüngliche Plan.

Nun aber, berichtete der Rathauschef weiter, habe das Landratsamt der Gemeinde dringend geraten, den Bau einer Krippe ins Auge zu fassen. Denn der Trend zur Betreuung immer jüngerer Kinder in Kitas halte seit Jahren an. Und: Das bestehende Angebot in Roggenburg reicht für die Kindergartenkinder zwar gerade aus. Doch die Gemeinde errechnet nach den aktuellen Prognosen, dass neun bis 14 zusätzliche Krippenplätze gebraucht werden. Ergo: Eine Krippengruppe wäre sinnvoll. Die könnte nach Vorstellung des Architekten an der Ostfassade angeschlossen werden, ergänzt um weitere notwendige Zimmer wie Ruheraum, Bad und ersten Abstellraum. Die Zahl der nach dem Bau noch übrig bleibenden Stellplätze würden die gesetzliche Vorgabe noch erfüllen, sagte der Planer. Aufwendig werde es, die unterirdische Pumpanlage samt Leitungen umzubauen, die sich unter dem geplanten Standort befinden.

Der Bürgermeister schätzt die Kosten auf 1,2 Millionen Euro

Kostenpunkt laut erster Schätzung des Bürgermeisters: 1,2 Millionen Euro für die Erweiterung mit Krippe. Abzüglich zu erwartender Fördermittel müsste die Kommune noch rund 700.000 Euro berappen. „Große Aufgaben“, sagte Stölzle, doch auch er sei mittlerweile überzeugt, dass der Bedarf in Roggenburg vorhanden sei. Und es stelle sich die Frage, ob der Bedarf nicht schwerer wiege als die reine Kostendiskussion. „Wenn, dann machen wir´s gleich richtig“, sagte Gemeinderat Johann Ott, denn es dürfe nicht sein, dass der Anbau am Ende bald wieder zu klein sei. Joachim Graf forderte ein fundiertes Finanzierungskonzept. Die Kommune belaste sich mit solchen Ausgaben stark – und das womöglich nur aufgrund von Eventualitäten, „das ist mir alles etwas zu vage“. Thomas Franke sagte, er sei angesichts der neuen Summen „richtig erschrocken“ und ergänzte: „Wir müssen uns das auch leisten können.“ Klar sei aber, dass die Krippe nicht nachträglich, sondern wenn, dann in einem Zug mit dem Speisesaal gebaut werden müsse. Dem stimmte der Architekt zu, denn der Betrieb des Kindergartens dürfe nicht zweimal gestört werden.

Einstimmig beschlossen die Gemeinderäte schließlich weitere Planungen in Richtung Krippenbau. Der Planer soll ein entsprechendes Konzept erstellen und sich diesbezüglich mit der Kindergartenleitung abstimmen. Die Verwaltung klärt die Förderfähigkeit des Vorhabens und plant die Ausgaben in den Haushalt 2020 ein.

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