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15.06.2009

Das "Lido" auf Vordermann bringen

Senden Vier Jugendliche von der Initiative "Lido" in Senden haben nun Kinobetreiber Gunther Schuster besucht und ihm Vorschläge für den Neuanfang unterbreitet, den er in seinem Haus machen möchte.

Die Initiative, derzeit bestehend aus rund 50 Erwachsenen und Jugendlichen, will das 1952 eröffnete Sendener Kino "Lido" erhalten. Gut 500 Unterschriften haben sie wegen ihres Anliegens bereits gesammelt und sich Gedanken über den Fortbestand des angeschlagenen Betriebs gemacht.

Die Jugendlichen, 14 und 15 Jahre alt, unterbreiteten Schuster nun ihre Vorschläge - zum Beispiel, ihm tatkräftig zu helfen, wenn es darum geht, das Haus für die nächsten Vorstellungen auf Vordermann zu bringen. "Wir haben das Haus drei Stunden lang von oben bis unten geputzt", berichtet Frederike Thalhofer (15). Außerdem besorgten und verkauften sie bei der ersten Vorstellung am Donnerstag Popcorn, Getränke und Süßigkeiten. Und sie rührten bei Freunden und Bekannten fleißig die Werbetrommel für die beiden derzeit laufenden Filme: "Star Trek" und "Monster versus Aliens". "Er soll merken, dass er nicht alleine da steht", finden die vier Jugendlichen.

Schuster selbst sei von ihren Ideen angetan gewesen und dankbar für die angebotene Hilfe, berichtet Frederike. Schuster sieht die Lage nüchtern - denn ihm fehlen finanzielle Mittel, um das Unternehmen sanieren zu können. Ihn drücken Schulden. "Ich möchte es weiter betreiben, aber das Problem sind die Finanzen", erklärt er. Schon mehrfach sei er bei Banken abgeblitzt mit seinem Vorschlag, einen Kredit gegen eine Grundschuld zu erhalten. Und auch die Stadt wollte ihm aus rechtlichen Gründen keinen Kredit geben. Er glaubt, es sei durchaus möglich, das aufgenommene Geld wieder zurück zu zahlen. 1000 bis 1500 Besucher im Monat müsste er haben, um das Kino mit tragfähigem Gewinn betreiben zu können. Möglich sei auch, das Kino in einem Verbund zu betreiben oder zu verkaufen. Hätte er aber die Wahl, würde er es behalten. Schließlich haben seine Eltern das Lichtspielhaus mühevoll aufgebaut. Die 600 Unterschriften, die er selbst vor Jahren bei Besuchern gesammelt hat, hat er nun der Initiative übergeben.

Die Kino-Initiative hat ihre Überlegungen am gestrigen Sonntag fortgesetzt. Um 18 Uhr trafen sie sich im Paul-Gerhardt-Haus. Gemeldet hat sich bei ihnen übrigens auch eine Sendener Unternehmensberaterin, die sich bereit erklärt hat, den Kinobetrieb unter die Lupe zu nehmen.

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