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Weißenhorn

13.02.2019

Das „Mitmach-Museum“ schafft Ordnung in seinem Depot

Die beiden hauptamtlichen Mitarbeiter und einige ehrenamtliche Unterstützer im Depot des Weißenhorner Hiematmuseums im Eschach (von links): Kunsthistorikerin Yvonne Schülke, Stefanie Warkus, Anita Konrad, Museumsleiter Matthias Kunze, Helmut Schuler, Peter Kling und Carola Nagel.
Bild: Andreas Brücken

Der Leiter des Heimatmuseums Weißenhorn zieht ein positives Zwischenfazit zur Inventarisierung der Sammlung. Mitte 2019 steht ein weiterer Kraftakt an.

Es ist ein Mammutprojekt und ohne die Unterstützung von Weißenhorner Bürgern kaum zu schaffen. Viel Lob bekamen deshalb Matthias Kunze, der Leiter des Weißenhorner Heimatmuseums, die Kunsthistorikerin Yvonne Schülke und die anwesenden ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer am Montagabend im Kulturausschuss. „Es wird immer ordentlicher“, sagte Kunze über die Sammlung des Heimatmuseums, die derzeit inventarisiert wird. Sie umfasst geschätzt 28.000 Objekte, die auf vier Depots verteilt sind. Was die Besucher im Museum in der Altstadt betrachten können, ist bekanntlich nur ein sehr kleiner Teil des Bestands.

Als Voraussetzung für die Inventarisierung mussten die Depots wie berichtet erst einmal auf Vordermann gebracht werden. Zwischen 150.000 und 200.000 Euro hat die Stadt investiert, inklusive Personalkosten. „Wir haben es geschafft, das so durchzuorganisieren, dass jede Objektgruppe ihren Platz hat“, berichtete Kunze nun im Ausschuss. „Aber wir sind noch lange nicht am Ende.“ Und schon bald steht eine neue Herausforderung an.

Umfangreiche Vorgaben für die Dokumentation

Allein 1300 Arbeitsstunden hätten die acht ehrenamtlichen Helfer vom Heimat- und Museumsverein seit Frühjahr 2017 verrichtet. Da seien die Einsätze als Aufsicht im Museum noch gar nicht eingerechnet, sagte Kunze. Das Museum werde so zum „Mitmach-Museum“, ergänzte er. Denn die Mitarbeit von Bürgern auch im Depot trage dazu bei, dass sich die Einrichtung viel besser in der Bevölkerung verankern könne: „Es ist ein Museum nicht nur für Fachleute.“

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Dennoch erfordert die Inventarisierung auch viel Sachverstand, wie Kunze anschaulich erläuterte. Im Schnitt braucht es eine halbe Stunde, um ein Objekt zu erfassen. Denn die Dokumentation nach einer Vorlage der Landesstelle für nicht staatliche Museen erfordert neben einer Benennung des Gegenstands auch Angaben zu Material, Schäden, Alter, Herkunft und mehr. „Rein rechnerisch könnten wir die Sache in vier bis fünf Jahren erledigt haben“, sagte Kunze. Doch er nannte auch zwei Unwägbarkeiten, die einen Projektabschluss bis Ende 2022 verhindern könnten.

Zum einen wird das Museum wohl Mitte des Jahres geräumt werden müssen, damit das Gebäude saniert und barrierefrei umgebaut werden kann. Zudem soll im Hauptdepot im Gewerbegebiet Eschach, wo allein 20.000 Objekte lagern, noch in diesem Jahr ein Inventarisierungsbüro in Trockenbauweise entstehen. Bislang werde die Arbeit dort sehr behelfsmäßig verrichtet, erzählte Kunze, „bei 16 bis 18 Grad auf dem Flur“. Jetzt sollen zwei PC-Arbeitsplätze eingerichtet werden.

Etwa 20.000 Objekte lagern allein im Hauptdepot im Eschach

Über den Stand der Planungen für den Museumsumbau will die Verwaltung laut dem Bürgermeister in einer der nächsten Sitzungen informieren. Wolfgang Fendt dankte Matthias Kunze, Yvonne Schülke und vor allem dem ehrenamtlichen Helferteam für den Einsatz: „Es ist sehr erfreulich, dass Menschen ihre Freizeit opfern, um an einer Mammutaufgabe mitzuwirken.“

Stadtrat Herbert Richter (SPD) zollte Respekt vor der erbrachten Leistung: Er habe nie gedacht, dass die Sammlung in nur eineinhalb Jahren so geordnet werden könne. Ähnlich äußerte sich Werner Weiss (WÜW), der wie die anderen Stadträte auch bei einer Besichtigung einen Eindruck davon bekam, in welchem Zustand das Depot im Eschach einmal war. „Das war doch ein bisschen chaotisch, sagte Michael Schrodi (CSU). Ulrich Hoffmann (ÖDP), der Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins, zeigte sich sehr erfreut darüber, dass den Räten und der Stadtverwaltung die Pflege des kulturellen Erbes von Weißenhorn so wichtig ist.

Michael Schrodi dachte aber gleich ein paar Jahre weiter. Für den Fall, dass das Depot eines Tages aus dem Eschach wegziehen muss, schlug er vor, die inventarisierten und in Regale einsortierten Objekte zusätzlich mit Strichcodes zu versehen. „Sonst geht die Arbeit dann wieder von vorne los“, sagte er.

Mehr über das Heimatmuseum in Weißenhorn lesen Sie hier: Kunst im Heimatmuseum: Der Himmel über Weißenhorn , Was hier liegt, ist ein Geschenk für die Nachwelt und Neue Zugänge zur Weißenhorner Stadtgeschichte

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