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Fasnet

26.01.2020

Das Neujahrsbaby wird in Ulm zum Narren

Eine von zwei Guggenmusik-Gruppen, die aus Liechtenstein zum gekommen sind: Die Fürstlichen Röfischrenzer aus hier vor dem Münster, haben die Goldenen 50er als Motto gewählt.
Foto: Alexander Kaya

Der „Ulmzug“ ist so kurz wie nie, rappelvoll ist die Stadt trotzdem: 5500 Hästräger und fast doppelt so viele Besucher sind gekommen. Ein besonderer Gast lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Sie wissen genau, auf wen sie es abgesehen haben. Das Mädchen mit dem schwarzen Rock, der weißen Jacke und den aufgeschminkten Schnurrhaaren bekommt Konfetti über den Kopf geleert, Farbe ins Gesicht gestempelt und darf mit Hästrägern schunkeln. Ganz so gemütlich ergeht es der jungen Besucherin beim 23. „Ulmzug“ aber nicht immer: die Hexen der Narrenzunft Bürgermoos schleifen sie ein paar Meter mit und die Räuber-Gruppe der Schwarzen Veri Zunft aus Ravensburg wirft sie auf einen Wagen und taucht sie in altes Laub.

Ulms Zunftmeister Gerhard „Gegge“ Wies sagt die Gruppen am Kornhausplatz gewissenhaft an. Nur einmal ist er abgelenkt und lässt die Narren beinahe unkommentiert vorüberziehen. Wies hat einen guten Grund, prominenten Besuch nämlich. Noah ist an Neujahr um 6.08 Uhr in der Frauenklinik zur Welt gekommen – das erste Ulmer Baby des Jahrzehnts. Vom lauten Treiben lässt sich der Kleine nicht im Ansatz beeindrucken. Als Mutter und Großvater mit ihm beim Zunftmeister vorbeischauen, schläft er tief und fest. „Aus dem machen wir einen Hästräger, ganz klar“, sagt Wies später.

Narrensprung: Tausende ziehen beim "Ulmzug" durch Ulm

Begeistert ist der Zunftmeister nicht nur von diesem Besuch: „Bombig“, sei der „Ulmzug“ gewesen, schwärmt er am Ende und erzählt von den Rückmeldungen der Gruppen, die diesmal aus dem Schwarzwald, vom Bodensee, aus dem Allgäu, aus Oberschwaben, von der Alb, von der Donau, aus Österreich, aus der Schweiz und aus Liechtenstein gekommen sind: Die lobten immer, dass es an der Strecke keine leeren Plätze gebe. Und tatsächlich stehen die Besucher dicht gedrängt in den Gassen der Ulmer Altstadt. 6500 Plaketten hat die Narrenzunft verkauft. Dazu kommen die Kinder – Wies schätzt die Besucherzahl auf 8000 bis 10000.

Rund 80 Gruppen und 5500 Hästräger zogen diese mal durch die Stadt.
40 Bilder
Der "Ulmzug 2020" in Bildern
Foto: Alexander Kaya

Sie sehen einen Fasnetsumzug, der ein ganzes Stück kürzer ist als in den vergangenen Jahren. 81 statt zuletzt rund 120 Gruppen ziehen durch Ulm, die Narrenzunft hat den „Ulmzug“ bewusst verkleinert. Der Narrensprung soll nicht mehr so lange dauern wie in den Jahren zuvor. Auch die 81 Gruppen, findet Oberbürgermeister Gunter Czisch, sind „ein Haufen Holz“. Rund 5500 Hästräger ziehen durch die Stadt.

"Ulmzug": Fasnet in Ulm kommt gut an

Zu den ersten, die das Stadtoberhaupt vom Prominenten-Wagen aus beobachten kann, gehören Guggenmusiker aus Liechtenstein. Die Törmleguger Vaduz haben sich mit Spinnweben geschmückt und kleine Totenköpfe auf ihre Hüte geklebt. Weniger gruselig wird es bei der Laudonia Lauingen und bei der Affenfamilie Ankenreute: Sie kündigen den Frühling und schönes Wetter an – und haben auch ohne Musik den Ton für den Tag getroffen. Dass das Kornhaus wegen einer Terminkollision an diesem Tag keinen Platz für die feiernden Narren bietet, schmerzt nicht übermäßig. Die Temperaturen sind mild, die Sonne scheint. Wer sich trotzdem aufwärmen will, findet im Narrenzelt am Münsterplatz Gelegenheit. Schon um gegen halb drei, als der „Ulmzug“ kaum länger als eine Stunde läuft, wird es dort eng und die ersten tanzen auf den Tischen.

Zwei, vielleicht zweieinhalb Stunden soll es diesmal dauern, hat Zunftmeister Gerhard „Gegge“ Wies versprochen. Das klappt – zumindest fast: zwei Stunden und 40 Minuten vergehen zwischen der ersten und der letzten Gruppe. Diejenigen Hästräger der Narrenzunft Ulm, die nicht gerade irgendwo anpacken müssen, spielen den närrischen Besenwagen, begleitet von den Sendener Guggenmusikern des Schalmeien-Express Illertal.

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