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Pfaffenhofen

28.06.2020

Das Pfaffenhofer Rathaus soll erneuert werden

Dieses Bild ist fast zehn Jahre alt. Einen Unterschied zum jetzigen Zustand des Rathauses erkennt man nicht.
Bild: Alexander Kaya (Archivfoto)

Plus Heiße Büros, zu wenig Platz und keine Aufzüge: Das Rathaus der Marktgemeinde Pfaffenhofen braucht dringend eine Auffrischung. Ist sogar ein Anbau nötig?

Als der ehemalige Pfaffenhofer Bürgermeister Josef Walz Mitte April zu einem Abschiedsinterview in sein Bürgermeisterbüro eingeladen hatte, herrschten draußen bereits sommerliche 25 Grad. Im Rathaus hingegen war es gefühlt noch einmal fünf Grad wärmer. Walz fragte, ob es in Ordnung sei, wenn er seine Krawatte etwas lockere. Die Sonne knalle so in sein Büro und es sei schon den ganzen Tag so warm. Die Jalousien müssten dringend mal erneuert werden, erklärte er damals: „Die bringen mehr Hitze rein, als dass sie die Sonne draußen halten.“

Einige Wochen später sitzt Walz’ Nachfolger Sebastian Sparwasser als Bürgermeister in diesem Büro. An den Umständen hat sich nichts geändert. Und die Hitze ist nicht das einzige Problem. Das Rathaus in Pfaffenhofen hat einige Ecken, die auch nach Ansicht der Verwaltung dringend gemacht werden müssen.

Die Kämmerei hat keinen Platz im Rathaus von Pfaffenhofen

Deswegen stand der Punkt „Umbau und Erweiterung des Rathauses Pfaffenhofen“ auf der Tagesordnung des Marktgemeinderats. Bürgermeister Sparwasser brachte die Räte noch einmal auf den aktuellen Stand: „Das Rathaus wurde 1987/1988 gebaut. Es wurden zwar seither kleinere Umbaumaßnahmen vorgenommen, aber das Gebäude entspricht keinen modernen Anforderungen mehr.“ Vor allem die Büroräume seien mittlerweile bis zum Anschlag genutzt, da auch viele neue Mitarbeiter in der Verwaltung im Laufe der Jahre dazugekommen seien. Die Kämmerei beispielsweise ist deswegen schon in ein gegenüberliegendes Gebäude ausgelagert worden.

Das Pfaffenhofer Rathaus soll erneuert werden

Der Grund, warum es im Bürgermeisterbüro und im ganzen Gebäude im Sommer so warm ist, sind die Lamellenjalousien im Inneren des Hauses, es gibt keine Beschattung von außen. So staut sich die Hitze in den Räumen. Auch die Fenster seien teilweise undicht, unter anderem im Sitzungssaal, sagte Sparwasser.

Pfaffenhofen: Rathaus soll bis 2023 barrierefrei ausgegebaut werden

Ein weiterer Punkt, der dem Bürgermeister zufolge dringend angegangen werden müsste, ist die Barrierefreiheit. Nur durch Treppen kommt man im Rathaus nach oben oder unten. Das sei vor allem für Besucher mit körperlichen Einschränkungen eine Qual. Auch in Anbetracht eines Programms der Staatsregierung, nach dem Gebäude bis 2023 barrierefrei gestaltet sein sollten, müsse die Sanierung bald losgehen.

Martin Strobel (CSU) erinnerte sich daran, wie man ab und zu bei standesamtlichen Hochzeiten die älteren Gäste zum Saal hochtragen musste: „Kein Wenn und Aber, die Barrierefreiheit muss her.“ Außerdem sei das Rathaus ein Prestige-Objekt, das den Markt nach außen repräsentiere und deswegen in einem modernen Zustand sein sollte.

Pfaffenhofen: Suche nach Planern und Architekten für Rathaus-Umbau beginnt

Max Spleiß (FWG) fragte nach den Plänen, die vor etwa zwei Jahren hinsichtlich eines Aufzugs im Gespräch waren. „Und wenn es eh schon eng ist, habt ihr dann auch über einen Anbau nachgedacht?“, wollte er wissen. Sparwasser meinte: möglicherweise ja.

Zum Aufzug gibt es keine konkreten Pläne. Bauamtsleiter Alexander Gehr sagte, man solle abwarten, was die Planer untersuchen und vorschlagen. In der Größenordnung dieses Projekts werden nach seinen Angaben drei Angebote von Architekten und Planern eingeholt. Einen Wettbewerb gibt es nicht, auch weil allenfalls eine Erweiterung und definitiv kein kompletter Neubau ansteht. Dass das Bauamt die Vorauswahl der Architekten trifft, störte zwei Rätinnen. Johann Kast (SPD) forderte, dass die Verwaltung ein Raumkonzept vorlegt. Denn das Rathaus solle so umgebaut werden, dass es auch für die kommenden Jahrzehnte nachhaltig sei.

Trotz einiger Nachfragen waren sich die Räte einig, dass das Rathaus erneuert werden muss, und gaben den Startschuss für die Architektensuche. Die Aufträge sollen nach den unterschiedlichen Leistungsphasen vergeben werden, so Gehr, denn es wird nicht alles auf einmal gemacht. Die nötigen Mittel für Umbau und mögliche Erweiterung des Rathauses sind im diesjährigen Haushalt bereits eingeplant: Rund 1,6 Millionen Euro Budget wurden dafür veranschlagt.

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