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Personalfrage

02.03.2012

Das Rote Kreuz sucht einen neuen Chef

Alfred Baur

Vakante Stelle des Kreisgeschäftsführers ausgeschrieben. Bald Neuauflage des Prozesses gegen Alfred Baur

Neu-Ulm Der Kreisverband Neu-Ulm des bayerischen Roten Kreuzes sucht jetzt in großflächigen Stellenanzeigen einen Nachfolger für den früheren Kreisgeschäftsführer Alfred Baur. Die Konditionen klingen lukrativ: Der künftige Mann an der Spitze der Hilfsorganisation werde der Aufgabe entsprechend angemessen bezahlt und bekommt einen Dienstwagen mit der Möglichkeit zur privaten Nutzung.

Entsprechend hoch ist das Anforderungsprofil. Der künftige BRK-Chef soll die Organisation mit 1900 Ehrenamtlichen und 100 Hauptamtlichen im Landkreis führen. Der Kreisverband zählt zudem rund 104500 Fördermitglieder. Deshalb müsse Baurs Nachfolger Erfahrung in einer „Non-Profit-Organisation“ mit „stark ehrenamtlich geprägten Strukturen“ mitbringen und in der Lage sein, die ehrenamtliche Tätigkeit zu schätzen und zu fördern. Ferner sollten Bewerber ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich mitbringen.

Insider vermuten, dass die Ausschreibung auf Stefan Kast zugeschrieben ist, der als früherer Stellvertreter von Alfred Baur seit gut einem Jahr kommissarischer Geschäftsführer in der BRK-Zentrale am Pfaffenweg ist. Schon im Vorfeld der Ausschreibung galt er als Favorit für die vakante Stelle, zumal er vom BRK-Vorstand ausdrücklich zu einer Bewerbung ermuntert worden war. Eine Entscheidung wird allerdings frühestens Ende März erwartet, zumal Bewerber ihre Unterlagen noch bis zum 15. März beim Neu-Ulmer Oberbürgermeister und BRK-Kreisvorsitzenden Gerold Noerenberg einreichen können.

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Die Bewerbungsfrist läuft exakt einen Tag nach dem Beginn der Neuauflage des Prozesses gegen Alfred Baur ab. Der 57-Jährige muss sich ab dem 14. Januar vor dem Landgericht in Memmingen verantworten, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen das Ersturteil des Amtsgerichtes Neu-Ulm in Berufung gegangen war.

Urteil für die Staatsanwältin viel zu milde

In den Augen der Staatsanwältin Susanne Fritzsche war das Urteil des Schöffengerichtes Neu-Ulm viel zu milde ausgefallen. Damals war Baur lediglich wegen Beleidigung verwarnt worden. Die Vorwürfe der sexuellen Nötigung und der Unterschlagung von Waren in annähernd 100 Fällen sah das Gericht als nicht bewiesen an. Die Staatsanwaltschaft ist nach wie vor der Überzeugung, dass Alfred Baur zum Teil hochwertige Waren aus dem Tafelladen in Neu-Ulmer mitgenommen hat.

Sollte Baur in zweiter Instanz doch noch wegen Untreue und/oder wegen sexueller Nötigung verurteilt werden, hat dies für ihn keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen mehr. Wie berichtet, hat er sich mit seinem Arbeitgeber auf eine Aufhebung des Arbeitsvertrages geeinigt. Die darf er behalten, auch wenn er doch noch wegen Untreue verurteilt werden würde.

Baur hatte die Vorwürfe mehrfach als „aus der Luft gegriffen und absolut haltlos“ bezeichnet. Anfänglich ließ die BRK-Führungsspitze um Gerold Noerenberg noch die Unschuldsvermutung gelten und Baur wurde bei vollen Bezügen vom Dienst suspendiert.

Nach dem Urteil trennten sich dann der Rot-Kreuz-Kreisverband und sein ehemaliger Geschäftsführer Baur offiziell. Am Ende eines Verfahrens vor dem Arbeitsgericht in Neu-Ulm erhielt der ehemalige BRK-Chef eine Abfindung, über deren genaue Höhe zwar Stillschweigen vereinbart wurde. Es soll sich aber nach Informationen aus dem Kreisverband um einen Betrag zwischen 150000 und 175000 Euro gehandelt haben.

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