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Ulm

06.07.2020

Das Roxy hofft jetzt auf eine gute Biergarten-Saison

Geschäftsführer Christian Grupp (links) und Programmleiter Michael Mutschler bauen stark auf die Einnahmen durch den Roxy-Biergarten.
Bild: Veronika Lintner

Plus Das Ulmer Kultur-Zentrum Ulm verbucht in der Corona-Krise herbe finanzielle Verluste. Der Biergarten-Sommer weckt aber vorsichtige Hoffnungen.

Die Zahl ist so stattlich wie bedrückend: Fast 100 Veranstaltungen musste das Ulmer Kulturzentrum Roxy seit Mitte März verschieben oder absagen. „Eine handvoll Termine mussten wir nun schon zum zweiten Mal verschieben“, erklärt Henning Reinholz. Es ist etwas still geworden um das Roxy. Und trotzdem hat das Roxy zu einer Pressekonferenz eingeladen: Der Geschäftsführer Christian Grupp, Programmleiter Michael Mutschler und Pressesprecher Reinholz, ziehen Corona-Bilanz – und versprechen Lichtblicke für diesen Sommer.

„2019 war aus meiner Sicht ein fantastisches Jahr“, sagt Grupp, der seit 2018 das Roxy leitet. 85700 Menschen besuchten die rund 250 Veranstaltungen im Roxy. Ein Rekord. Vor allem lockte zum ersten Mal der neue „Soundgarten“, der Kulturbiergarten neben dem großen Roxy-Bau, das Publikum im Sommer an: 9000 Gäste. Das Jahr 2020 startete fast ebenso traumhaft, mit 2000 Besuchern bis Mitte März. Doch: „Dann kam Corona“, sagt Reinholz. Nichts ging mehr. Vom 13. März bis Anfang Juni.

Das Roxy hofft auf viel Publikum im "Soundgarten"

Als der Kulturbiergartens eröffnete, war das ein erstes Lebenszeichen für das Publikum. Seit Juni hat der Garten geöffnet und das Team setzt große Hoffnung in den kleinen Garten. „Bisher läuft es gut“, versichert Reinholz. Bis zum 6. September finden dort jetzt 37 Veranstaltungen statt, mit 18 Konzerten und sechs DJs. Vier Kinderprogramme bieten einen Spieleparcours oder auch eine digitale Schnitzeljagd. Eine Ausstellung zur Seenotrettung von „Sea Watch“ findet ab 6. Juli im Biergarten einen Platz . „Wir versuchen, die Zahl von 40 Veranstaltungen auch noch zu übertreffen“, erklärt Mutschler. Dabei hängt das Programm auch von der geltenden Corona-Verordnung ab – und die ändert sich immer noch von Woche zu Woche. Ein Holzzaun grenzt den Biergarten ein. Doch selbst den Garten haben sie noch einmal getrennt, um nicht gegen die Regeln zu verstoßen: Es gibt einen klassischen Biergartenbereich mit Biertischgarnituren – und einen Veranstaltungsbereich mit Stehtischen, in dem lediglich 250 Zuschauer zugelassen sind. Die Grauzonen der Verordnung bleiben ein Unsicherheitsfaktor, erklärt Grupp.

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Das Leben kehrt trotzdem bald in die große Werkhalle zurück – mit einem neuen Format: Eine Roxy-„Late-Night-Show“ feiert dort am 13. Juli Premiere. 250 Zuschauern sollen das miterleben können – „hoffentlich“, fügt Reinholz an. Die Reihe „Summer in the City“ bietet wiederum Soul, Jazz und Singer-Songerwriter-Pop im Biergarten. Keine klassische Tanzmusik, Tanzen im Publikum bleibt verboten.

Im Ulmer Roxy wird auch wieder getanzt

„Choreolab – 249 Choreographic Failures“ heißt das neue professionelle Tanzprojekt im Roxy. Bewerbungen aus 24 Ländern habe man erhalten, sagt Reinholz. Vier Gewinner werden ab 14. Juli in einem jeweils einwöchigen Workshop im Roxy mit Profi-Choreografen zusammenarbeiten. Das Thema passt sowohl zum Berblinger- als auch zum Coronajahr: Scheitern. Für die öffentlichen Proben mit anschließender Publikumsdiskussion beginnt heute der Vorverkauf.

Im Roxy stand das Leben trotz der Schließung nicht still: Für die Roxy-Lockdown-Sessions kamen Profi-Musiker aus der Region zusammen, um – ganz ohne Gage – vier Songs aufzunehmen: Gesang, Gitarre, Drums, Streicher, gemeinsam auf Abstand in der große Werkhalle. Für jeden Song soll es nun ein Musik-Video geben und sogar einen Doku-Film über die Sessions, der bei der Kulturnacht am 19. September Premiere feiern soll. Es war ein Glück im Unglück: „Diese Künstler hätte man sonst, mit vollen Terminkalendern, nie zsammenbekomen“, weiß Mutschler. Eine Fortsetzung des Projekts kann sich das Roxy-Team gut vorstellen. Auch das Duo „Suchtpotenzial“ hat eine neue Reihe begründet: Zum sechsten Mal geben die beiden Kabarettistinnen bald ein Wunschkonzert – die Fans bestimmen das Programm.

Das Roxy verbucht schwere finanzielle Verluste in der Corona-Krise

Dennoch – die Krise bleibt groß: „Jetzt, zur Mitte des Jahres, haben wir bereits 40 Prozent des gesamten eingeplanten Jahreseinkommen verloren. Diese Prozentzahl wächst nun Monat für Monat weiter an“, sagt Reinholz. Dabei profitiert das Roxy von Fördergeldern der Stadt und des Landes. „Das trägt uns zumindest bis zum Jahresende“, sagt Grupp. 70 Prozent muss das Roxy selbst erwirtschaften, aber: „Großveranstaltungen, die uns finanzieren, sind noch nicht möglich.“

Infos unter roxy.ulm.de.

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