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Ulm

24.01.2020

Das Theater Ulm feiert eine Gala mit Stil und Geschichte

Jazz-Posaunist Chris Barber (linkes Bild) trat oft mit seiner Big Band in Ulm auf und gleich mehrmals beim Theaterball. Er blickt gerne auf diese besonderen Galaabende zurück.
Foto: Andreas Brücken (Archiv)

Plus Das Theater Ulm feiert einen Ball, so wie zuletzt in den 80ern. Jazzposaunist Chris Barber erinnert sich an diese Zeit. Mode-Experten geben Tipps fürs Outift.

Tanzen und feiern, sehen und gesehen werden. Der Theater-Ball in Ulm war eine Tradition, die zu Beginn der 80er-Jahre die Kulturszene der Stadt belebte. Und in diesem Jahr wagt das Theater eine Neuauflage. Manch ein Stargast von damals erinnert sich noch an die ersten Galas vor fast 40 Jahren.

Jazz-Legende Chris Barber erinnert sich gern an die Ulmer Theaterbälle

Fast mutet es an wie ein Wink des Schicksals: Auf den Tag genau zehn Jahre vor der diesjährigen Neuauflage eines großen Theaterballs in Ulm, am 15. Februar, kehrte Chris Barber einst zu einem Konzert ans Theater Ulm zurück – damals am 15. Februar 2010. Barber hatte über die Freunde des Theaters Ulm, bei deren Theaterbällen der legendäre Jazz-Posaunist in den 80er-Jahren immer wieder spielte, ein intensives Verhältnis zu Ulm aufgebaut. Zu alt zum Aufhören sei er inzwischen, schmunzelte Chris Barber noch im Jahr 2010 und selbst im November 2018 kam er erneut zu einem Konzert ins Ulmer Kornhaus. Im vergangenen Herbst aber zwang ein Sturz, bei dem er sich die Hüfte brach, den großen Musiker, der in diesem Frühling 90 Jahre alt wird, doch zum Aufhören.

Ria Wigt, Inhaberin des Jazz Labels „Timeless Records“, richtet aber Chris Barbers Botschaft an Ulm für den neuen Theaterball aus: Er habe es immer genossen, in Ulm auf dem Theaterball zu spielen, und die Fans zu treffen, und mit seiner Band seine Musik zu spielen sei ein großes Vergnügen gewesen – auch die enorme Zustimmung zu dieser Musik zu erleben. Großartige Erinnerungen habe er an diese früheren Theaterbälle, lässt Chris Barber ausrichten, und die Hoffnung, dass die Besucher sich auch die Konzerte der Chris Barber Band erinnern und seine Musik weiter hören.

Amelie Fried wird den Ulmer Theaterball moderieren

Chris Barber kann also nur in Gedanken mit dabei sein, wenn am 15. Februar der Ulmer Theaterball über die Bühne geht, als rauschende Ballnacht mit dem Berliner Rambald Bellmann Orchestra und im Podium mit „Madchick of Soul“ – angekündigt von Intendant Kay Metzger. Durch den Abend wird die in Ulm geborene TV-Moderatorin Amelie Fried führen.

Manche Überraschung und die „drei Ulmer Tenöre“ soll es geben, doch ganz nebenbei kurbelt Kay Metzger mit dem gesellschaftlichen Event auch die Konjunktur in Ulm an: „Wir spüren den Theaterball momentan sehr stark“, freut sich beispielsweise der Ulmer Reischmann-Standortchef Martin Reinschmid. Kundinnen seines Modegeschäfts sagen ihm, dass genau ein solches Ereignis in Ulm gefehlt habe – und suchen im Moment das Besondere, merkt Reinschmid, der den Ballbesucherinnen fürs Abendkleid gedeckten Farben empfiehlt.

Nina Ripperger und Nadine Bräutigam von "Mode Reischmann" erklären, was man zu einem Ball in dieser Saison trägt.
Foto: Dagmar Hub

Auch die Sendener Stilberaterin Sonja Grau rät nicht zum rüschigen Bonbon-Kleid für den Theaterball. Elegant soll es sein, sagt sie, wobei ihr Favorit das knieumspielende Cocktailkleid ist. Auch sie empfiehlt gedeckte Farben, wozu gern ein Fascinator-Hütchen, ein Haarreif oder ein Steckkamm mit Perlen, Blüten oder Federn im Haar getragen werden können. „Hochsteckfrisuren sind im Kommen“, sagt Grau.

Mode-Experten empfehlen Männern einen Smoking für den Ball

Für Männer scheint die Kleiderwahl einfacher. Den blauen Anzug? Er würde davon abraten, sagt Martin Reinschmid. Ein schwarzer Anzug oder – falls möglich – ein Smoking sollte es schon sein, zu dem der klassisch-elegante Kummerbund in Schwarz, wie ihn Sonja Grau empfiehlt, oder auch ein Kummerbund in bunten Farben getragen werden kann. Eine Idee für eine textile Reminiszenz an die Zeit des Theaterbaus hat der Sendener Schmid-Geschäftsführer Wolfgang Bögelein: Schwarze Fliege (oder Krawatte) in einem damals beliebten Design, zum Beispiel als „Kaviarpünktchen“.

Die einst in Ulm beliebten jährlichen Theaterbälle, an die Intendant Kay Metzger am 15. Februar anknüpft, starteten 1982 auf Initative der Freunde des Ulmer Theaters - und zur Förderung des Theaters. Deren 2015 verstorbener Gründer Michael C. Wieland holte damals den großen Jazzmusiker Chris Barber nach Ulm, was der Beginn einer dauerhaften Beziehung zwischen den Theaterfreunden und dem Musiker wurde. Die Bälle, erinnern sich Theaterfreunde, fanden nach Ende der Intendanz von Volkmar Clauß – im Jahr 1985 – nicht mehr statt. Die Neuauflage in diesem Jahr feiert das 50-jährige Bestehen des Baus am Herbert-von-Karajan-Platz.

Für den Ball sind nur noch wenige Karten verfügbar. Infos unter www.theater-ulm.de.

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