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05.02.2009

Das Therapiepferd Lina soll dem kleinen Tim helfen

Pfaffenhofen-Biberberg Lina, ein Islandpferd und das Zwergpferd Shaggy grasen friedlich auf einer Koppel hinter dem Haus Adlerstraße 1 in Biberberg. Die beiden haben sich beschnuppert und gleich gut verstanden. Lina ist ein Therapiepferd, das dem kleinen Tim Lucas Datemasch helfen und ihm das Leben lebenswerter machen soll. Der kleine Timmy, wie er von seinen Eltern liebevoll genannt wird, ist Wachkomapatient.

Die Eltern von Tim Lucas, Ron Bruce und Claudia Datemasch, sind beide Reiter. Zusammen mit Mama oder Papa kann Tim auf dem Pferd sitzen, seinen Rhythmus und seine Bewegungen spüren. "Der Körpertonus bei Wachkomapatienten wird dadurch lockerer, die Mobilität und die Wahrnehmung können verbessert werden", erklärt Ron Bruce. Wachkomapatienten leiden an einem schweren Hirntrauma, von dem sie nur ganz langsam in ein wirkliches Leben zurückkommen können. Die Hoffnung, dass sie wieder vollkommen gesund werden, erfüllt sich nur für Wenige. Patienten, die wieder aufgewacht sind, beschreiben den Zustand des Wachkomas als ein "in sich eingesperrt sein, sich nicht nach außen äußern zu können". Ob Fortschritte erreicht werden, ist zumeist von den Angehörigen und Pflegepersonen abhängig, davon, wie viel Liebe und Zuspruch sie einsetzen, sind Tims Eltern überzeugt.

Der kleine Tim war ursprünglich ein kerngesundes Kind. Mit zwei Jahren lief er weg und stürzte in einem Biotop ins Wasser. Er erhielt dabei einen so genannten "Verschlussschock". Dadurch drang zwar kein Wasser in die Lunge ein, aber das Gehirn blieb bis zu seiner Rettung ohne Sauerstoffversorgung. Bis Februar letzten Jahres war Tim in verschiedenen Therapiezentren in Behandlung, wohin ihn die Mutter immer begleitete.

Die Familie wohnt erst seit Kurzem in Biberberg. Ihre vorherige Wohnung in einem Reiterhof in Illertissen wurde ihnen gekündigt. Die kleine Koppel hinter dem Haus in Biberberg stellte Manfred Huber, Inhaber der Käserei Huber, kostenlos zur Verfügung.

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Das Therapiepferd Lina wurde je zur Hälfte vom "Förderverein Wachkomapatienten für Illertissen und Umgebung" und von der "Richard Groer Stiftung zur Hilfe und Förderung bedürftiger Kinder" finanziert. Gestern wurde es von der Vorsitzenden des Wachkomavereins, Inge Nieder, Kassiererin Hilde Eckel und Dr. Richard Groer offiziell an die Eltern übergeben. Das Pferd Lina stammt aus einem Pferdezuchtbetrieb in Adelshausen bei Augsburg, der von Christine Hager geführt wird. Sie stellte Lina zum sehr günstigen Preis von 2500 Euro zur Verfügung. Normalerweise koste so ein Pferd das Doppelte, weiß Ron Bruce. Lina ist sechs Jahre alt. Mit vier Jahren werden die Pferde eingeritten und sie werden gut 30 Jahre alt, sagt die Züchterin.

Ruhiger Charakter

Ein Therapiepferd muss einen ruhigen Charakter haben, darf nicht scheu sein, muss sich gut führen lassen und Disziplin haben, erklärt sie die wichtigsten Kriterien. Den Unterhalt für das Pferd müssen Ron Bruce und Claudia Datemasch selber aufbringen. Da kommt es den Eltern von Tim entgegen, dass die Versorgung und Pflege dieser Rasse, die auf dem Hof in Adelzhausen schon 50 Jahre lang gezüchtet wird, sehr kostengünstig ist. "Die Pferde kommen mit gutem Heu aus, brauchen kein Zusatzfutter und keinen Hafer", erklärt Christine Hager.

Für Richard Groer, der selbst lange Zeit Reitsport betrieben hat, war die Unterbringung, das Vorhandensein einer Koppel und der Unterhalt des Pferds ein wichtiges Thema. Bei einem Vortrag im Illertisser Stadtrat lernte er den Förderverein kennen.

Dass Tim die Arbeit mit Therapiepferden gut tut, haben seine Eltern schon feststellen können. Die Anfahrt, beispielsweise nach Burgau, war jedoch zu lang und bedeutete für den kleinen Patienten durch Spastikanfälle zu viel Stress.

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