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Diakonie

08.04.2011

Das Vergessen mit anderen teilen

Neuer Gesprächskreis für Demenzkranke. Erstes Treffen am 18. April

Ulm Laut Statistik gibt es in Ulm etwa 1300 Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Tendenz: steigend. Für Angehörige von Patienten gibt es verschiedene Einrichtungen, die weiterhelfen, doch für Betroffene fehlte bislang ein entsprechendes Angebot – sogar in ganz Baden-Württemberg. Die Sozialfachwirtin Alexandra Werkmann und die Religionspädagogin Ulrike Domay-Weil von der Evangelischen Diakonie haben sich deshalb zusammengesetzt und unter dem Motto „Das Vergessen teilen“ einen neuen Gesprächskreis für Menschen mit beginnender Demenz ins Leben gerufen.

Weil Demenz in erster Linie eine Alterskrankheit ist, wird die Diagnose im Zuge des demografischen Wandels immer häufiger gestellt. Doch auch viele jüngere Menschen, zum Teil erst um die 40, seien betroffen, sagt Alexandra Werkmann. Für diese Patienten ist der Umgang mit der unheilbaren Krankheit besonders schwer. Mit dem neuen Gesprächskreis im Haus der Begegnung sollen Betroffene – gleich welchen Alters – die Möglichkeit bekommen, sich auszutauschen, über ihre Erfahrungen zu berichten und sich mit der veränderten Lebenssituation auseinanderzusetzen.

In der Gruppe können sie unter fachlicher Anleitung über alles sprechen, was ihnen durch den Kopf geht oder auf dem Herzen liegt. Die Expertinnen geben außerdem Informationen über die Erkrankung und über Hilfsmöglichkeiten weiter.

Das Vergessen mit anderen teilen

„Es ist wichtig, dass dies in einem neutralen Raum stattfindet, deshalb haben wir auch das Haus der Begegnung gewählt“, erläutert Alexandra Werkmann. Es handle sich um ein niederschwelliges Angebot. Jeder Betroffene könne anonym bleiben. Man muss sich nicht anmelden, „und wenn jemand nichts sagen möchte, ist das auch okay“.

Durch ihre Anfragen bei Ärzten und Beratungsstellen hätten sie festgestellt, dass es einen enormen Bedarf gibt, sagt Ulrike Domay-Weil. „Da ist wirklich eine Lücke.“ Für viele sei das Thema noch ein Tabu. Hier wollen die Expertinnen ansetzen. Der erste Termin für den Gesprächskreis ist am Montag, 18. April. Weitere folgen am 2. und 16. Mai, jeweils von 14 bis 15.30 Uhr im Haus der Begegnung (Grüner Hof 7, Raum: Runder Tisch). (mru)

Mehr Infos bei Alexandra Werkmann, (0731)1538-505, oder bei Ulrike Domay-Weil, (0731)1538-400.

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