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Weißenhorn

21.11.2018

Das Weißenhorner Trinkwasser ist wieder keimfrei

Weißenhorner müssen das Trinkwasser nicht mehr abkochen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Das Gesundheitsamt hat das Abkochgebot aufgehoben. Eine Woche lang mussten Bürger mit Einschränkungen leben. Für die Klinik war der Mehraufwand enorm.

Gute Nachrichten für alle Kunden des Wasserwerks Weißenhorn: Sie müssen ihr Trinkwasser nicht mehr abkochen. Am Mittwochmittag hat das Gesundheitsamt Neu-Ulm das Abkochgebot aufgehoben, das seit vergangenen Donnerstag bestanden hatte. Bewohner von Weißenhorn, Attenhofen, Hegelhofen, Grafertshofen, Emershofen und Bubenhausen mussten dadurch in ihrem Alltag erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen.

Auch Supermärkte bekamen das zu spüren: Denn viele Betroffene griffen lieber zu gekauften Wasserflaschen, als immer wieder Wasser abzukochen. Wie Facebook-Nutzer berichteten, waren in einigen Supermärkten in der Umgebung die Regale für die Wasserflaschen ziemlich leer gefegt.

Patienten in der Stiftungsklinik Weißenhorn durften nicht duschen

Grund für das Abkochgebot als Vorsichtsmaßnahme war wie berichtet eine Verunreinigung des Trinkwassers mit coliformen Bakterien. Nach sorgfältigen Analysen und Kontrollen seien keine Auffälligkeiten und Beeinträchtigungen des Wassers mehr festgestellt worden, teilte die Stadt Weißenhorn am Mittwochmittag mit. Das Gesundheitsamt habe daher das Trinkwasser zur allgemeinen Nutzung wieder freigegeben. Es könne wieder in vollem Umfang wie gewohnt verwendet werden.

Aufatmen können neben den Bürgern in den betroffenen Haushalten nun auch das Personal und Patienten in der Weißenhorner Stiftungsklinik. „Es ging gut und es ist glücklicherweise nichts passiert“, sagte Klinik-Sprecherin Edeltraud Braunwarth auf Nachfrage. Für das Pflege-Personal in der 160-Betten-Einrichtung habe das Abkochgebot einen riesigen Mehraufwand bedeutet. So durften die Patienten aus Sicherheitsgründen zum Beispiel nicht duschen. Waschen war möglich, aber natürlich nur mit abgekochtem Wasser. Fürs Zähneputzen durften sie nur Wasser aus Flaschen verwenden.

Doch was war überhaupt der Grund für die Verunreinigung? Nach Angaben der Stadtverwaltung war die wahrscheinlichste Ursache eine Verkeimung des Eisen-Mangan-Filters im Pumpenhaus in Grafertshofen. Beide Filterbehälter seien routinemäßig bereits am 14. November, also am Mittwoch vor einer Woche, für einige Stunden vom Netz genommen und gespült worden, teilte die Stadt mit. Am Dienstag, 20. November, seien die beiden Behälter erneut gespült und desinfiziert worden. Ebenso wurde das gesamte Ortsnetz gespült, um das Wasser zu erneuern.

Die Stadtverwaltung in Weißenhorn entschuldigt sich

In einer Wasserprobe, die bereits am 12. November hinter dem Eisen-Mangan-Filter des Wasserwerks genommen wurde, waren wie berichtet 24 coliforme Bakterien pro 100 Milliliter festgestellt worden. Der Grenzwert liegt bei 0. Vergangenen Montag teilte das Labor dem Wasserwerk noch mit, dass diese Probe eine stärkere Trübung und einen erhöhten Mangangehalt aufwies. Dieser Befund hat sich dem Wasserwerk zufolge bei sofort vorgenommenen Nachkontrollen an mehreren Stellen einen Tag später, also am 20. November, aber nicht bestätigt.

In ihrer Mitteilung bedankte sich die Stadt Weißenhorn am Mittwochmittag nicht nur beim Gesundheitsamt für die Unterstützung, sondern auch bei den betroffenen Bürgern für das entgegengebrachte Verständnis. Gleichzeitig entschuldigt sich die Verwaltung unter Rathauschef Wolfgang Fendt für die Unannehmlichkeiten durch das Abkochgebot. Sie betonte aber auch: „Die Gesundheit unserer Bürger steht für uns an erster Stelle.“

Für Rückfragen steht das Wasserwerk Weißenhorn unter der Telefonnummer 07309/84-302 zur Verfügung.

Lesen Sie dazu auch: Keime im Wasser: Was Bürger wissen müssen und Ein Allgäuer Unternehmen kämpft mit Wasserfiltern gegen den Tod.

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