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Pfaffenhofen/Roth

16.11.2019

Das ehemalige Lidl-Lager in Pfaffenhofen verwildert

Die Pfaffenhofer Verwaltung will beim Inhaber des ehemaligen Lild-Lagers darauf dringen, dass das Geländeumfeld wieder besser gepflegt wird. Bei der Bürgerversammlung in Roth waren die „unhaltbaren Zustände“ angesprochen worden.
Bild: Willi Baur

Bei der Bürgerversammlung in Roth beklagen sich Zuhörer über die Parksituation. Außerdem gibt es Kritik an den Zuständen im Industriegebiet und am Bürgermeister.

Im Ton moderat, in der Sache mitunter happig – so hat sich am Donnerstagabend die Bürgerversammlung für die Pfaffenhofer Ortsteile Roth, Berg, Hirbishofen und Luippen gestaltet. Zur Sprache kamen im Anschluss an den Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Josef Walz nicht nur kommunalpolitische Dauerbrenner, sondern unter anderem auch das Umfeld des ehemaligen Lidl-Lagers im Pfaffenhofer Gewerbegebiet.

Kritik am harten Trinkwasser in der Marktgemeinde, am Ausbau der Hauptstraße in Pfaffenhofen, am derzeit laufenden Neubau des Rothuferweges und an der Neugestaltung der Diepertshofer Ortsmitte sind inzwischen Standard bei den Aussprachen mit dem Rathauschef. Aber zumindest im Ortsteil Roth reift offenbar ein neues Brennpunkt-Thema heran. Und zwar direkt im Umfeld des Gasthauses Adler, wo sich diesmal im Nebenzimmer fast 50 Zuhörer drängten, darunter einige Marktgemeinderäte.

Die Parksituation sei schon jetzt unverantwortlich, hieß es in mehreren Wortmeldungen, und sie dürfte sich mit der Fertigstellung eines kürzlich genehmigten Mehrfamilienhauses noch verschärfen. Kommandant Andreas Schweiggert zufolge hatte auch die Feuerwehr unlängst bei einem Einsatz im Unterdorf Probleme mit der Durchfahrt. Überdies verursachten einige dort geparkte Fahrzeuge Ölflecken auf der Straße. Die Polizei schaue wohl gelegentlich vorbei, tätig werde sie aber nicht. „Vermutlich der ausländischen Kennzeichen wegen“, sagte Schweiggert.

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Parkverboten in Roth erteilte Josef Walz eine Absage

Für Walz ist das kein Grund, dort nicht einzugreifen. Verschiedentlich geforderten Parkverboten indes erteilte er eine Absage: „Das können wir ohne triftige Gründe nicht anordnen.“ Eine echte Verkehrsgefährdung erkenne er momentan noch nicht. Grundsätzlich stellte Walz fest: „Wir können nicht alles mit Schildern regeln.“ Die Kommune sei vielmehr gehalten, möglichst viele Verkehrszeichen abzubauen.

Die Frage nach einem Radweg von Kadeltshofen nach Straß konnte Walz nicht beantworten: „Der war ja entlang der Staatsstraße im Zusammenhang mit deren Neutrassierung geplant. Aber diese ist bekanntlich wegen der am Widerstand der Bürger gescheiterten Umfahrung von Berg ebenfalls geplatzt.“ Ob und wann das Vorhaben wieder aufgegriffen werde, sei offen.

Umgehend prüfen lassen will der Rathauschef die Löschwasserversorgung in Hirbishofen. Die Bewohner dort sind dem Feuerwehrkommandanten zufolge kürzlich bei einer Übung im wahrsten Sinne des Wortes trockengelegt worden. Möglicherweise, sagte Schweiggert, sei die vor einigen Jahren neu verlegte Leitung nicht ausreichend dimensioniert. Verschärft werde das Problem durch die mitunter fast ausgetrocknete Leibi.

Viele Funklöcher im Handynetz in Pfaffenhofen

Nicht versprechen wollte Walz zusätzliche Öffnungszeiten des örtlichen Wertstoffhofes. Er begründete die Zurückhaltung mit den derzeitigen Überlegungen, die Müllentsorgung wieder von den Kommunen auf den Landkreis zu übertragen. Er hält das für sinnvoll: „Da kommen immer mehr Aufgaben auf uns zu, auch durch neue Vorgaben.“ Mit dem eigenen Personal sei das auf Dauer nicht zu bewältigen.

Nicht bekannt sei ihm die künftige Verwendung des ehemaligen Lidl-Lagers, sagte der Bürgermeister. Unabhängig davon werde die Verwaltung beim Inhaber auf eine Beseitigung der „unhaltbaren Zustände“ entlang der Gehwege im Umfeld dringen, wie sie Hermann Holl beklagt hatte. Recht gab Walz dem früheren Marktrat auch bei dessen Kritik am Mobilfunknetz im Marktbereich. „Die Funklöcher sind verglichen mit anderen Ländern ein Armutszeugnis für unsere Republik“, sagte Holl, der mehr als die Hälfte der knapp zwei Dutzend Wortmeldungen beisteuerte.

Ein Mini-Kreisel an der Taverne-Kreuzung wäre sinnvoller gewesen als die Ampel-Lösung, die „Neue Mitte Diepertshofen“ sei Schwachsinn für teures Geld und mit dem Rothuferweg wolle sich „jemand ein Denkmal setzen“, kritisierte Holl. Dem widersprach Walz nachdrücklich. Ferner monierte Holl unter Berufung auf einen namenlosen Informanten, dass es bei der Vergabe der Müllabfuhr vor 21 Jahren „Lumpereien“ gegeben habe. Das wollte Walz so nicht stehen lassen. Ebenso wenig die abschließende Äußerung des Rother Bürgers an seine Adresse: „Du bist seit 20 Jahren überbezahlt.“ Seine Besoldung orientiere sich an den gesetzlichen Vorgaben, sagte Walz, und verglichen mit Gehältern in der Wirtschaft sei sie bei ähnlichen Belastungen und Verantwortlichkeiten angemessen.

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