1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Das geheime Leben der Maschinen

Ausstellung

14.02.2017

Das geheime Leben der Maschinen

Impressionen von Baustellen sind dank Lukas Pfalzer und Manuel Rees derzeit in der Roxy-Galerie zu sehen.

Die Förderpreisträger Lukas Pfalzer und Manuel Rees widmen sich im Roxy der Ästhetik von Baustellen

Baustellen gelten gemeinhin nicht als Ort künstlerisch-ästhetischer Offenbarungen. Da ist Effizienz gefragt, da geht es laut zu. Als Lukas Pfalzer, Förderpreisträger in der Sparte Film bei der „Jungen Ulmer Kunst“ ausgezeichnet wurde, arbeitete er schon regelmäßig mit Kollege Manuel Rees an Film- und Fotoprojekten. Eingriffe in die Umwelt beschäftigten beide, und so beschlossen sie, sich für ihre Förderpreis-Ausstellung im Roxy das Baugewerbe vorzunehmen. Sie waren – so sagt es auch der Ausstellungstitel – „An der Konstruktion beteiligt“.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Wochenlang waren sie mit Mikrofon und Kamera bewehrt auf Baustellen unter anderem in Ravensburg, Ulm, Stuttgart und Biberach unterwegs, um insbesondere Baustellenfahrzeuge und -maschinen zu filmen. Das Ergebnis ist eine Art Psychogramm der Maschinen. Der Umgang mit Material, das geformt, zerschlagen, zersägt, aufgebaut, modelliert wird, das ist es, was die freie Kunst und das Baugewerbe wohl gemeinsam haben – und wirklich arbeitete Pfalzer, der an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein bei Halle studierte, dann auch auf Baustellen, um sich mit ästhetischen und funktionalen Aspekten des Bauens vor Ort zu befassen.

In den filmischen und fotografischen Arbeiten der kleinen, feinen Ausstellung wird die Baustelle „als Werkstatt möglicher Heimat“ gezeigt, aber auch als Raum von Fantasien, die sich erst langsam zu einem Raum von faktischen Gegebenheiten schließen. Ein Video-Triptychon inszeniert mit malerischen Motiven den Rohbau als kontemplativen Ort. Eine Serie von Fotografien inszeniert gewitzt Baustellenutensilien vom Bauhelm über die Kabeltrommel bis zum Klemmbrett als theatrale Bühne. Das Zentrum aber bildet der auf zwei Sichtschirme verteilte Film, der ganz ohne menschliche Figuren auskommt. Dadurch verlieren die Ein- und Durchsichten in einem Zementwerk oder im Albtunnel der Bahn ihre Größenverhältnisse. Maschinen stellen sich als Kreaturen dar, in einem Kosmos mit individuellen Geräuschen. Eine Ausstellung, die längere Betrachtung verdient - aber leider nur sehr kurz zu sehen ist.

Bedauerlicherweise endet diese Reise in die Seele der Baustellen und Baumaschinen schon am Freitag, 17. Februar; am Donnerstag ist „An der Konstruktion beteiligt“ geschlossen. Lukas Pfalzer führt jeden Tag gegen 17 Uhr durch die Ausstellung.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren