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Ulm

27.05.2015

Das ist die neue Straßenbahn

Noch ist es nur eine Visualisierung am Computer, aber schon bald soll der neue Avenio M durch Ulm fahren. SWU Verkehr und Siemens haben nun einen Vertrag über den Kauf von zwölf solcher Straßenbahnwagen unterschrieben.
Bild: SWU Verkehr/Siemens

Die Stadtwerke kaufen bei Siemens zwölf neue Wagen für insgesamt 32 Millionen Euro. Bis der erste Combino-Nachfolger durch Ulm fährt, dauert es aber noch ein wenig.

Jetzt ist es offiziell: Siemens liefert zwölf neue Straßenbahnen vom Typ Avenio M nach Ulm. Einen entsprechenden Vertrag haben die SWU Verkehr und der Münchner Konzern nun unterschrieben. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf etwa 32 Millionen Euro. Angesichts der finanziellen Situation der Stadtwerke wird die Stadt den größten Teil dieser Summe wohl in Form eines Gesellschafterdarlehens oder durch Kapitaleinlagen vorstrecken. Der Vertrag mit Siemens umfasst zudem eine Option über die Lieferung sechs weiterer Trams. Die neuen Straßenbahnen sind für den Einsatz auf der künftigen Linie 2 vorgesehen. Sie sollen aber auch auf der bestehenden Strecke zwischen Söflingen und Böfingen zum Einsatz kommen. Das erste Fahrzeug soll innerhalb von 24 Monaten geliefert werden, also bis Mitte 2017. Die Lieferung des letzten Fahrzeugs ist für Frühjahr 2018 geplant. Die Produktion erfolgt im Siemens-Werk Wien. Die Fahrwerke werden in Graz produziert, die Leit- und Antriebstechnik kommt aus dem Siemens-Werk Nürnberg.

„Der Avenio ähnelt in vielem dem vorhandenen Combino, sodass wir unseren Fahrgästen ein bewährtes Fahrzeug anbieten können“, zeigt sich SWU-Verkehr-Geschäftsführer Ingo Wortmann zufrieden mit dem Ergebnis der Ausschreibung. Er fügt hinzu: „So können wir die künftig zwei Tramlinien aus einem fast einheitlichen Fahrzeugpool bedienen. Das ist auch wirtschaftlich vernünftig.“

„Der Auftrag ist ein wichtiger Meilenstein für das Siemens-Straßenbahngeschäft“, sagt Sandra Gott-Karlbauer, Leiterin des weltweiten Geschäfts mit Nahverkehrsfahrzeugen bei Siemens. Nach München sei die Bestellung aus Ulm der zweite Auftrag aus Deutschland. In der bayerischen Landeshauptstadt sind seit Beginn des Jahres acht neue Trams im Einsatz. „Die Straßenbahn für Ulm ist gleichzeitig aber auch eine Premiere. Erstmals kommt eine Multigelenk-Variante des Avenios zum Einsatz.“

Die künftige Linie 2 verbindet die Wissenschaftsstadt im Norden mit dem Hauptbahnhof und der Ulmer Innenstadt sowie dem Kuhberg im Südwesten. Den Baubeschluss hat der Ulmer Gemeinderat am 6. Mai mit großer Mehrheit gefasst.

Die neue Straßenbahnlinie mit 20 Haltestellen wird 10,5 Kilometer lang sein. Davon sind 9,3 Kilometer und 18 Haltestellen neu zu bauen. Der Bau erfordert inklusive Betriebshoferweiterung Investitionen in Höhe von etwa 192 Millionen Euro. Es sind öffentliche Fördermittel von Bund und Land in Höhe von 85,3 Millionen Euro zugesagt. Den übrigen Teil der Investition finanziert die Stadt Ulm. Auch das Busnetz wird angepasst. Dadurch soll die Straßenbahn optimal in das vorhandene Verkehrsnetz eingebunden werden. Die Stadt Ulm weist zudem neue Wohnbauflächen entlang der Tramstrecke aus, wodurch weitere Impulse für die Stadtentwicklung gesetzt werden.

Im Erscheinungsbild unterscheidet sich der Avenio vor allem in der Front- und Heckgestaltung vom derzeit in Ulm eingesetzten Combino. Die neuen Wagen werden dem SWU-Design angepasst in den vertrauten Farben blau, hellgrau und weiß. Das typische, geschwungene Seitenprofil am Triebkopf wird in Anlehnung an die heutige Combino-Optik weiterentwickelt. Fortgesetzt wird auch diese Tradition: Jeder Wagen wird den Namen einer historischen Persönlichkeit tragen, die mit der Stadt Ulm verbunden war.

Die alten Straßenbahnwagen zählen übrigens noch nicht zum alten Eisen: Wie SWU-Sprecher Bernd Jünke sagte, werden die Combinos auch künftig in Ulm unterwegs sein. Wenn die neue Trasse für die Straßenbahn fertig ist, sollen auf den zwei Linien beide Fahrzeugtypen eingesetzt werden. Die Stadtwerke haben derzeit acht Wagen für den regulären Betrieb und zwei als Reserve.

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