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Premiere

17.03.2012

Den großen Katzen ganz nah

Manager Jan Walliser erklärt den Zuschauern auf der Hasenwiese das Wesen der sibirischen Tiger. Sein Lebenspartner Christian setzt beim Training der Raubkatzen auf ein sanftes Belohnungssystem.
Bild: Dave Stonies

Auf der Hasenwiese gab es gestern eine imposante Tigershow zu bestaunen

Weißenhorn Das kleine Tor geht auf und Ashanti, Neomi und Kumal laufen in das kleine Zelt ein. Gespannt schauen die Kinder in der ersten Reihe auf die sibirischen Tiger. „Wow sind die groß“, sagt ein Mädchen. Manager Jan Walliser fängt an zu erzählen. „Die Tiger beschnuppern jetzt das Gelände, denn heute ist Premiere und die Tiere müssen sich den Duft gewöhnen.“ Ein paar Augenblicke später sind die drei Großkatzen ruhiger und Dompteur Christian Walliser betritt den Käfig. Er wird konzentriert von sechs Tigeraugen verfolgt. An der linken Hüfte hat er einen kleinen Beutel mit Fleischstücken – und schon gehört die volle Aufmerksamkeit der Tiere dem Dompteur.

Jan erzählt die Geschichte der Schwestern Neomi und Ashanti. Sie wurden im Mai 2008 geboren und von Christian mit der Flasche aufgezogen. Sie vertrauen dem Tierbändiger, denn für sie ist Christian wie eine Mutter. Dennoch muss sich der Dompteur voll konzentrieren. So eine Katze wiegt über 200 Kilogramm und ist immer noch ein wildes Tier.

Tiger können schon mal zickig sein

Den großen Katzen ganz nah

Christian Walliser lehnt sich an einen Balken, der auf zwei Podesten liegt. Während er seinen Kopf nach hinten streckt, läuft der über 250 Kilogramm schwere Kater Kumal vorsichtig darüber. Ein heikler Moment: Denn der Tiger kann schon zickig sein, wie Moderator Jan den rund 40 Zuschauern erzählt. Nach ein paar weiteren Kunststückchen war es das vorerst. Die drei Katzen verlassen das Zelt und Jan steht nun Rede und Antwort. Er erzählt den Zuschauern von dem tragischen Unfall seines Lebenspartners im Jahre 2009, der während einer Show stolperte und von drei anderen Tigern seiner Show angefallen wurde. Die Tiere bissen ihn in den Kopf, zertrümmerten sein Becken. „Die Tiger haben keine Schuld“, versichert Jan; es sei ein natürliches Verhalten. Dann folgen Fragen zum Thema Fütterung, Tierhaltung und Charakter der Tiere.

Ein Mädchen will schließlich wissen, wann es endlich weitergeht. Dann kommen auch schon die nächsten drei Kollegen von Ashanti und Co. Ihre Namen klingen geheimnisvoll: India, Radja und Jaipur. Es sind jene Tiger, die Christian angegriffen haben. Jan erzählt, dass Christian diese Tiere aus einer schlechten Haltung übernahm. Sie haben ein völlig anderes Wesen als die Flaschenkinder Neomi und Ashanti. Ein Bestrafungstraining ist daran schuld.

Bei der Tigershow von Christian wird hingegen nach einem Belohnungssystem gearbeitet. Das sei zwar langwieriger, aber dafür keine Quälerei, versichert Jan. Nach weiteren Kunststücken wie „Männchen machen“ oder der Sprung von India und Radja ist der zweite Teil vorbei und die Zuschauer dürfen sich noch die Fütterung anschauen. Für jeden Kater gibt es acht bis zehn Kilogramm Fleisch, dann schlafen die Raubtiere.

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