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16.12.2010

Der Baby-Muck rettet junge Leben

Der Baby-Muck rettet junge Leben
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Der Baby-Muck rettet junge Leben

Neu-Ulm Ein kleiner durchsichtiger Kasten, umringt von feinen Kabeln, unzähligen Knöpfen und Maschinen. Auf einer Fahrtrage montiert ist die kleine Box das Herzstück des neuen Babynotarztwagens "Baby Muck", der gestern vom Förderkreis für intensivpflegebedürftige Kinder Ulm an das Deutsche Rote Kreuz übergeben wurde. Als rollende Intensivstation wird der mit einem Inkubator - einer Art Brutstätte für Frühgeborene - ausgerüstete Krankenwagen künftig für den sicheren Transport früh- oder neugeborener Kinder in der Region eingesetzt.

Zarte Finger, die Haut durchscheinend und blass - kaum größer als der Unterarm eines Erwachsenen ist ein Frühgeborenes besonders schwach und anfällig. "Ein mit Luftkissen gefederter Inkubator sorgt deshalb für einen sicheren und schonenden Transport", erklärt Ludwig Merkle, Konstrukteur des "Baby-Mucks". Durch eine ganz spezielle, auf modernsten Kenntnissen basierende Luftfederung am Fahrgestell und unter dem Inkubator könnten Erschütterungen abgefedert und das Transportrisiko für die kleinen Patienten minimiert werden. "Außerdem verfügt er über ein speziell für Babys zugeschnittenes Beatmungsgerät."

Zum Einsatz kommt der rollende Retter immer dann, wenn ein kleiner Patient zu einer speziellen Untersuchung oder einem operativen Eingriff in eine andere Klinik verlegt werden muss. Damit löst er in seiner Funktion seinen Vorgänger - den "Kleinen Muck" - ab. Für die nötige Versorgung der Säuglinge im Krankenwagen sorgt wie bisher ein Kindernotarzt der Uniklinik Ulm, der bei jedem Einsatz mit an Bord ist. "Gedacht ist der Babynotarztwagen für Säuglinge bis zu sechs Kilo", erklärt Merkle. In Ausnahmefällen könne er aber auch größere Kinder bis zum Alter von drei Jahren aufnehmen. "Der Inkubator wird dann aus- und eine extra Liege eingebaut."

Mit Herz und Eigeninitiative zum Ziel: Für die Einführung des Krankenwagens hat der Förderkreis für intensivpflegebedürftige Kinder Ulm knapp zwei Jahre lang Spenden gesammelt. Eine notwendige Maßnahme, da Sonderfahrzeuge wie der "Baby-Muck" von den Kostenträgern des Gesundheitssystems nicht finanziert werden. Knapp 250 000 Euro konnten insgesamt gesammelt werden - die Höhe der Spenden reichte dabei von 15 bis zu 14 000 Euro. "Wir sind sehr glücklich über die große Spendenbereitschaft", erklärt Mathilde Maier, Vorsitzende des Förderkreises. Nur durch die Unterstützung vieler Firmen und Menschen aus der Region könne ein so großes Projekt gestemmt werden. Eine große Hilfe für die Kleinsten und Schwächsten der Gesellschaft.

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