1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Der Dorfplatz wird größer

Holzheim

27.07.2018

Der Dorfplatz wird größer

Die Planungen für den Dorfplatz werden erweitert.
Bild: Archivfoto Willi Baur

Der Pfarrgarten und der Johann-Geier-Weg sollen bei der Umgestaltung integriert werden. Das verursacht erhebliche Mehrkosten.

In die geplante Neugestaltung des Dorfplatzes sollen drei zusätzliche Bereiche einbezogen werden: Der Vorgarten des Pfarrheimes, der vordere Bereich des Johann-Geier-Weges und ein nördliches Teilstück der Kirchstraße. Das hat der Gemeinderat am Mittwoch in einer außerplanmäßigen Sitzung nach intensiver Debatte mehrheitlich beschlossen.

Das kurzfristig anberaumte Treffen war Bürgermeisterin Ursula Brauchle zufolge aufgrund eines Schwenks der Pfarrgemeinde nötig geworden. Diese hatte demnach zunächst den Vorplatz des Pfarrheimes in eigener Regie umgestalten wollen, die dazu von einer Landschaftsarchitektin vorgelegte Planung später jedoch verworfen, insbesondere heftiger Proteste einiger Anlieger wegen. Nachdem die Planungen von Pfarrei und Kommune im Hinblick auf ein einheitliches Erscheinungsbild der beiden Bereiche ohnehin aufeinander abgestimmt werden sollten, sei daraufhin ein von der Gemeinde beauftragter anderer Architekt um einen Alternativ-Entwurf gebeten worden. Die Kosten dafür führten bei den Verantwortlichen der Kirchenverwaltung wohl zu Schluckbeschwerden: Statt der ursprünglich veranschlagten 140000 rechnete dieser Architekt nun mit 230000 Euro. Die Übernahme der Mehrkosten seitens der Pfarrei sei fraglich, sagte Brauchle.

So viel zur Vorgeschichte, die indes auch eine Lösung des Dilemmas beinhaltete: Planungshoheit und Übernahme der Kosten für die Neugestaltung des Pfarrheim-Vorplatzes samt Aufnahme in das angestrebte Eler-Förderprogramm durch die Gemeinde bei einer finanziellen Beteiligung der Pfarrei respektive Diözese in der bislang kalkulierten Größenordnung.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wobei die Kommune damit einerseits EU-Mittel beantragen kann, andererseits den bei Projekten dieser Art üblichen Baukostenzuschuss in Höhe von zehn Prozent beisteuern soll. Ferner besteht Brauchle zufolge im Vereinsring Konsens, dass über drei Jahre die Dorffest-Erlöse hälftig der Pfarrei zukommen sollen. „Das können wir allerdings als Gemeinde nicht für den Vereinsring mit der Diözese regeln“, schränkte sie ein.

Ansonsten soll die von der Pfarrei der Gemeinde im Gegenzug eingeräumte öffentliche Nutzung des Vorplatzes für zwölf Jahre in einer Zweckvereinbarung geregelt werden. Problem nur: Die Vereinbarung, in der neben der Kostenverteilung auch die öffentliche Nutzung festgeschrieben werden soll, wird derzeit von der Diözese vorbereitet und muss noch von deren Finanzausschuss beraten werden. Der Vor-antrag für die EU-Fördermittel aber muss laut der Bürgermeisterin schon nächste Woche, der endgültige Antrag dann Ende September eingereicht werden. Und das Gremium geht jetzt in die Sommerpause. „Die Zeit drängt, ich brauche Handlungsfreiheit“, sagte Brauchle.

Der Gemeinderat verzichtete denn auch auf eine Beteiligung an der Zweckvereinbarung, signalisierte „volles Vertrauen“ (Zweiter Bürgermeister Thomas Hartmann). Weniger einheitlich gestaltete sich die Reaktion auf die vorsichtig formulierte Anregung der Bürgermeisterin, „darüber nachzudenken, ob wir nicht den Johann-Geier-Weg und ein weiteres Stück der nördlichen Kirchstraße in die Dorfplatz-Neugestaltung einbeziehen sollen“. Ihr Argument: „Eine einmalige Chance, den Vorplatz vor dem Rathaus aufzuweiten.“ Planer Thomas Lauterbach bezifferte die Brutto-Mehrkosten auf knapp 80000 Euro. 50000 davon bleiben laut Brauchle an der Kommune hängen. Ob zusätzliche Aufwendungen für Kanal und Wasserleitungen im Johann-Geier-Weg erforderlich würden, mochte Bauamtsleiter Alexander Gehr nicht beurteilen: „Dazu müssen wir die Unterlagen prüfen.“

In der nachfolgenden Diskussion waren die Meinungen gespalten, bewegten sich zwischen Euphorie und strikter Ablehnung. Brauchle hatte letztlich die Mehrheit hinter sich.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20G%c3%a4nstorbr%c3%bccke-2018-11-17-18-038.tif
Ulm/Neu-Ulm

So lief der tonnenschwere Test auf der Gänstorbrücke

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden