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Konzert

04.10.2013

Der Drache trumpft im Roxy auf

Sängerin Fola Dada und Hellmut Hattler überzeugten bei einem zweistündigen Konzert im Roxy.
Bild: Roland Mayer

Virtuose und überzeugende Melange um Hattlers neues Album „Kite“

Ulm Fola Dada sonnt sich im Rampenlicht. Sie tänzelt mit dem Mikrofon. Geht mit dem Bassminister auf Tuchfühlung. Flirtet mit dem Gitarristen. Lässt auch den Drummer nicht entwischen. Doch das reicht ihr noch längst nicht. Ihr Blick schweift ins Publikum. Ist da noch jemand? Die theatralische Episode ist der Sängerin auf den Leib geschneidert. Hattler heißt die Formel dieser Romanze. Ein Clubsound-Quartett macht im Roxy zwei Stunden Livemusik im Überflieger-Rhythmus: Schweiß und Samplings, Schwelgen mit System – eine cool köchelnde Mischung aus Poprock, Elektro-Funk, Jazz und House.

„Richtig glücklich“ ist Echo-Preisträger und Ausnahmebassist Hellmut Hattler mit „The Kite“ (Der Drache), dem siebten Album und aktuellen Verkaufsschlager seiner Band-Variante Hattler, die im Roxy mit Sängerin Fola Dada, Gitarrist Torsten de Winkel und Drummer Oli Rubow als lässige Longplayer nicht nur bei den jüngsten Stücken verweilen. Denn zum frisch gepressten Material mit dem schwelgenden „Fine Days“ kommen ältere Hattler-Songs wie etwa „Nachtstrom“ (aus dem 2003er-Album „Mallberry Moon“). Da steigt weit verästelter Düsterrock durch die Boxen auf, bleibt jedoch Teil des universellen Fusion-Konzepts, das digitale Programmierkünste mit den Referenzen einer Liveband kombiniert.

Für Dadas Alt ist auch der Zuckerguss in hohen Lagen kein Problem. Sie ist der Sonnenschein der Band, die im Roxy in den rein instrumentellen Parts auch als Trio überzeugen kann. Wer in der Bühnenmitte wirkt, wird im Nu per Videokamera auf einer digitalen Projektionsfläche vervielfältigt, wo sich ansonsten die gechipten Visuals tummeln, die auf den Charakter der einzelnen Songs abgestimmt sind.

Da gibt schon mal ein delikater African Shuffle dem Elektro-Funk frischen Auftrieb. In der Mischung von Alt und Neu, Nu-Rock und DJ-Salven, verleugnet Gitarrist Torsten de Winkel seine jazzige Herkunft weder in den Soli noch dann, wenn er mit peitschenden Schlagakkorden den Hattler-Drachen lenkt – oder in seiner Solonummer ganz klanglyrisch auftrumpft. Hellmut Hattler, der 61-Jährige, in Ulm geborene und in Senden wohnende Ausnahmemusiker scheint mit seinem Fretless-Bass und seinem Plektrum auf immer und ewig verschmolzen. In dieser Zeitreise flutscht auch der virtuose „Dinner“-Song, den er mit Torsten de Winkel auf der gemeinsamen Scheibe „Humanimal Talk“ bereits 1989 virtuos beackert hat. Die obligatorische Beatnic-Sonnenbrille, die trug er auch im Roxy. Keine Sorge: Hattler-Kite & Co spie keine Kröten, sondern spuckte einen Festschmaus aus.

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