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26.06.2009

Der Geburtshelfer von Kloster Roggenburg

Roggenburg Prämonstratenser-Pater Rainer Rommens, der Prior des Klosters Roggenburg, feiert am Sonntag sein 40-jähriges Priesterjubiläum.

Der 1944 in Holland geborene Wahlschwabe ist ein profunder Historiker, Administrator und begeisterter Philosoph und bezeichnet sich selbst als "Geburtshelfer vieler schöner Kinder", wobei sein Lieblingskind sicherlich die "Wiederbesiedlung des Klosters Roggenburg" ist.

"Diese hat aber viele Väter", betont der klösterliche Geburtshelfer. Betrachtet man den Lebensweg des ebenso fröhlichen wie großherzig-korrekten Priors, dann wird man an die 40-jährige Wanderung des biblischen Volkes Gottes erinnert, das auf der Suche nach dem verheißenen Land alle Höhen und Tiefen einer Pilgerschaft durchlebte.

1963 Novize

Der Geburtshelfer von Kloster Roggenburg

Der Schüler am "St. Norbertus Gymnasium" der Prämonstratenser Abtei Berne (Holland) tritt 1963 in das Noviziat der Prämonstratenser-Abtei Windberg ein. Es folgt ein Studium an den Universitäten Innsbruck, Trier und Leuven ( Belgien) mit hautnahem Kontakt zur 68er-Bewegung. Dazwischen, 1969, wird er im Hohen Dom zu Regensburg durch Diözesanbischof Rudolf Graber zum Priester geweiht. Von 1971 bis 1975 ist er Kaplan in Hunderdorf (Bayerischer Wald), es folgen vier Jahre als Religionslehrer an der Staatlichen Realschule in Bogen ( Niederbayern). Von 1979 bis 1984 absolviert er ein Promotionsstudium über Mittelalter und Bayerische Geschichte an der Universität München. Kurz vor Erreichen dieses Ziels wird er nach Roggenburg abberufen, um dort als Pfarrer zusammen mit anderen Klosterbrüdern, Freunden und Förderern die Neugründung des nur noch als Ruine vorhandenen Kloster Roggenburg zu versuchen.

Zusammen mit Pater Konrad Gomm legte er in harten Aufbaujahren die Grundlage für die dauerhafte Wiederbesiedlung des Klosters, die heute noch von vielen als "Wunder von Roggenburg" bezeichnet wird. "Pater Rainer war eine der Pionierpflanzen in einer kalten, unbewohnten Klosterlandschaft, die inzwischen zu einem baulichen und geistlichen Garten Eden wurde", meinte der Abt des Prämonstratenser Klosters Windberg, Hermann Josef Kugler, anlässlich des 25. Jahrestages der Wiederbesiedlung des Klosters Roggenburg, das dem Kloster Windberg als Priorat zugehörig ist.

Wegbegleiter des Generalabts

Mit Thomas Handgrätinger, dem früheren Prior und Abt des Klosters Windberg und jetzt in Rom wirkenden Generalabt des Prämonstratenser Ordens, war Pater Rainer von Beginn seines Klosterlebens an zusammen. Sie wurden am gleichen Tag eingekleidet, traten zur selben Zeit in das Noviziat ein, studierten gemeinsam in Innsbruck, legten zusammen die Profess ab und empfingen im gleichen Jahr die Priesterweihe. Deshalb feiern beide in der Abtei Windberg am 29. Juni ihr "40-jähriges Priesterjubiläum".

Eigentlich hatte Pater Rainer anderes vor. Er war gerade dabei zu promovieren und sich in seinem Lieblingsfach Geschichte zu vergraben, da erreichte ihn die Berufung nach Roggenburg. Roggenburgs Bürgermeister Franz-Clemens Brechtel machte deutlich, was das für Pater Rainer damals bedeutete, indem er beim Festakt zur Wiederbesiedlung des Klosters nachfolgende, fiktive "Stellenanzeige" vortrug: "Gesucht wird ein überdurchschnittlich engagierter Mitarbeiter, der mit unermüdlichem persönlichem Einsatz zukunftsorientiert zum Wohl des gesamten Unternehmens arbeitet. Er sollte ein Studium der Theologie erfolgreich abgeschlossen haben, möglichst Historiker sein und Kenntnisse haben im Bauingenieurswesen, in Betriebswirtschaft, Gastronomie, Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaft. Er muss bereit sein für herausragende Leitungsfunktionen und sollte überaus belastbar und menschenfreundlich sein. Der Arbeitsplatz ist absolut sicher, der Sonntag in der Regel nicht arbeitsfrei und die Bezahlung ist im Wesentlichen Gotteslohn". Pater Rainer hat diese Stelle angetreten und füllt sie bis heute mit prallem Leben.

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