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Pfaffenhofen

25.11.2017

Der Gnadenhof in Beuren hofft auf neue Paten

Andrea Hoffmann mit ihrem „Sorgenkind“ Amo. Das 30 Jahre alte Pony leidet womöglich an einer Kiefergelenksarthrose.
Bild: Alexander Kaya

Geldsorgen plagen die Einrichtung im zehnten Jahr ihres Bestehens. Wie es nun für die alten und kranken Tiere, die dort leben, weitergehen soll.

Zwei Wellensittiche sitzen im Metallkäfig und zwitschern vor sich hin. Im gleichen Raum liegen drei Babykatzen in einem Holzkorb, der mit einer Wolldecke ausgelegt ist. „Das ist mein Neuzugang“, sagt Andrea Hoffmann, mit Blick auf die drei weiß-braun gemusterten Kätzchen. Seit zehn Jahren leitet sie den Gnadenhof in Beuren.

Im Jubiläumsjahr gibt es ansonsten wenig Erfreuliches. „Die Tierarztkosten haben mich überfallen“, sagt die 55-Jährige. Ihr Sorgenkind ist Amo, ein 30 Jahre altes Pony. Seit 17 Jahren lebt es auf dem Gnadenhof. Zuerst hatte Amo Probleme mit den Hufen, nun hat er wochenlang nicht richtig fressen können. „Ich befürchte, dass er Kiefergelenksarthrose hat“, sagt Hoffmann.

Allein für das Pony hat sie in den vergangenen Monaten rund 6400 Euro an Tierarztkosten ausgegeben. Hoffmann: „In den 17 Jahren hat er nicht so viel gekostet wie in diesem Jahr.“ 5000 Euro habe sie bereits an die Tierärztin bezahlt. 1400 Euro sind noch offen. Eigentlich müssten auch ein paar ihrer rund 50 Katzen an den Zähnen operiert werden, aber bevor die Beurerin die Geldsumme nicht abbezahlt hat, kann die Veterinärin die Tiere nicht behandeln. Die Betreiberin des Gnadenhofs versteht das: „Die Tiere umsonst untersuchen, das geht nicht.“

Hoffmann ist nicht nur Betreiberin des Gnadenhofes, sondern auch Vorsitzende des Vereins „Tiere sind Freunde“. Doch der Mitgliederbeitrag von 30 Euro im Jahr reicht bei Weitem nicht aus, um die überwiegend kranken und alten Tiere zu pflegen. Die Beurerin hofft deshalnb darauf, dass sie neue Interessenten für Patenschaften gewinnen kann. Dabei handelt es sich um einen monatlichen Zuschuss zu Tierarztkosten und Futter. Die Höhe des Beitrages wählt der Pate selbst. „Viele denken, dass es mit viel Verantwortung für das Tier verbunden ist“, sagt Hoffmann. Doch eigentlich sei die Patenschaft nur ein „monatlicher Hilfsbeitrag“, der dem Gnadenhof als verlässliche Einnahmequelle diene.

Gerade wenn ein Tier schwer erkrankt – so wie das 30-jährige Pony Amo – ist die Vereinsvorsitzende auf Rücklagen angewiesen. Momentan habe sie aber keine, erzählt sie. Vielmehr häufen sich die Tierarztkosten. Eine geplante Renovierung des Gnadenhofs ist nun in weite Ferne gerückt. Doch aufgeben will beziehungsweise kann Hoffmann nicht. „Was würde denn aus den Tieren werden?“ Der Gnadenhof soll auch im elften Jahr seines Bestehens weitergeführt werden. „Ich werde für die Tiere kämpfen“, sagt die 55-Jährige. „Das kann ich aber nur, wenn man mir hilft.“

Kontakt: Der Gnadenhof befindet sich in der Beurener Straße 2 im Pfaffenhofer Ortsteil Beuren. Im Internet ist der Verein unter www.tiere-sind-freunde-ev.de zu finden. Die Vorsitzende Andrea Hoffmann hat die Telefonnummer 07302/4443.

Aktion: Am Samstag, 25. November, baut der Verein einen Infostand vor dem Fressnapf in Neu-Ulm auf. Ab 10 Uhr verkauft Andrea Hoffmann dort Kuchen. Autor Manfred Eichhorn bietet zudem sein neuestes Weihnachtsbuch an. Der Erlös geht komplett an den Verein. (dp)

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