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Neu-Ulm

06.02.2019

Der Landkreis Neu-Ulm macht Schule – in Afrika

Startschuss für das Projekt "1000 Schulen für unsere Welt" in Berlin mit Reiner Meutsch (Stiftung Help & Fly), Landrat Stefan Rößle (Donau-Ries) und Minister Gerd Müller. Auch der Landkreis Neu-Ulm will nun mitmachen.
Bild: Sperling

Der Landrat und die Kreisräte wollen Unterrichtsgebäude rund um den Globus bauen lassen

Der Landkreis Neu-Ulm versteht sich als Bildungsregion und möchte aber nicht nur zwischen Iller, Donau und Biber dafür sorgen, dass junge Menschen gut unterrichtet werden. Künftig will er ein Entwicklungshilfeprojekt unterstützen, das vor allem in Afrika, aber auch in Asien und Lateinamerika Schulen baut. Den Anstoß dazu lieferte der Landkreis Donau-Ries, der das Pilotprojekt „1000 Schulen für unsere Welt“ gestartet hat – offenbar sehr erfolgreich.

Allein mit seiner Hilfe wurden bereits 20 Schulprojekte auf den Weg gebracht und zum großen Teil bereits voll finanziert. Die Initiative ist mittlerweile ein bundesweites Vorhaben des Städtetages, des Landkreistages und des Städte- und Gemeindebundes unter der Schirmherrschaft von Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Sie hat bereits 43 Schulbauten veranlasst. Landrat Thorsten Freudenberger, von Beruf Lehrer, interessiert sich schon seit längerem für das Projekt, wie er sagte. Damit werde Bildung in anderen Ländern gefördert, „damit junge Menschen in ihrer Heimat bleiben können, weil sie dort eine Perspektive haben.“ Da sich auch die Grünen für die Initiative interessierten und beantragt hatte, sie im zuständigen Gremium vorzustellen, wurde nun im Schul-Kultur-, Sport und Stiftungsausschuss darüber geredet. Karl-Heinz Köster, der am Landratsamt Donau-Ries für das Thema „1000 Schulen“ zuständig ist, warb bei den Kreisräten dafür, sich der Initiative anzuschließen. Im Wesentlichen geht es darum, Schulhäuser zu errichten, die dann von örtlichen Trägern weiter unterhalten werden. Solche nach westeuropäischen Standards sehr schlichte Gebäude kosten zwischen 40000 und 50000 Euro. Das Geld stammt jedoch nicht aus der Kasse von Kreiskämmerer Mario Kraft, sondern wird ausschließlich durch Spenden aufgebracht. So kamen bisher knapp 1,3 Millionen Euro zusammen. Das reicht aber noch nicht, um die 43 gestarteten Projekte zu finanzieren, dafür sind laut Köster 2,1 Millionen Euro nötig.

Landkreis soll die Werbetrommel rühren für "1000 Schulen"

Wenn sich der Landkreis der Initiative anschließt, muss er vor allem die Werbetrommel rühren. „Kommunale Führungspersonen“, so Köster, sollten dafür ihre persönlichen Netzwerke mobilisieren und um Spenden bitten, etwa bei Unternehmern oder Privatpersonen, die einem solchen Bildungsvorhaben aufgeschlossen gegenüber stehen. Und sie sollten für die nötige Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit sorgen. Von der Gemeinschaftsinitiative gebe es dafür die nötigen Tipps und Unterlagen. Es könnten aber auch Benefizveranstaltungen organisiert werden oder Beschäftigte des öffentlichen Dienstes könnten etwa das spenden, was bei ihren Gehaltsabrechnungen hinter dem Komma stehe.

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Krisenstaaten werden ausgelassen

Als Partner, der sich um die Schulbauten kümmert, dient die „Reiner Meutsch Stiftung Fly & Help“, die vor allem von Vertretern der Tourismus-Branche getragen wird. Sie wiederum arbeitet vor Ort mit Nicht-Regierungsorganisationen zusammen, wie etwa der Welthungerhilfe. Die Projekte entstehen allerdings nicht in gefährlichen Krisenstaaten wie Syrien, Irak, Somalia oder Jemen, wie Köster erklärte, sondern in etwas ruhigeren Gegenden. Das Landratsamt will auch bereits vorhandene Initiativen im Landkreis einbinden.

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