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Neujahrsempfang

18.01.2019

Der Mann fürs Große

Angeregtes Gespräch beim FWG-Empfang: Gastredner Prof. Franz-Josef Radermacher (links), Fraktionschefin Christina Richtmann und ihr Stadtratskollege Andreas Schuler.
Bild: Andreas Brücken

Professor Radermacher erklärt bei den Freien Wählern, was er von den Wachstumschancen Neu-Ulms hält

Professor Franz-Josef Radermacher, umfassend gebildeter Kämpfer für eine gerechtere Globalisierung, ist es eigentlich gewöhnt, stets das große Ganze zu betrachten, also die Welt in all ihren Verästelungen und Problemen – und dabei möglichst auch noch im gestreckten Galopp kreuz und quer durch die Jahrtausende zu eilen. Als er nun beim Neujahrsempfang der Freien Wähler in Neu-Ulm zum Thema „Umgang mit Wachstum – Herausforderungen für Neu-Ulm“, sprechen sollte, war er etwas überrascht, wie er bei der Veranstaltung im Hotel Riku zugab: „Ich beschäftige mich normalerweise mit den Problemen der Welt, nicht mit denen vor Ort.“ Er tat es dann doch, allerdings nicht, ohne vorher zu den Neandertalern zurückzukehren und das wirklich große Ganze zu beleuchten.

Seine Kernthese lautet vereinfacht: Wachstum ist notwendig, um nicht von den anderen zur Seite gedrängt zu werden. Entscheidend dabei: die Innovationsfähigkeit. Ohne stetige Innovationen gäbe es die Menschheit in ihrer heutigen Größe überhaupt nicht. Ohne etwa die Fortschritte in Ackerbau und Viehzucht hätte der Planet überhaupt nicht genügend Nahrung für alle. Was die eingangs erwähnten Neandertaler betrifft, so wurden sie vom modernen Menschen, dem Homo sapiens, zum Verschwinden gebracht, weil der einfach besser jagen konnte, ihm damit mehr Nahrung zur Verfügung stand und er somit in der Lage war, mehr Nachwuchs in die Welt zu setzen. Seine Population wuchs schneller und besser als die des Neandertalers, mit hinlänglich bekanntem Ergebnis.

Nach einem ausführlichen Ritt durch Geschichte und Geschichten von Wachstum und Entwicklung landete der Ulmer Radermacher bei Neu-Ulm und attestierte der Stadt eine hohe Wachstumsfähigkeit und Innovationskraft. Seiner Ansicht nach war es eine wesentliche und kluge Entscheidung, hier eine Hochschule zu etablieren, die sich relativ zügig von der „Mutter“ Kempten abgenabelt hatte. Mit entscheidend sei allerdings auch die Konkurrenz zu Ulm gewesen, was die Entwicklung gefördert habe. Weil in Neu-Ulm mit Fleiß und Disziplin etwas geschaffen wurde, „was gut läuft“, wollen „alle hierher“. Radermacher wünschte der Stadt „alles Gute für ihr Wachstum“. In einem Punkt enthielt er sich allerdings einer Wertung, bei der Kreisfreiheit. Dabei gehe es um so viele Emotionen und Schmerzen – „und bei Emotionen und Schmerzen schaue ich immer, dass ich wegkomme“. Dafür griff die FWG-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Christina Richtmann, das Thema auf. Sie stellte fest, „dass die Atmosphäre zwischen Stadt und Kreis sehr, sehr furchtbar geworden ist. Deshalb werden wir aufeinander zugehen müssen, weil wir weiter zusammenarbeiten müssen. Je weiter wir auseinanderdriften, desto schwieriger wir es“.

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