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Coca-Cola

26.08.2011

Der Rekordturm wird überpinselt

Die riesige Coca-Cola-Flasche verschwindet aus Neu-Ulm. Der markante Turm an der Europastraße wird zurzeit überpinselt. Unten das Firmenlogo des neuen Mieters auf dem Areal an der Leibnizstraße.
Bild: Foto: Jakob

Wahrzeichen in Neu-Ulm verschwindet

Neu-Ulm 23 Jahre lang war der CocaCola-Turm an der Europastraße in Neu-Ulm so etwas wie ein zweites Wahrzeichen der Stadt. Nun ist dieser markante Turm in seiner bisherigen Form verschwunden. Das Gebäude bleibt bestehen, aber die riesige Coca Cola Flasche ist übermalt worden, weil am 1. Oktober der aus Aalen stammende Getränkehändler Göbel das gesamte Areal übernimmt.

Ehemaligen Mitarbeitern blutet das Herz

Ehemaligen Mitarbeitern der Coca Cola Abfüllanlage hatte das Herz geblutet, als sie hören mussten, dass der rote Traditionsturm für immer aus dem Stadtbild verschwinden würde. Immerhin handelt es sich bei Coca-Cola in Neu-Ulm nicht um irgendeinen Standort, sondern um einen mit Weltrekord: Mit 16 Metern Höhe und vier Metern Breite ist das Bild einer Coca-Cola Flasche die global größte realistische Darstellung. Dies hielt zumindest das Guinnessbuch der Weltrekorde aus dem Jahr 1990 so fest.

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Schon Mitte der Woche machten erste Gerüchte die Runde, wonach das auffällige Gebäude dem Erdboden gleichgemacht werden soll. So schlimm kam es jedoch nicht. „Der Schriftzug wird nur übermalt und der Turm neu angestrichen, aber das Gebäude bleibt stehen“, sagte gestern ein Unternehmenssprecher. Ob dort bald das Firmenemblem von Göbel prangen wird, sei aber noch fraglich. Darüber habe der Firmenchef noch nicht entschieden.

Das Unternehmen unterhält derzeit noch sein Zentrallager auf einem etwa 19000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Leibnizstraße/Max-Eyth-Straße. Dort ist es der Göbel GmbH, deren alleiniger Gesellschafter Walter Göbel ist, inzwischen zu eng, weshalb das Coca-Cola-Areal vom Eigentümer, dem Illertisser Unternehmer Markus Hörmann, gemietet wurde.

Göbel hat viele Kunden und Getränkemärkte in der Region

Das Unternehmen betreibt zahlreiche Getränkemärkte in einem Umkreis von etwa 150 Kilometern, die von Neu-Ulm aus beliefert werden. Zu den Kunden gehören auch 450 gastronomische Betriebe in Süddeutschland, die aus mehr als 1500 Produkten auswählen können.

Die braune Blubberbrause war vor fast sechs Jahrzehnten in Neu-Ulm eingeführt worden. Dr. Max Grasmann, der Mann hinter der damaligen Münster-Brauerei in Ulm erhielt damals die Konzession des US-Konzerns. Auf dem Gelände der Ulmer Münster-Brauerei wurde bis zum Umzug 1985/86 nach Neu-Ulm die begehrte Blubberlimo abgefüllt. 100 Arbeitsplätze wechselten ins Neu-Ulmer Industriegebiet.

Dort kommen in den besten Zeiten zum Coca-Cola-Konzentrat stündlich 35 Kubikmeter Wasser, 15 Tonnen Zucker täglich und pro Minute vier Kubikmeter Pressluft. 1997 wurde die Neu-Ulmer Abfüllung geschlossen. Die auf Glasflaschen eingestellte 186 Tonnen schwere Anlage wurde Opfer des Plastikbooms. Zu Hochzeiten arbeiteten einmal 200 Menschen in Neu-Ulm für Coca-Cola und seinen Konzessionär.

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