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Kommunalpolitik

14.08.2020

„Der Start in Holzheim ist geglückt“

Bürgermeister Thomas Hartmann zieht eine erste – optimistische – Zwischenbilanz seiner Zeit im Holzheimer Rathaus. In den ersten Monaten hatte er alle Hände voll zu tun, „täglich passiert etwas Neues“.
Bild: Willi Baur

Der neue Bürgermeister Thomas Hartmann ist seit gut 100 Tagen im Amt. Welche Erfahrungen er gemacht hat und welche Großprojekte jetzt in der Gemeinde anstehen

Seit etwas mehr als 100 Tagen amtiert im Rathaus der 1900-Einwohner-Gemeinde Holzheim erstmals ein hauptberuflich tätiger Bürgermeister. Thomas Hartmann, zuvor als Diplom-Ingenieur (FH) Angestellter bei einem international agierenden Konzern in Straß, ist jetzt Wahlbeamter. Bereut habe er seine Entscheidung für die neue Aufgabe bisher noch nicht, erklärt der 51-Jährige, „noch keine Sekunde“.

Dass auch ihm wie wohl allen Kolleginnen und Kollegen andernorts die durch Corona geprägten Rahmenbedingungen den Start merklich erschwert hätten, räumt er ein. Die gute Laune aber, die Freude an seinem Amt und einen gesunden Optimismus hat er sich davon offenbar nicht nehmen lassen. „Natürlich sind die vielen Absagen schmerzlich gewesen“, bedauert Hartmann den Ausfall insbesondere der traditionellen Veranstaltungen, die unter normalen Umständen das Dorfleben in den Sommermonaten gestaltet hätten: keine Maibaumfeier, kein Vatertagsbiergarten, kein Dorffest. Und, klar, auch keine feierliche Amtsübergabe.

Tröstlich indes: „Von den Beschäftigten der Gemeinde bin ich sehr gut aufgenommen worden, in der Verwaltung und im Bauhof vor allem“, freut sich der im März mit mehr als 90 Prozent der Stimmen gewählte Bürgermeister. Für den sich seit Anfang Mai sowohl der berufliche als auch der private Alltag deutlich verändert hat.

„Hier im Rathaus werde ich täglich mit dem Leben in seiner gesamten Breite konfrontiert, die Vorgänge sind enorm vielseitig und täglich passiert etwas Neues“, schildert der neue Rathauschef seine ersten Erfahrungen. Etwas überrascht hat ihn die damit verbundene Arbeitsbelastung: „Mir war schon bewusst, dass es keine 40 Stunden-Woche geben würde“, sagt der im Ortsteil Neuhausen lebende Familienvater, „aber tatsächlich sind es bisher zwischen 50 und 60 Stunden“. Klagen darüber will er nicht: „Das ist normal für die Anfangsphase.“

Doch zumindest sein ganz großes Hobby, die Blasmusik, habe darunter nur teilweise gelitten. „Ich habe zwar die eine oder andere Probe versäumt, aber in der Schützenkapelle bin ich nach wie vor aktiv“, erklärt der Freizeit-Posaunist. Gleichwohl: „Ich hoffe schon, dass sich die Arbeitsbelastung wieder einpendeln wird.“ Mit mehr Routine etwa oder dem Abschluss der momentan laufenden Großprojekte.

Zwei davon in seinem direkten Umfeld: Das Rathaus wird derzeit für die Einrichtung einer zweiten Kinderkrippe vorbereitet, nebenan geht die Neugestaltung der Dorfmitte ihrer Vollendung entgegen. Das geplante Neubaugebiet an der Leibi, und das zurzeit realisierte Fernwärmenetz, beschäftigen den Bürgermeister nicht minder.

„Insgesamt gesehen beurteile ich unseren Start als durchaus geglückt“, bilanziert Hartmann die ersten Dienstmonate und bezieht hier den im Frühjahr ebenfalls neu gewählten Gemeinderat mit vielen neuen Mitgliedern ein. Eben diese seien naturgemäß „mit den Abläufen noch nicht so vertraut“, weiß der Vorsitzende und will insofern den einen oder anderen Problemfall nicht überbewerten.

„Wichtig war doch, dass wir ganz schnell wieder arbeitsfähig waren“, sagt Hartmann, „dass die ersten Sitzungen sehr konstruktiv verlaufen sind und dass der Wille zum guten Miteinander stets erkennbar war“. Positiv bewertet er ferner, dass ihm bislang keine persönlichen Angriffe widerfahren sind, weder im Rathaus noch im Privatleben.

Unmut und kritische Äußerungen habe er zwar in einigen wenigen Fällen schon erfahren müssen, berichtet der Bürgermeister, „aber hier ging es ausschließlich um individuelle Anliegen einzelner Mitmenschen oder Interessengruppen“. Was ihn selbst schon früh zu der Erkenntnis gebracht habe: „Allen kann man es einfach nicht recht machen.“ Unabhängig davon blickt Thomas Hartmann optimistisch und gelassen voraus. „Die Arbeit wird uns auch in Zukunft nicht ausgehen“, ist er überzeugt, „unter anderem wird das Thema Ganztagsschule auf uns zukommen.“ Und längerfristig müssten sich die Verantwortlichen mit der Frage beschäftigen: „Wie wollen wir in Zukunft wachsen?“ Seine eigenen Vorstellungen dazu hat er schon mal formuliert: „So, dass unsere Infrastruktur weiterhin gut ausgelastet ist, aber nicht überfordert wird.“

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