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Neu-Ulm

20.01.2020

Der Wasserturm im Wiley droht zu verfallen

Die Neu-Ulmer Stadträte beraten demnächst darüber, wie es mit dem Wasserturm im Wiley weitergeht.
Foto: Alexander Kaya

Plus Das markante, fast 70 Jahre alte Bauwerk ist gefährdet. Stadtrat Ulrich Seitz schlägt Alarm.

Er ist ein Blickfang und ein Relikt aus der Zeit der US-Garnison in Neu-Ulm: der Wasserturm im Wiley. Für viele Bürger ist die 38 Meter hohe Stahlbetonkonstruktion mit dem rot-weiß karierten Muster außerdem ein Wahrzeichen des Stadtteils. Allerdings eines, das in Gefahr ist, findet der Neu-Ulmer Stadtrat Ulrich Seitz (SPD). Er fordert deshalb die Verwaltung zum Handeln auf.

Wie sieht es mit der Standsicherheit des Wasserturms aus?

„Der Wasserturm ist ein Monument der Stadtgeschichte, das bewahrt gehört, wenn man die Erinnerung bewahren will“, sagte Seitz. Er hat deshalb einen Brief an Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU) geschrieben und einen Sachstandsbericht zur Standsicherheit des Turms und eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen beantragt – „mit dem Ziel einer Bestandssicherung durch konkrete Maßnahmen ab dem Haushaltsjahr 2021“.

Er wolle die „stillschweigende Beseitigung“ des Wasserturms verhindern, sagte Seitz. Er sieht die Gefahr, dass das Bauwerk irgendwann so marode ist, dass es nicht mehr saniert werden kann, wenn man nicht rechtzeitig etwas tut. Und in den vergangenen Jahren sei gar nichts mehr passiert. „Das ist mehr oder weniger eingeschlafen“, sagte der Vorsitzende des Historischen Vereins Neu-Ulm. Er fordert daher: „Das gehört auf die Agenda.“

Der Wasserturm wurde zur Versorgung der US-Soldaten in Neu-Ulm gebaut

Der Wasserturm wurde 1952 von dem Neu-Ulmer Bauunternehmen Ludwig Trucksäß errichtet. Er diente der Versorgung der in Neu-Ulm stationierten US-Soldaten in den Wiley-Barracks und deren Angehörigen. Mehrere Tausend Amerikaner lebten damals weitgehend autark in der Stadt, mit eigenen Wohnungen, Läden, dem Offizierscasino, aus dem später der Wiley-Club wurde, und eben auch einer eigenen Wasserversorgung. „Das Einzige, was übrig geblieben ist, ist der Wasserturm“, sagte Rudolf Seitz. Mit dem Abzug der US-Soldaten und der Konversion der Militäranlagen ab 1991 wurde der rot-weiße Hochbehälter zum Wahrzeichen des neuen Stadtteils.

In dem Turm im Wiley war mal ein Restaurant geplant

Seitdem gab es immer wieder Überlegungen, wie man den Turm neu nutzen könnte. Im Vorfeld der Landesgartenschau 2008 plante etwa ein Gastronom, dort ein Restaurant und eine Dachterrasse mit 200 Sitzplätzen unterzubringen. Dazu sollte ein Anbau mit Treppe und gläsernem Aufzug geschaffen werden. Anderen Interessenten schwebte vor, den Wasserturm mit Künstlerateliers oder Ausstellungen zu beleben. Doch sämtliche Pläne zerschlugen sich. Ebenso der Versuch, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Das Landesamt für Denkmalpflege befand, dass das Objekt weder architektonisch noch konstruktiv innovative oder zeittypische Elemente aufweise. Der lokalhistorische Aspekt spiele nur eine untergeordnete Rolle.

Was in den vergangenen Jahren am Wasserturm gemacht wurde

Seitdem blieb es ruhig um den Turm neben der Hochschule. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, gab es 2014 eine eingehende Überprüfung der Standsicherheit. Zuletzt sei im Dezember 2018 eine Sichtprüfung des Zustands mit Dokumentation erfolg. Zuvor wurde der Turm mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt. Eine Kostenschätzung sei 2016 für die Betonsanierung erstellt worden, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Details werden voraussichtlich in der Sitzung des Ausschusses für Hochbau und Bauordnung am 6. Februar vorgestellt. Dann werden die Stadträte über die Zukunft des Wasserturms beraten.

Für Ulrich Seitz ist klar: Es gehe darum, die Standsicherheit des Turms zu gewährleisten und ihm einen neuen Anstrich zu verpassen: „Einfach konservieren in der alten Optik.“ So könne der Wiley-Wasserturm als Symbol für den Stadtteil erhalten bleiben.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Der Wasserturm im Wiley muss stehen bleiben

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