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Senden

18.01.2020

Der integrative Kindergarten hat nun eine Außenstelle

Hell und geräumig ist der Gruppenraum der neuen Rabengruppe des integrativen Kindergarten Lindennest in Senden.
Bild: Angela Häusler

Die neuen Räume des integrativen Kindergarten Lindennest in Senden bieten Platz für weitere 15 Kinder. Weitere Gebäude sind in Planung.

Aus den bisher 30 Betreuungsplätzen im Lindennest in Senden sind 45 geworden. 15 Kinder besuchen seit September die neue dritte Gruppe des integrativen Kindergartens. Sie befindet sich aber nicht im Heilpädagogischen Zentrum der Lebenshilfe (HPZ) an der Holsteiner Straße, sondern in den Räumen des ehemaligen katholischen Kindergartens St. Martin. Am Freitag wurde die neue Rabengruppe offiziell eingeweiht.

„Nach diesen vier Monaten haben sich alle sehr gut eingelebt“, sagte Gisela Effenberger, Leiterin des integrativen Kindergartens der Lebenshilfe bei der Feierstunde am Freitagvormittag, zu der Eltern und Kinder, Vertreter der Lebenshilfe sowie der Stadt ins Lindennest gekommen waren. Dort besuchen jeweils 15 Kinder eine Gruppe, fünf davon sind Kinder mit Behinderung. Der Schritt, in Ermangelung zusätzlicher Räume am HPZ nun eine Außenstelle zu eröffnen, habe von allen Beteiligen Mut erfordert, sagte Effenberger, doch es habe sich gelohnt. „Das ist schon anders als im Haupthaus zu sein“, meinte Manuela Frimmel, Leiterin der Außenstelle. Doch die Verantwortlichen der Lebenshilfe, die Partner bei der Stadt und die Eltern hätten sich auf das Wagnis eingelassen – mit Erfolg. „Es ist sehr gut geworden, wir fühlen uns sehr wohl“, sagte Frimmel. Der Gruppenraum für die Kinder wurde im Erdgeschoss mit freundlichen Holzmöbeln und Spielgeräten eingerichtet, auch im Garten sollen Spielangebote für die Kleinen entstehen. Ein Team aus sechs Fachfrauen kümmert sich um die Kinder.

Der Betreuungsbedarf in Senden steigt stark

Zwischen den Nutzern des Hauses herrsche ein gutes Miteinander, sagte die Leiterin. Es sind nun drei Gruppen, die im Kindergartengebäude an der Thomas-Mann-Straße 7 eine Heimat gefunden haben. Neben der Lindennest-Gruppe befindet sich eine ausgelagerte Krippengruppe des Kindergartens St. Martin, die im neu gebauten Haus keinen Platz fand. Und: Die Jungen und Mädchen der Mittagsbetreuung aus der nahe gelegenen Wullenstetter Grundschule kommen jeden Mittag ins Haus. Noch jedenfalls, denn sobald der Aulabau an der Schule beendet ist, können sie dort in eigene Räume einziehen. Wenn alles klappt wie geplant, könnte dieser Anbau noch im Februar fertig werden.

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„Das Lindennest ist seit 30 Jahren ein Erfolgsmodell, wir sind stolz darauf, dass wir es haben“, sagte Frimmel. Aufgabe auch im Kindergarten sei es, die Inklusion auf menschliche Art umzusetzen. Die Idee einer Außenstelle habe zunächst einige Zweifler auf den Plan gerufen, erinnerte er sich, doch hätten nicht recht behalten: „Wenn wir in dieser Art weitermachen, ist mir nicht bang um die Zukunft.“

Bürgermeister Raphael Bögge war begeistert: „Wir haben das hinbekommen, weil es so ein tolles Team ist. Es war die beste Entscheidung, die man treffen konnte.“ Er sah bereits das nächste große Projekt in Sachen Lebenshilfe herannahen: Die schon länger diskutierte Idee einer integrativen Grundschule. Über einen Klassenzug, in dem Kinder mit und ohne Behinderung nach dem Vorbild des Lindennests zusammen lernen, hat Matthias Düffert, Leiter der Lindenhofschule am HPZ, schon ausführlich nachgedacht. Solchen Überlegungen und der räumlichen Vergrößerung des Zentrums sei aber zunächst eine Machbarkeitsstudie vorgeschaltet, die gerade erstellt werde. Frimmel hofft, dass sie bis März fertig ist. Erst dann sei klar, wie viel zusätzlichen Platz die Einrichtung für den seit der Gründung stark gestiegenen Betreuungsbedarf braucht und auch, welche Standorte für eventuelle Neu- oder Anbauten infrage kommen. Baubeginn wird laut Frimmel nicht vor 2023 sein.

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