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Weißenhorn

23.05.2019

Der katholische Frauenbund engagiert sich seit einem Jahrhundert

Barbara Zimmermann (links), die Vorsitzende des katholischen deutschen Frauenbunds Weißenhorn, wirft zusammen mit Patricia Lange, Leiterin der Familienpflegestation Iller-Roth, einen Blick in die 100 Jahre alte Vereinschronik.
Bild: Alexander Kaya

Seit 1919 setzt sich der Zweigverein für die Belange von Frauen ein. Das Familienpflegewerk Iller-Roth bietet seit 30 Jahren tatkräftige Unterstützung.

Wer nachlesen will, wie alles begann, der sollte mit alten Handschriften vertraut sein. Vorsichtig schlägt Barbara Zimmermann die erste Chronik des katholischen deutschen Frauenbundes (KDFB) Weißenhorn auf. In einem Eintrag vom 2. Januar 1919, dem Gründungstag des Weißenhorner Zweigvereins, heißt es, dass Gräfin Quadt-Isny die Damen ermunterte, an der ersten Wahl zum Bayerischen Landtag am 12. Januar teilzunehmen. Der Wahlakt selbst, heißt es, sei so einfach, dass auch das bescheidenste Mütterchen nicht zurückschrecken braucht, sondern „voll Mut“ seiner Wahlpflicht genügen könne.

Der Einsatz für die Belange der Frauen beschränkt sich bei dem nun 100 Jahre alten Verein aber bei Weitem nicht auf den politischen Bereich. „Der Frauenbund hat die Bildung der Frauen in die Hand genommen“, sagt die heutige Vorsitzende Barbara Zimmermann. Seminare, Kochkurse, Kleidermärkte, Gebetstage und Gesundheits-Vorträge finden sich unter den etablierten Angeboten im Jahresprogramm. Hinzu kommen Exkursionen und Events wie zum Beispiel der Frauenfaschingsball oder die Adventsfeier, bei denen auch Spenden für Frauen gesammelt werden, die dringend Hilfe brauchen.

Der Weißenhorner Frauenbund hat 101 Mitglieder

Darüber hinaus beteiligt sich der Verein immer wieder an Aktionen zur Gleichberechtigung der Frau, zuletzt etwa an der Protestbewegung „Maria 2.0“ im kirchlichen Bereich und an einer Unterschriftensammlung für Mütterrente-Punkte. 101 Mitglieder hat der Weißenhorner Frauenbund im Jubiläumsjahr, die Altersspanne reicht von Mitte 20 bis 98, wie Zimmermann sagt. „Wir bekommen viele Mitglieder durch die Mutter-Kind-Gruppe“, ergänzt sie. Das älteste Mitglied werde auch zum Jubiläumsfest am Samstag in Weißenhorn kommen (siehe Infokasten). Die Vorsitzende, die seit 15 Jahren in der Fuggerstadt lebt, lobt den Einsatz vieler Bürgerinnen: „Es hat mich an Weißenhorn fasziniert, dass hier so ein engagierter Kern an Leuten da ist.“

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Gefeiert wird am Samstag aber noch ein anderer runder Geburtstag: Das 30-jährige Bestehen des Familienpflegewerks Station Iller-Roth, quasi eine Tochter des Frauenbunds. Ihre kürzlich verstorbene Vorgängerin Marga Döllner habe den Verein gegründet, so erzählt die Leiterin Patricia Lange, weil sie gesehen habe, welche Hilfe Familien brauchen, wenn die Mama mal ausfällt, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen.

Immer mehr Frauen haben Defizite in der Haushaltsführung

Als eine von bayernweit 22 Familienpflegestationen bietet die in Weißenhorn ansässige Einrichtung professionelle Unterstützung im Landkreis Neu-Ulm und in Teilen des Kreises Günzburg an. Elf fest angestellte Pflegerinnen kümmern sich um Kinderbetreuung und Haushalt, wenn Not am Mann ist. In Absprache mit den Jugendämtern helfen sie auch jungen Familien mit einem sogenannten Haushalts-Organisations-Training – eine Arbeit, die immer stärker nachgefragt werde, sagt Lange. Ein zunehmende Anzahl von Frauen habe Defizite in der Haushaltsführung – sei es, weil sie mehrere Kinder haben oder aus anderen Gründen nicht mehr zurechtkommen. Die gelernte Hauswirtschaftslehrerin Barbara Zimmermann wundert das nicht: „In dem Bereich wird stark gekürzt, es gibt immer weniger Unterrichtsstunden.“

Wenn es in die Dienstpläne passt, dann leiten die Mitarbeiterinnen des Familienpflegewerks darüber hinaus auch Verhinderungspflege: Sie kaufen zum Beispiel für Bedürftige ein, wenn die eigentliche Betreuerin oder der eigentliche Betreuer einmal verhindert ist. Um die professionelle Struktur langfristig zu wahren, stellt sich die Organisation zum 1. Juli übrigens neu auf: Aus dem eingetragenen Verein wird die Familienpflegewerk im KDFB gGmbH, eine gemeinnützige Gesellschaft.

Ein Gottesdienst zum Jubiläumsfest

Das 100-jährige Bestehen des katholischen Frauenbunds in Weißenhorn und der 30. Geburtstag des Familienpflegewerks Station Iller-Roth werden bei einem gemeinsamen Jubiläumsfest am Samstag, 25. Mai, in Weißenhorn gewürdigt. Um 17 Uhr beginnt ein Festgottesdienst für die ganze Gemeinde, Mitglieder, Interessierte und Freunde in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Die Festpredigt hält Ursula Schell, geistliche Begleiterin des Diözesanverbandes Augsburg im katholischen deutschen Frauenbund (KDFB). Aufgeführt wird die Missa Africana unter der Leitung von Krimi Dornach mit dem Vocalensemble „Clamor Ultimus“. Der anschließende Festakt mit geladenen Gästen findet im Christophorus-Haus statt.

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