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25.02.2015

Der neue Baubürgermeister ist ein alter Bekannter

Ulm - Bürgermeister - neuer Baubürgermeister Tim von Winning
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Ulm - Bürgermeister - neuer Baubürgermeister Tim von Winning

Mit deutlicher Mehrheit wurde am Mittwochabend Tim von Winning gewählt. Der 44-Jährige arbeitete bereits in Ulm und Neu-Ulm und ist noch in Tübingen beschäftigt

Es war 18.31 Uhr als Tim von Winning als letzter der Vorstellungsrunde um einen der wichtigsten Posten im Ulmer Rathaus den großen Saal verließ. 18.54 Uhr wurde der 44-Jährige dann ausgerufen um mitgeteilt zu bekommen, dass er „mit großer Mehrheit“, wie es sein künftiger Chef – Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner – ausdrückte, zum neuen Baubürgermeister gewählt wurde. Gegen den smarten Vater zweier Kinder und derzeitigen Tübinger „Fachbereichsleiter Planen und Entwickeln“, der 77,5 Prozent der Stimmen erhielt, hatten die beiden anderen Kandidaten keine Chance: Monika Beltinger aus Kempten blieb vergleichsweise blass, wohingegen Julius H. Mihms farbige Ausführungen zu seiner übergeordneten städtebaulichen Idee, dem Gemeinderat möglicherweise bereits zu ausformuliert erschienen.

Es stach wohl auch der Heimvorteil: Denn von 2002 bis 2005 war von Winning Sachgebietsleiter im Ulmer Baudezernat. Und auch auf der anderen Seite der Donau ist er kein Unbekannter: 1999 bis 2000 verbrachte von Winning im Neu-Ulm Rathaus als Beate Merk dort noch Chefin war: Im Rahmen seines Referendariats im Staatsministerium war er unter anderem mit dem Bahnhofsprojekt Neu-Ulm 21 betraut.

„Ich habe großen Respekt vor der Aufgabe“, sagte von Winning nach seiner Wahl und versprach als künftiger Baubürgermeister niemals das Wort City-Maut in den Mund zu nehmen. Denn in der Fragerunde im Gemeinderat wurde der designierte Nachfolger von Alexander Wetzig auf Themen angesprochen, die in seiner Noch-Wirkungsstätte Tübingen Schlagzeilen machten. Und Tübingens Grüner Rathauschef Boris Palmer hatte einst das Thema City-Maut ins Spiel gebracht. Nach der Darstellung von Winnings sei die Verwaltung unterhalb des Rathauschefs damals mit einer Innenstadt-Gebühr für Autos nie betraut gewesen.

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Der diplomierte Ingenieur mit Schwerpunkt Städtebau bekräftigte aber seine Überzeugung, dass „unnötiger Verkehr“ aus der Stadt herausgehalten werden müsse. „Wo etwas verkehrt steht, entsteht Verkehr.“ In diesem Zusammenhang sei die geplante neue Straßenbahnlinie eine große Chance. Dadurch würden etliche Bürger ihr Auto öfters stehen lassen. Dem künftigen Chef von 650 Mitarbeitern der Ulmer Bauverwaltung gehe es aber nicht darum, Ulm für Autos so unattraktiv zu machen, dass keine Auswärtigen mehr zum Einkaufen kommen. „Ich habe keine Abneigung gegen Autos. Ich habe selber eins.“ Aber Steuerung müsse sein – auch wenn er das „heiße Eisen Parkaus“ in seiner Vorstellung bewusst nicht aufgreifen wollte.

In Sachen Bürgerbeteiligung hat von Winning ausführliche Erfahrung: „Ich glaube, in Tübingen ist es so eine Art Hobby, sich jedes Wochenende in einer Bürgerinitiative zu engagieren.“ Deswegen wisse er, dass es einen Konsens eigentlich nie geben könne. Aber das Formulieren der unterschiedlichen Meinungen sei bereits ein Gewinn. „Und der Souverän ist der Gemeinderat.“ Michael Joukov von den Grünen fragte, was von Winning als der größte Fehler im Umgang mit der Konversion der alten Hindenburgkaserne in den Sinn komme. Der designierte Baubürgermeister antwortete wie aus der Pistole geschossen: „Wenn man alles an einen Baukonzern verkauft, der darauf dann 200 Wohnungen bauen soll.“ "Kommentar Seite 25

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